Die deutschen Curler auf dem olympischen Eis von Cortina d’Ampezzo haben es offenbar auch Schauspieler Frederick Lau angetan. Foto: David J. Phillip/AP/dpa

Die deutschen Curler ziehen die Massen in ihren Bann. Auch ein bekannter deutscher Schauspieler ist begeistert – und schickt eine Video-Botschaft.

Es ist wie fast immer bei Olympischen Spielen in den vergangenen Jahren. Klar, die Begeisterung der Fans ist für viele Sportarten groß. Aber: Anhänger von Skirennen, Biathlon-Staffeln oder Viererbobs gibt es auch sonst. Anders ist es – beim Curling.

Wenn bei Olympia die Steine übers Eis fahren, dann bekommt diese Sportart plötzlich viele Fans. Diejenigen, die am Montag im Cortina Olympic Curling Stadium das deutsche Team lautstark unterstützt haben, sind die einen. Aber der Hype erfasst vor allem viele Olympia-Zuschauer in der Heimat. Auch prominente.

Der Schauspieler Frederick Lau etwa postete dieser Tage folgendes: „Ich möchte euch mitteilen: „Die Berlinale und ich sind mittlerweile Geschichte. Wir sind im Guten auseinander gegangen! Aber es gibt Wichtigeres im Leben: Curling.“ Die Verbandssprecherin nahm daraufhin Kontakt mit Lau auf – der per Videobotschaft noch einmal bestätigte, dass er ein großer Fan der deutschen Mannschaft ist.

„Ihr macht das spitze. Ich bin bei jedem Spiel dabei. Ich freue mich auf mehr“, sagte er – und forderte das Team um Skip Marc Muskatewitz für das nächste Spiel auf: „Haut se wech!“

Drei Spiele stehen in der Vorrunde für die deutsche Mannschaft in Cortina noch an. An diesem Dienstag geht es gleich zweimal aufs olympische Eis. Gegen Tschechien (9.05 Uhr) und gegen die Schweiz (19.05 Uhr). Ziel ist weiterhin Platz vier, der die Halbfinalteilnahme bedeuten würde. Am Montag waren Freude und Erleichterung groß – nach zwei Niederlagen in Folge siegten die deutschen Curler gegen Schweden mit 7:3. Abseits dessen hat das Team durchaus mitbekommen, dass in Deutschland ein kleiner Curling-Hype ausgebrochen ist. Und: Das Quartett genießt das.

„Es tut gut, mal aus dem Schatten herauszukommen“, sagte am Montag Felix Messenzehl, „auch in der Halle sind viele, die wir noch nie zuvor gesehen haben. Das ist ein tolles Gefühl. Das bedeutet uns sehr viel und macht sehr viel Spaß.“ Marc Muskatewitz ergänzte: „Es ist eine sehr schönes Erfahrung, denn ansonsten sind wir noch so im Zentrum der Aufmerksamkeit. Es ist schön, dass wir neue Fans dazubekommen.“

Witzige Videos im Netz

Er selbst, erzählte der Kapitän des deutschen Teams, bekomme sehr viele Nachrichten. Der Inhalt: Es mache Spaß, der Mannschaft zuzuschauen. Auch komme das Team sympathisch rüber. „Das ist etwas ganz Tolles“, sagte Muskatewitz, „man begeistern Leute für einen Sport, der vier Jahre lang am Rand läuft.“ Auch wenn das manchmal seltsame Blüten treibt. Wie zahlreiche Videos im Netz zeigen.

Manche laufen vor ihrem Saugroboter her und wischen mit dem Wischmop. Die einen stellen mit Besen im Hausflur ein Curling-Match nach. Andere mimen menschliche Steine und wässern Turnmatten, damit einer von ihnen gut zu den anderen gleiten kann. Auch der Eis-Macher von Cortina wird im Internet abgefeiert, weil er in einer Art Moonwalk rückwärts übers Eis gleitet, während er frisches Wasser auf der Fläche verteilt. Der Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt – und die Profis schauen sich das gerne an.

„Ich finde das witzig“, sagte Marc Muskatewitz, „denn ganz egal, was es ist, es zeigt: Die Leute beschäftigen sich mit Curling.“ Im Idealfall noch bis zum Wochenende – dann finden in Cortina d’Ampezzo die Spiele um Medaillen statt.