Zur modernisierten Stadtbücherei ist es ein langer Weg. Die ersten Schritte werden jetzt gegangen. Foto: Tom Weller - Tom Weller

Der Architektenwettbewerb zur Bücherei geht in die Endphase. Das Preisgericht tagt im Januar 2020.

EsslingenWenn Ende Januar die Frist für den Architektenwettbewerb zur Neugestaltung der Stadtbücherei in Esslingen zu Ende geht, wird ein knappes Jahr vergangen sein seit dem aufsehenerregenden Bürgerbescheid zum Standort der Einrichtung. Dabei müssen die Architekten aufzeigen, wie sie die alte Bücherei an gleicher Stätte zu einer modernen wandelnd, die den veränderten Ansprüchen der Nutzer entspricht. Auf die Ergebnisse darf man gespannt sein.

Weichenstellung: Es wird die erste große Weichenstellung sein nach der Entscheidung für den Bebenhäuser Pfleghof zwischen Weber- und Heugasse und gegen den Standort zwischen Küferstraße und Kupfergasse. Vorausgegangen waren mehrere kleinere Etappen, die alle genommen worden sind. So im Juli. Da hatte der Gemeinderat der Wettbewerbsauslobung zugestimmt. Die Anforderung: Wie sollen und können welche Räume umgewandelt werden, was lässt sich wie in dem geschützten Kulturdenkmal verändern?

Teilnehmer: 25 Planungsbüros arbeiten seit September an dieser Aufgabe. Die Erwartungen der Stadt sind hoch. Stadtsprecher Roland Karpentier spricht von einem „breiten Teilnehmerfeld mit internationaler Beteiligung“ und „einer reichhaltigen Ideenfülle“.

Mitspieler: Dabei sind die Planer an eine Vielzahl von bauhistorischen Bedingungen und Vorgaben gebunden, die vom Kulturamt, der Stadtbüchereileitung und dem Baudezernat erarbeitet worden waren. Mit eingeflossen sind auch die Ergebnisse aus einem Bürgerbeteiligungsverfahren, das bereits im ersten Halbjahr 2019 in Gang gesetzt worden war. Wichtiger Mitspieler sind außerdem das Landesamt für Denkmalpflege und natürlich die Stadtverwaltung selbst.

Knackpunkt: Die Stadt geht davon aus, dass die Entwürfe, die im Januar bewertet werden, das Gebäude nachhaltig verändern, natürlich „im Kontext des Erhalts der historischen und denkmalgeschützten Bausubstanz“, wie Karpentier versichert. Insgesamt gibt es ein Platzproblem in den alten Mauern, deshalb wird auf der Nordseite im Bereich der Nanzhalle in der Webergasse 6 etwas Neues entstehen. Dieser Bereich wird zum architektonischen Knackpunkt. In der Stadtverwaltung spricht man von einem „wesentliches Entscheidungsmerkmal für die Prämierung der Entwürfe“. Die große Frage wird auch hier wieder sein: Wie gehen die Architekten mit der historischen Bausubstanz um. Dabei spielt auch eine Rolle, wie die Jetztzeit mit der Historie spiel: Wird es eher eine Anpassung an das Vorhandene sein oder eine moderne Ergänzung, die sich von dem Vergangenen abhebt?

Preisgericht: In den Büros, die sich am Wettbewerb beteiligen, wurden inzwischen die letzten Striche gezogen, denn Einsendeschluss für die Entwürfe ist heute. Was folgt, ist eine Vorprüfung der Arbeiten. Am 17. Januar muss dann alles fertig auf dem Tisch liegen. Am darauffolgenden Mittwoch tagt das Preisgericht in der Schickhardt-Halle im Alten Rathaus und entscheidet über die Auswahl der Preisträger. Die Entwurfsarbeiten werden anschließend öffentlich ausgestellt.

Ausweichquartiere: Parallel zu diesem Wettbewerbsverfahren stehen aber noch weitere Arbeiten an. Sechs Jahre könnten Umbau und Modernisierung dauern. Für diese Zeit braucht die Bücherei Ausweichquartiere. Wie und wo das passieren kann, wird in der Stadtverwaltung geprüft. Dabei gibt es grundsätzlich zwei Varianten: Entweder wird es eine Zwischenunterbringung an einem zentralen Standort geben oder die Stadtbücherei wird auf mehrere Filialen verteilt.

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