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Die Grünen sind bei der Kommunalwahl stärkste Kraft in Esslingen geworden. CDU und SPD büßten dagegen auch auch bei der Kommunalwahl massiv Stimmen ein.

Kreis EsslingenDie Kommunalwahlen am Sonntag (Hier geht es zu den Wahlergebnissen in den Gemeinden im Landkreis Esslingen) haben für manche Verschiebung in den Gemeinderäten im Kreis gesorgt. In Esslingen werden die Grünen stärkste Kraft, auch anderswo ist die Ökopartei im Aufwind. Wie schon bei Europa- und Regionalwahl mussten vor allem CDU und SPD Federn lassen, wenn auch nicht ganz so deutlich wie bei den überregionalen Wahlen. Die EZ-Redaktion gibt einen Überblick.

Esslingen: Klare Gewinner in der ehemaligen Reichsstadt sind die Grünen: Mit 24,40 Prozent haben sie sowohl die SPD als auch die CDU überflügelt und sind damit stärkste Kraft im Esslinger Gemeinderat. Sie werden künftig mit neun statt der bislang sieben Sitze im Gemeinderat vertreten sein. Die Christdemokraten mussten etwas mehr Federn lassen als die Sozialdemokraten: Statt auf die 23,08 Prozent der Stimmen bei der Kommunalwahl 2014 kam die CDU nur noch auf 17,71 Prozent. Die SPD fiel von 25,06 Prozent auf jetzt noch 21,15 Prozent. Damit hat die CDU künftig sieben Sitze und somit drei weniger als bislang. Die SPD wird mit acht Mandaten im Gemeinderat vertreten sein (bislang: 10). Die Freien Wähler konnten mit 19,55 Prozent (2014: 20,62) ihren Platz als drittstärkste Kraft sowie ihre acht Sitze verteidigen. Die FDP steigerte sich von 4,06 Prozent auf 6,57 Prozent und hat damit künftig drei Sitze (bisher zwei). Die Linke legte leicht zu von 5,34 Prozent auf 6,75 Prozent und hat damit drei Sitze (bislang zwei). Auch FÜR gewann leicht und holte 3,88 Prozent (2014: 2,46 Prozent) und damit zwei Sitze (bislang: ein Sitz).

Aichwald: Verschiebungen hat es bei der Gemeinderatswahl in Aichwald gegeben. Die CDU kam nur noch auf 31,55 Prozent der Stimmen und büßte damit einen ihrer bisher sieben Sitze ein. Die Freien Wähler stellen wie bislang fünf Mandatsträger, die SPD kommt statt der bisher vier nur noch auf drei Sitze. Die Grünen eroberten mit 14,27 Prozent ein drittes Mandat. Neu im Gremium ist mit einem Vertreter die FDP. Stimmenkönig ist wie bei den vergangenen Wahlen Volker Haug von der CDU.

Altbach: Die UWV bleibt in Altbach zwar die stärkste Fraktion. Sie hat ihr Ergebnis am Sonntag um 1,4 Prozent auf 40,6 Prozent verbessert. Somit ist die UWV weiter mit sieben Sitzen vertreten. Eigentliche Gewinnerin ist aber die SPD. Sie hat 1,6 Prozent zugelegt und kommt auf 30,3 Prozent. Das reicht für einen weiteren Sitz, sodass die SPD nun mit sechs Gemeinderätinnen und -räten vertreten ist. Federn lassen musste die Altbacher CDU, die 3,1 Prozent der Stimmen und somit einen Sitz verloren hat. Sie ist künftig nur noch mit fünf Räten vertreten. Stimmenkönig ist Mathias Lipp von der UWV.

