Flickr: "Industrial night in Berlin", Matthias Ripp, CC BY 2.0, Bestimmte Rechte vorbehaltenFoto: Matthias Ripp - Matthias Ripp

In Zeiten des Klimawandels und einer neuen Mobilitätskultur verliert das Auto langsam seine Bedeutung als Statussymbol. Eine Studie gibt Aufschluss über die wechselnden Bedürfnisse und Wünsche der Millennials zum Thema Mobilität.

Im Auftrag der Ford-Werke GmbH versuchte die Zukunftsinstitut GmbH zu eruieren, was Mobilität heutzutage für die sogenannten "Millennials" bedeutet. Zur dieser Generation, häufig auch "Generation Y", "Digital Natives" oder "Jahrtausender" genannt, werden diejenigen gezählt, die um die Jahrtausendwende geboren wurden, also im Zeitraum zwischen den frühen 1980er- und den frühen 2000er-Jahren. Diese Altersgruppe ist für soziologische Studien deshalb so interessant, weil sie die erste Generation ist, die größtenteils mit mobiler Kommunikation und dem Internet aufgewachsen ist.

Bedeutung von Mobilität für Millennials

Um herauszufinden, was zum einen das Auto für die Millennials bedeutet und wie zum anderen die Zukunft der Mobilität aussehen könnte, hat das Marktforschungsinstitut YouGov 2.000 Personen in Deutschland zu dem Thema befragt. Die Stichprobe bestand aus 978 Millennials, 509 Befragten zwischen 35 und 54 Jahren sowie 513 Teilnehmern ab 55 Jahren.

Die Trendstudie zu "Millennials und Mobilität" (PDF) gibt Einblick in Kategorien wie "Future Mobility", "Autobesitz und -nutzung", "Auto als sozialer Vernetzer" oder "Carsharing". Grundsätzlich wird deutlich, dass Mobilität für die Millennials ein Grundbedürfnis ist, und sie das Auto als wichtigstes Verkehrsmittel ansehen. Zwar besitzt mehr als die Hälfte der befragten Millennials ein eigenes Auto, doch kommerzielles und privates Carsharing gewinnt immer mehr an Bedeutung.

Stellenwert des Autos

62 Prozent der Millennials nutzen an einem normalen Tag ein Auto. 56 Prozent der Jahrtausender gehen zu Fuß, 31 Prozent fahren mit dem Fahrrad. Den öffentlichen Personennahverkehr nutzen 39 Prozent, die Bahn nur 20 Prozent. Das Auto ist also nach wie vor der Inbegriff von Mobilität.

Dass das Auto auch in der Generation der Digital Natives nicht an Bedeutung verloren hat, zeigen folgende Zahlen: Über 56 Prozent besitzen ein eigenes Auto, neun Prozent sogar zwei oder mehr. Acht Prozent nutzen gemeinsam mit anderen Familienmitgliedern ein Auto, während nur 28 Prozent kein Auto besitzen. 65 Prozent nutzen das Auto mindestens an drei bis vier Tagen in der Woche.

Sharing is Caring

Deutlich zeigt sich in der Online-Befragung die Bereitschaft zum Teilen. Knapp 44 Prozent würden ihr Auto grundsätzlich teilen, sofern dies mit ihren Nutzungsgewohnheiten vereinbar ist und festgelegt ist, wer für Reparaturen oder Schäden aufkommt. Im Umkehrschluss suchen sich die Millennials allerdings auch Alternativen zum Besitz, denn 37 Prozent geben an, nicht unbedingt ein eigenes Auto besitzen zu müssen, sofern sie bei Bedarf auf ein anderes zugreifen können.

Sowohl für das Carsharing als auch für den Besitz eines eigenen Autos sprechen gute Gründe. Wer nicht täglich auf ein Auto angewiesen ist, kann sich mittels Carsharing im Bedarfsfall eines organisieren, ohne dessen Unterhalt finanzieren zu müssen. Wer ein Auto benötigt, um mobil und unabhängig zu sein, kann mit dem richtigen Versicherer und Fahrzeugmodell immerhin die laufenden Kosten senken. Die Höhe der Kfz-Versicherung richtet sich unter anderem nach dem Wohnort sowie der Regional- und Typklasse des jeweiligen Modells. Bevor man sich ein Auto anschafft, lohnt es sich daher, den Beitrag im Voraus zu berechnen.

Für die Zukunft wünschen sich die Millennials zum einen smarte Autos und zum anderen ökologisch nachhaltige mobile Lösungen. Sicherheit steht für 40 Prozent dabei an erster Stelle, 65 Prozent wollen technische Systeme, die den Verkehrsfluss optimieren und dabei helfen, schneller ans Ziel zu kommen. Zudem ist der Generation Y Nachhaltigkeit sehr wichtig: Ampelschaltungen mit individuellen Grünphasen, die Bereitstellung von Carsharing-Fahrzeugen sowie eine automatische Verkehrssteuerung in Echtzeit sollen helfen, Emissionen zu verringern und das Autofahren ökologisch nachhaltiger zu gestalten.

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