Die Pläne für die künftige Bebauung auf dem Areal Gleis 13 in Nürtingen stehen in der Kritik. Viel zu hoch und massig seien die Wohnhäuser geplant, heißt es.
Die Pläne für das große Wohnungsbau-Projekt Gleis 13 am Nürtinger Bahnhof stehen in der Kritik. Viel zu groß und zu hoch seien die dort vorgesehenen Baukörper, in denen 300 Wohnungen entstehen sollen, heißt es. Nun hat der Gemeinderat für eine grundlegende Überarbeitung der Pläne gestimmt.
Das soll im Rahmen eines Workshops geschehen, den auch der Gestaltungsbeirat unterstützt mit dem Ziel, die geplante Bebauung in das Umfeld zwischen Oberboihinger Straße und Bahngleise einzufügen. Anschließend sollen der städtebauliche Entwurf ergänzt und der städtebauliche Vertrag sowie der Bebauungsplan angepasst werden.
Die geplanten Wohnhäuser in Nürtingen sollen ins IBA-Netzwerk eingehen
Immerhin knüpft die Kommune an die Bebauung des innenstadtnahen Geländes hohe Erwartungen. Es war vorgesehen, das Projekt ins IBA-Netzwerk im Rahmen der Internationalen Bauausstellung 2027 in der Region Stuttgart einzubringen. Der begrenzte städtebauliche Wettbewerb, aus dem der Entwurf des Büros ARP Architektenpartnerschaft Stuttgart als Sieger hervorgegangen war, sollte einen entsprechend herausragenden städtebaulichen Wurf hervor bringen.
Das Gelände gehört einem Stuttgarter Investor, der das Grundstück, das bisher als geschotterter Parkplatz genutzt wird, mit dem Ziel gekauft hatte, dort für rund 100 Millionen Euro 300 Wohneinheiten zu bauen. Im Herbst war dazu ein 3D-Modell der Baukörper im Gemeinderat nichtöffentlich vorgestellt worden.
Auf Kritik stießen vor allem das große Volumen der Immobilie mit einer Höhe von bis zu 26 Metern. Das seien im Vergleich zu den Wohngebäuden entlang der B 313 im Neckarpark bis zu zehn Meter mehr und die Vergleichsgebäude stünden an einer viel breiteren, weil vierspurigen Straße.
300 Wohnungen sollen in Nürtingen gebaut werden
Teile des Gemeinderats sehen auch die Möglichkeit, dort 300 sozial geförderte Wohnungen auf engsten Raum zu bauen, kritisch. Vorgesehen ist die Schaffung von stadt- und bahnnahem Wohnraum für Studierende, Familien und Senioren.
Der Austausch mit dem Gestaltungsrat habe gezeigt, dass es nicht mit kleineren Korrekturen getan ist, sondern eine grundlegende Überarbeitung erforderlich sei, die die gesamte Dimension des Vorhabens betrifft, insbesondere Höhe, Breite sowie Anzahl und Art der Wohnungen. Darüber hinaus sollen das Nutzungskonzept und die Außengestaltung für eine verträgliche Bebauung in den Blick genommen und das Thema Quartiersmanager besprochen werden.
An dem Prozess werden laut Verwaltung Vertreterinnen und Vertreter des Gemeinderates, des Gestaltungsbeirates, der beteiligten Fachämter, des Vorhabenträgers sowie des Architekturbüros ARP(Wettbewerbssieger) gemeinsam an diesem Prozess mitwirken. Ziel ist es, eine sich in das Umfeld einfügende und verträgliche Bebauung zu entwickeln. Zugleich soll das weitere Verfahren abgestimmt werden, um einerseits dem Investor die notwendige Sicherheit zu geben, dass seine Investitionen nicht vergeblich sind, und andererseits dem Gemeinderat Einfluss darauf eingeräumt werden soll, was tatsächlich an dieser Stelle gebaut wird, heißt es in der Vorlage.