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Jedes Jahr im Herbst werden Millionen deutsche Autobesitzer durch die mediale Berichterstattung daran erinnert, am 30. November die Kfz-Versicherung zu kündigen. Der Grund: Durch die neuen Typklassen ändern sich die Beiträge. Diese wiederum basieren auf den Schadensmeldungen für das jeweilige Fahrzeug. Die Versicherungsgesellschaften sind zwar nicht verpflichtet, sich daran zu halten, doch sie tun es in der Regel und stellen die Tarife um.

Wenn Autofahren mal wieder teurer wird

Nun muss das nicht zwangsläufig bedeuten, dass die Kfz-Versicherung teurer wird, zumal auf die Regionalklasse einen Einfluss auf die Beitragshöhe hat. Es ist also zum einen entscheidend, welches Auto man fährt und zum anderen, wo es zugelassen ist. Diese Faktoren lassen sich vom Versicherungsnehmer nicht beeinflussen. Weiche Merkmale wie jährliche Fahrleistung, Abstellplatz des Fahrzeugs oder Mitfahrer hingegen sehr wohl - auch sie fließen in die Beitragsberechnung ein.

Sollte die Versicherungsgesellschaft den Tarif erhöhen, besteht ein Sonderkündigungsrecht und die Police darf jederzeit unabhängig von Mindestlaufzeiten gekündigt werden. Ansonsten ist der 30. November der Stichtag für alle Verträge, die sich zum Jahreswechsel erneuern. Tatsächlich aber lassen viele Autobesitzer die Chance verstreichen, in eine günstigere Versicherung zu wechseln - weil es ihnen schlichtweg zu umständlich ist.

Mit dem Kündigungsservice im Internet Verträge loswerden

Dabei gibt es inzwischen elektronische Helferlein, die dieses Problem aus der Welt schaffen. Seit einiger Zeit dürfen Laufzeitverträge auch online oder per SMS gekündigt werden, sofern sie nicht vor Oktober 2016 abgeschlossen wurden. Matthias Emmert, ein Entwickler aus dem Rems-Murr-Kreis, hat mit kuendigung.org eine Plattform geschaffen, über die nicht nur Versicherungen, sondern auch Handyverträge, Zeitschriftenabos und Kreditkarten gekündigt werden können. Von eprimo über GEZ, Kabel Deutschland und Postbank bis hin zu Telekom und Sky sind nahezu alle großen Unternehmen vertreten.

Emmert bietet auf kuendigung.org hunderte Vorlagen an, die er zusammen mit Juristen rechtssicher formuliert hat. Anschließend kann der Brief entweder heruntergeladen und selbst verschickt werden oder per Einschreiben über die App bzw. Webseite abgesendet werden - das allerdings kostet natürlich eine Gebühr, denn Einschreiben sind bei der Deutschen Post nur gegen Aufpreis auf das Briefporto erhältlich. Diese Mehrkosten sollte man als Kunde allerdings in Kauf nehmen, denn die Quittierung beim Empfang gilt als Kündigungsnachweis, falls der Dienstleister behauptet, das Schreiben sei nicht angekommen.

Kündigungen per E-Mail haben einen Haken

Wer hingegen seine Kündigung ohne einen solchen Anbieter per E-Mail verschickt, kann im Zweifel nicht beweisen, dass diese auch wirklich angekommen ist. Dafür müsste es eine Lesebestätigung geben und die kann vom Empfänger ganz einfach deaktiviert werden oder ist manchmal schlichtweg gar nicht verfügbar. Also lieber rechtzeitig kündigen und um eine schriftliche Kündigungsbestätigung bitten (falls diese nicht kommt, vor Ablauf der Frist nachhaken) oder Dienste wie kuendigung.org nutzen.

Emmert informiert auf seiner Webseite übrigens auch über Kündigungsfristen von Arbeits- und Mietverträgen inklusive Kündigungsfristenrechner. Dass solche Verträge nicht über seine Plattform beendet werden können, liegt daran, dass sie handschriftlich unterschrieben werden müssen. Doch auch ohne diese Funktion ist kuendigung.org eine Webseite, die bereits von Zehntausenden Usern genutzt wird.

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