Der Bustakt zwischen Esslingen und den östlichen Fildern soll deutlich ausgedünnt werden. Foto: Roberto Bulgrin

Die Linken im Kreis kritisieren die geplanten Kürzungen im Busverkehr. Mit einer Online-Petition wollen sie ihren Forderungen nun Nachdruck verleihen.

Die Linken im Kreis warnen vor massiven Einschnitten im Busverkehr zwischen Esslingen, den östlichen Fildern, dem Flughafen und der Messe. „Mit der aktuell laufenden Ausschreibung für die Buslinien 119 bis 131 drohen ab Anfang 2027 deutliche Verschlechterungen auf diesen gut ausgelasteten Linien“, wird Marc Dreher, Kreisrat der Linken, in einer Pressemitteilung zitiert.

Konkret geht es um die Linien 119 und 120, die zu bestimmten Zeiten auf einen 30-Minuten-Takt zurückgefahren werden könnten, sowie um die Linie 130 von Esslingen nach Kemnat, die am Vormittag komplett gestrichen werden könnte. Auch die Linie 122, die Esslingen mit dem Flughafen und der Messe verbindet, könnte betroffen sein. Hier steht laut der Mitteilung die Streichung einzelner Fahrten in Randzeiten, eine Reduzierung an Wochenenden auf einen Stundentakt sowie eine Änderung der Streckenführung im Raum. „Die Buslinien 119, 120 und 122 sind tagsüber fast immer gut ausgelastet“, sagt Jürgen Roos, der mobilitätspolitische Sprecher der Linken-Kreistagsfraktion. „Wenn diese Busse nur noch halb so oft fahren, werden sie doppelt so voll sein.“ Und Kemnat wäre zu bestimmten Zeiten „so gut wie abgeschnitten“.

ÖPNV im Kreis Esslingen: „Ein böses Erwachen droht Anfang 2027“

„Viele Leute, die auf diese Busse angewiesen sind, wissen noch gar nichts von diesem Problem – und am Ende droht ihnen Anfang 2027 ein böses Erwachen“, warnt Marc Dreher. Die betroffenen Kommunen Esslingen, Ostfildern, Denkendorf, Neuhausen, Wolfschlugen und Stuttgart sowie der Landkreis hätten aber die Möglichkeit, die Reduzierungen durch kostenpflichtige Zubestellungen zu verhindern. Bisher hat sich jedoch nur der Kreis bereit erklärt, sich mit 50 Prozent an den zusätzlichen Kosten zu beteiligen.

„Rückzug vom Nahverkehr ist ein wirtschaftlicher Rückschritt“

Unterdessen hat der Ortsverband Ostfildern der Linken eine Online-Unterstützungsaktion auf der Plattform „OpenPetition“ gestartet. In dem Aufruf werden die betroffenen Kommunen dazu aufgefordert, sich an den Kosten zu beteiligen, um den Status quo zu erhalten. Noch bis April kann die Petition digital unterzeichnet werden. In der Petition heißt es: „Der Rückzug von einem attraktiven und verlässlichen Nahverkehr widerspricht den Zielen zur Förderung nachhaltiger Mobilität und einer zuverlässigen Daseinsvorsorge. Er ist auch aus wirtschaftlicher Perspektive ein Rückschritt.“