Baltmannsweiler: Wenige Verschiebungen gibt es in Baltmannsweiler. Platz 1 mit den meisten Stimmen belegen die Grünen (21,1 Prozent), knapp vor der CDU (20,3) und der Freien Wählervereinigung (20,2). Wie bisher kommen diese drei Fraktionen auf jeweils drei Sitze. Die Unabhängigen Bürger (12,2) behalten ihre zwei Mandate. Mit Alexander Strobel nur noch einen Mandatsträger hat die SPD. Ein Minus von 1,8 Prozent gegenüber der Wahl von 2014 kostete die SPD einen Sitz. Neu im Gemeinderat ist die Wählervereinigung Baltmannsweiler und Hohengehren (9,0), die auf Anhieb einen Sitz holte. Die Neue Freie Liste verteidigte ihren Solo-Platz.

Denkendorf: In Denkendorf haben die Freien Wähler deutlich zugelegt und fast 50 Prozent der Stimmen erhalten. Damit stellen sie statt bisher acht nun neun der 18 Sitze. Ihr Fraktionschef Frank Obergöker ist mit großem Abstand Stimmenkönig. Die CDU verliert mehr als sechs Prozent und einen Sitz, hat also noch fünf. Die SPD bleibt stabil: Sie behält vier Sitze. In der Familie Mezger gibt es unterschiedliche Gefühle. Sarah Mezger (FW) ist traurig, dass sie mit 2133 Stimmen ihren Vater (2067 Stimmen) aus dem Gemeinderat gedrängt hat – Hans Mezger freut sich, dass es seine Tochter geschafft hat.

Deizisau: Deutlich verjüngt hat sich der Gemeinderat Deizisau. Für die Liste Engagierte Deizisauer (LED), die sich von vier auf fünf Sitze gesteigert hat, sind gleich drei junge Leute im Alter von 24 bis 26 Jahren gewählt worden. Dabei wird auch die Deizisauer Familientradition erkennbar: Die Väter von Niclas Bingel und Maren Kenner saßen vor geraumer Zeit auch im Gemeinderat. Außer den beiden zieht bei der LED noch die Studentin Lena Pfeiffer ein. Freie Wähler und CDU bringen immerhin zwei unter 40-jährige in den Rat: Kfz-Meister Daniel Haist und Fahrlehrerin Bianca Weisbeck. Für die neue Freie Soziale Liste ziehen die bisherigen SPD-Vertreter Maik Vosseler und Manfred Nagel ein. Stimmenkönig wird Markus Eberhardt von der CDU-Bürgerliste.

Hochdorf: In Hochdorf haben sich die Freien Wähler ihren vierten Sitz, den sie 2014 verloren hatten, zurückgeholt. Das ging auf Kosten der Mitte, die vier Prozent verloren hat und nur noch zwei Mandate hat. Prozentual hat die CDU den größten Verlust erlitten und kommt auf magere 17,9 Prozent. Das dürfte daran liegen, dass der bisherige Fraktionsvorsitzende Siegfried Albrecht ein Stimmenfänger war, an den keiner der aktuellen CDU-Kandidaten heranreicht. Dennoch konnte die CDU ihre drei Sitze halten. Die SPD hält ihre drei Sitze und hat prozentual sogar leicht zugelegt.

Filderstadt: Wie bei der Europawahl sind SPD und CDU bei der Kommunalwahl in Filderstadt die Verlierer. Die SPD verliert gleich zwei Sitze, die CDU einen. Grüne und FDP gewinnen je einen Sitz dazu, die Linke erobert den ersten Sitz. Mit neun Mandaten bleiben die Freien Wähler stärkste Kraft.

Köngen: Mit Abstand stärkste Fraktion im Köngener Gemeinderat bleiben die Freien Wähler, die ihr Ergebnis von 39,87 Prozent von 2014 sogar auf 41,46 Prozent steigern konnten. Sie stellen mit der ersten stellvertretenden Bürgermeisterin Johanna Fallscheer auch die Stimmenkönigin, die auf 4064 Stimmen kam. Die Ärztin Adina Fernengel-Kurzenberger (41) und Florence Bauder (28) wurden neu ins Gremium gewählt. Die CDU-Fraktion hält ihre fünf Sitze und erreichte 27,21 Prozent (2014: 29,65 Prozent). Eine gemeinsame Fraktion hatten die SPD und die Grünen – beide sind nun mit jeweils drei Sitzen wieder eigenständig. Die SPD kam auf 16,52 Prozent; die Grünen erreichten 14,81 Prozent. Neu bei den Grünen ist die 27-jährige Jannina Schäffer.

