Nun ist der Landeplatz vor dem Bietigheimer Krankenhaus wieder deutlich zu erkennen. Nach zwei Jahren Pause landen wieder Hubschrauber dort. Foto: Werner Kuhnle

Nach zwei Jahren Pause können nun wieder Hubschrauber das Krankenhaus in Bietigheim-Bissingen (Kreis Ludwigsburg) anfliegen. Bei welchen Patienten das möglich ist.

Für 20 000 Euro haben die RKH Kliniken den Landeplatz am Krankenhaus Bietigheim ertüchtigt, damit dort nun wieder Hubschrauber landen können. „Ab sofort“, sagt RKH-Sprecher Alexander Tsongas, kann das Krankenhaus in der Großen Kreisstadt wieder angeflogen werden.

Mit regem Flugbetrieb sei aber nicht zu rechnen. Die Erlaubnis umfasst nicht die Nachtzeit. Laut Tsongas rechne man mit etwa zwei Flügen pro Monat. Warum also der ganze Aufwand? Der Landeplatz war bis Corona in Betrieb, um Patienten zu verlegen.

Seit März 2023 nicht mehr in Betrieb

Da sich die Anforderungen an Landeplätze aber gesteigert hätten, habe man den Landeplatz während der Pandemie nur mit einer Ausnahmegenehmigung des Luftfahrt-Bundesamts nutzen können. In der Zeit bis März 2023 wurden schwererkrankte, intensivpflichtige Coronapatienten so in andere Kliniken gebracht.

Rettungshubschrauber können wieder in Bietigheim landen. Foto: dpa/Daniel Karmann

Seither konnte der Landeplatz nicht mehr genutzt werden. Nun ist das aber wieder möglich. Die Luftfahrtbehörde habe ihn quasi als kleinen Landeplatz wieder genehmigt. Dazu wurde die Landefläche vor dem Krankenhaus freigemacht und unter anderem eine Windhose am Gebäude angebracht.

Nutzbar nur in Ausnahmefällen

Der Landeplatz darf nur genutzt werden, um schwere Notfälle und Intensivpatienten zu- und abverlegen zu können. Als Beispiel nennt Tsongas den Fall, dass ein Patient nach einem Unfall eingeliefert wird, seine Verletzungen sich aber als so komplex erweisen, dass die Verlegung in eine Spezialklinik notwendig ist. Dann darf das nun mit einem Hubschrauber erfolgen.

Der vor einiger Zeit gestoppte Umbau des Krankenhauses habe nichts mit der nun erfolgten Ertüchtigung des alten Landeplatzes zu tun. Selbst wenn ein neuer Landeplatz etwa auf dem Dach gebaut würde, müsste das Krankenhaus nun schon einen Landeplatz vorhalten. Dieser ist nämlich Voraussetzung für künftige Strukturprüfungen und Zertifizierungen wie die Prüfung der Notfallstufe und Zertifizierung der Notaufnahme durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung und für die Rezertifizierung als regionales Traumazentrum.

Die Landestelle in Bietigheim gilt nun als eine „Landestelle im öffentlichen Interesse (PIS)“. Diese Landeplätze sind laut Luftfahrt-Bundesamt grundsätzlich alle Hubschrauberlandestellen an Krankenhäusern, die sich in schwierigen Umgebungsbedingungen und/oder dicht besiedelten Gebieten befinden. Landestellen dieser Art gibt es etwa an den Kliniken in Schorndorf und Mühlacker. Die Ludwigsburger Klinik ist dagegen als Krankenhaus der Maximalversorgung an 365 Tagen und rund um die Uhr für die Luftrettung als Zielklinik anfliegbar.