Amazon hat sich in den vergangenen Jahren zum größten und bekanntesten Online-Marktplatz entwickelt. Foto: Pixabay

Amazon hat sich in den vergangenen Jahren zum größten und bekanntesten Online-Marktplatz im Internet entwickelt. Doch lohnt sich der Verkauf eigener Artikel auf der Plattform überhaupt?

Esslingen - In den vergangenen Jahren ist die Zahl an Menschen, die sich mit einem eigenen Online-Shop selbstständig machen möchten, stark angestiegen. So ist es dank des Internets heute nicht einmal nötig, eine Firma zu gründen, Miete für Geschäftsräume zu bezahlen und einen Laden zu eröffnen. Stattdessen benötigt man in der heutigen Zeit lediglich einen Computer und einen Schreibtisch, um mit dem Online-Handel zu beginnen. Auf Amazon zu verkaufen ist eine seriöse Möglichkeit, um schnell etwas Geld nebenbei zu verdienen. Zwar wird aus dem Nebenberuf häufig schnell eine Vollzeitbeschäftigung, doch um sich zu Beginn nebenberuflich ein zweites Standbein aufzubauen, ist Amazon FBA zumeist die beste Option. Doch mit genügend Einsatzbereitschaft kann man auf diese Weise ein lukratives Business auf die Beine stellen. 

Vor- und Nachteile im Überblick

Vorteile:

  • Die eigenen Artikel werden prominent platziert 
  • Die eigenen Artikel sind leicht zu finden
  • Zum Festpreis angebotene Artikel können unbegrenzt angeboten werden
  • Der Verkaufspreis eigener Produkte kann an die Preise der Konkurrenz angepasst werden

Nachteile:

  • Für unterschiedliche Artikelgruppen fallen Gebühren in unterschiedlicher Höhe an. Die Gebühren sind Kategorieabhängig und liegen typischerweise zwischen 7 bis15% auf den Bruttopreis inklusive Umsatzsteuer.
  • Die Versandkosten können nicht selbst gewählt werden, weshalb man für Pakete zumeist draufzahlt
  • Bei neuen Verkäufern behält Amazon das verdiente Geld für 14 Tage ein
  • Für Privatverkäufer ist es schwierig, sich von der Umsatzsteuer befreien zu lassen

Was man als Amazon Seller beachten muss

Aufgrund der hohen Bekanntheit von Amazon ist ein Shop auf dem Marktplatz bereits standardmäßig für Suchmaschinen optimiert, wodurch die eigenen Produkte zum Beispiel über Google einfach gefunden werden. Das macht Amazon zur heutzutage wichtigsten Plattform für Verkäufer im Internet. Allerdings sollte bereits im Vorfeld Klarheit über die eigenen Produkte herrschen. Man sollte sich ausführlich mit den rechtlichen Voraussetzungen und den Modellen für Verkäufer auseinandersetzen. 

Amazon FBA und Amazon Vendor

Prinzipiell gestaltet sich der Verkauf über Amazon relativ simpel, allerdings wartet im Anschluss an einen Verkauf ein gewisser Aufwand auf den Verkäufer. So muss dieser die Waren verpacken, versenden, Kundenanfragen beantworten und Rückabwicklungen organisieren. 

Mit Fulfillment by Amazon (kurz FBA) nimmt Amazon Händlern einen Teil des Aufwands ab und kümmert sich um die Lagerung, den Versand, den Kundenservice, die Sendungsverfolgung und Retouren, was für Händler eine große Erleichterung darstellt. 

Wer von Amazon als Amazon Vendor eingestuft wird, fungiert zukünftig lediglich als Lieferant, während sich Amazon um alles Weitere kümmert. Allerdings hat man in diesem Fall keinen Einfluss mehr auf die Preisgestaltung. 

Amazon-Verkaufsgebühren

Der Verkauf auf Amazon ist im Vergleich zu anderen Plattformen recht günstig, wobei die folgenden Gebühren anfallen:

  • Die Einrichtung des Basiskontos ist zunächst kostenlos, allerdings berechnet Amazon für jeden verkauften Artikel eine Gebühr in Höhe von 0,99 € sowie eine prozentuale Verkaufsgebühr. 
  • Für ein professionelles Verkäuferkonto zahlt man auf Amazon 39 € plus Mehrwertsteuer, wofür die Kosten für verkaufte Artikel entfallen. Die Verkaufsgebühr wird allerdings auch weiterhin berechnet. 
  • Wer Amazon FBA nutzt, muss Gebühren für die Lagerung und den Versand der eigenen Produkte bezahlen. Diese hängen weder mit der Produktgröße, noch mit der in Anspruch genommenen Lagerfläche zusammen.   

Privat oder gewerblich?

Prinzipiell können auch Privatpersonen über Amazon verkaufen, was vom Finanzamt allerdings schnell als gewerbliche Tätigkeit eingestuft werden kann. Die folgenden Hinweise sprechen dabei für einen gewerblichen Verkauf:

  • Mehrere gleiche/ähnliche Produkte im Sortiment
  • Verkauf von Neuware
  • Verkauf von Waren für Dritte
  • Die Anzahl der Kundenbewertungen 

Was den Kundenservice angeht, unterscheidet Amazon nicht zwischen gewerblichen und privaten Verkäufern, weshalb auch Privatpersonen zur Rücknahme widerrufener Artikel verpflichtet sind.