Leinfelden-Echterdingen: Keine umwälzenden Veränderungen gibt es im Gemeinderat von Leinfelden-Echterdingen. Die CDU verliert einen Sitz und hat damit nur noch fünf. Die Freien Wähler bleiben mit sechs Vertretern stärkste Fraktion, zusammen mit den Grünen, die einen Sitz gewinnen und damit zu den Freien Wählern aufschließen. Die SPD muss auch hier Federn lassen und eines ihrer bislang vier Mandate abgeben. Die FDP hat mit Wolfgang Haug und Judith Skudelny weiter zwei Vertreter im Kommunalparlament. Auf einen Sitz kommen die Linke und die Demokratie in Bewegung. Stimmenkönigin ist Ingrid Grischtschenko.

Lichtenwald: Die Lichtenwalder Bürgerliste (LBL) geht mit 49,9 Prozent der abgegebenen Stimmen als eindeutige Siegerin aus der Wahl hervor. Damit wird sie mit sechs statt bisher fünf Sitzen am Ratstisch vertreten sein. Die CDU hingegen musste deutlich Federn lassen. Sie kam auf nur noch 28,34 Prozent der Stimmen und wird statt fünf nur noch drei Sitze innehaben. Die Freien Unabhängigen Wähler (FUW) haben auf 21,71 Prozent zugelegt und werden statt bisher zwei künftig drei Räte stellen. Stimmenkönigin ist mit weitem Abstand Constanze Pfaff (LBL).

Notzingen: Deutlich verschoben haben sich die Machtverhältnisse im Gemeinderat Notzingen. Die CDU, bisher stärkste Fraktion, rutscht von 46,44 auf 38,13 Prozent ab. Damit verliert die Fraktion einen ihrer bisher sechs Sitze an die Unabhängige Kommunale Wählervereinigung (UKW), die sich von 33,14 auf 46,33 Prozent verbesserte. Auch die SPD muss einen Sitz abgeben und erreichte nur noch 15,54 Prozent (Vorjahr: 20,44).

Neuhausen: Stärkste Fraktion bleiben mit acht Sitzen die Freien Wähler in Neuhausen und führen 37 Prozent mit Abstand. Stimmenkönigin ist Mariela Herzog (4562). Die CDU, deren Fraktionschef Peter-Alexander Schreck nicht mehr zur Wahl antrat, verlor einen Sitz und erreichte mit 22,7 Prozent noch fünf Sitze. Auf vier Sitze ist die SPD geschrumpft, die noch 17,9 Prozent verbucht. Für den größten Umbruch sorgt die Initiative Grüne Liste (IGL), die nun fünf statt drei Mandate besitzt. Jonas Weber, Tanja Verch und Marco Schulz ziehen neu für die IGL ein. Mit 22,32 Prozent haben die Grünen fast mit der CDU gleichgezogen

Ostfildern: Freie Wähler und Grüne sind die Gewinner der Gemeinderatswahl in Ostfildern. Beide konnten leicht zulegen und verteidigten ihre Position, die Freien Wähler mit acht, die Grünen mit sechs Sitzen. Der Rückgang ihrer Stimmen von 24,6 auf 18,2 Prozent kostete die CDU eines ihrer bislang sechs Mandate. Der Sprung von 3,1 auf 6,1 Prozentpunkte brachte der FDP einen zweiten Sitz ein. 4,2 Prozent bedeuten für die Linken wie bisher einen Platz am Ratstisch. Die meisten Stimmen holte Joachim Dinkelacker von den Freien Wählern.

Plochingen: Auf Anhieb 19,19 Prozent und damit vier Sitze hat sich die neue Unabhängige Liste Plochingen (ULP) um den ehemaligen Freien Wähler Harald Schmidt und den ehemaligen Stadtrat-Solisten Klaus Hink erobert. Sie haben mit dem Bürgerbegehren für ein neues Stadtbad gepunktet und annähernd den Stimmenanteil der Freien Wähler von 2014 erreicht, die nicht mehr angetreten sind. Die CDU-Wahlgemeinschaft hat von deren Rückzug nicht so stark profitiert, konnte sich aber leicht auf 31,6 Prozent steigern, bleibt allerdings bei sieben Sitzen. Knapp drei Prozentpunkte und einen Sitz verloren hat die SPD, die 26,79 Prozent erhielt. Ihr bleiben sechs Sitze. Die Offene Grüne Liste (OGL) hat ihr Ergebnis von 19 Prozent auf 22,4 Prozent und einen Sitz mehr gesteigert. Unter ihren künftig fünf Stadträtinnen und Stadträten haben zwei das Geburtsjahr 2000. Stimmenkönig ist Joachim Hahn (SPD).

Reichenbach: Dem Bundestrend bei der Europawahl sind die Reichenbacher auch bei der Kommunalwahl gefolgt. Während CDU/UB und SPD Verluste hinnehmen mussten, legten die Grünen um fast fünf Prozent zu. Das beschert ihnen einen fünften Sitz im Gemeinderat. Die SPD hat hingegen einen Sitz verloren und ist nur noch mit vier Sitzen vertreten, CDU/UB behält ihre vier Sitze. Stärkste Kraft sind die Freien Wähler (FW), die nochmals leicht zugelegt haben, nun auf 28,74 Prozent kommen und weiterhin mit fünf Sitzen vertreten sind. Stimmenkönig ist Axel Kern von den FW.

Wendlingen: Zwei Sitze im Gemeinderat verloren hat die CDU in Wendlingen. Bisher waren die Christdemokraten mit 34,75 Prozent stärkste Fraktion – jetzt rutschten sie auf 28,3 Prozent ab. Damit sind die Freien Wähler nun stärkste Fraktion. Sie gewannen zwei Sitze dazu und steigerten sich von 22,38 auf 30,58 Prozent. Der bundesweite Aufwärtstrend der Grünen zeigt sich auch in Wendlingen. . Sie gewinnen zu den bisher fünf Sitzen einen weiteren dazu. Dagegen verliert die SPD weiter an Boden: 15,6 statt 19 Prozent. Stimmenkönig ist Alois Hafner (CDU).

Wernau: In Wernau haben die Bürgerliste/Junge Bürger nicht nur prozentual mit fast 31 Prozent die Nase weit vorne, jetzt bilden WBL/JB auch die stärkste Fraktion: Sie ist von sechs auf sieben Sitze gewachsen. Die CDU ist gerupft worden: Sie hat zwei Sitze verloren und ist von 24,2 auf 19,1 Prozent geschrumpft. Die Freie Wählervereinigung (FWV) hat ein gutes Prozent zugelegt und damit ihre fünf Sitze gesichert. Auch die SPD hat ihre drei Sitze gehalten. Die Grünen haben drei Prozent zugelegt, was ihnen einen dritten Sitz verschafft.

Wolfschlugen: Einen Einschnitt gibt es in Wolfschlugen, weil die Freie Bürgerliste (FB) mit dem stellvertretenden Bürgermeister Karl Münzinger nicht mehr dabei war. Deren fünf Sitze teilen UW und Grüne unter sich auf. Die Unabhängige Wählervereinigung (UW) erhält mit 37,8 Prozent fünf Sitze, bisher waren es vier. Die Offene Grüne Liste kommt auf 25,1 Prozent und verbessert sich von zwei auf vier Sitze. Die CDU steigert sich auf 21,7 Prozent und hält ihre drei Sitze. Die SPD hat etwa einen Punkt auf 15,32 Prozent erhöht und hält ihre zwei Sitze.

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