Die gute alte Zeit: Bescherung wie vor 100 Jahren. Foto: Heimatverein Rankbachtal

Gut 1000 Gäste bei der Ausstellung „Weihnachten wie es früher war“. Finale ist am Sonntag im Heimatmuseum Malmsheim.

Mit zufriedenen Gesichtern haben die Mitglieder des Heimatvereins Rankbachtal und dessen Vorsitzende Verena Weidmann-Reisser das alte Jahre beendet. Grund der Freude: Mehr als 1000 Menschen haben sich die Sonderausstellung „Weihnachten wie es früher war“ bisher angeschaut. „Besonders freut uns auch der große Zuspruch, den wir von den Besuchern bekommen haben“, sagt die Vorsitzende. Die letzte Gelegenheit zum Besuch gibt es am Sonntag, 5. Januar, von 14 bis 17 Uhr.

Kindheitserinnerungen werden wach

Und es lohnt sich: Bei „Weihnachten wie es früher war“ können die Gäste zwischen Christbäumen, Räuchermännchen und Lametta bei Waffeln und Glühwein in Erinnerungen schwelgen. Viele Ältere haben ihren Kindern und Enkeln von ihren eigenen Weihnachtserlebnissen erzählt.

Im Erdgeschoss ziert Schmuck aus 100 Jahren die Christbäume. Nach uraltem Brauch wurden die „Wintermaien“, ursprünglich immergrüne Zweige, später dann kleine Bäume, an der Decke aufgehängt und mit Äpfeln und Hostien geschmückt. Vom späten 18. bis ins 20. Jahrhundert hinein waren die sogenannten „Paradies- oder Christgärtlein“ weit verbreitet. Beim Aufstellen des Baumes wurden diese mit Stroh oder Moos ausgelegt und mit einer Krippe oder nur einigen Tierfiguren dekoriert.

Mitte des 19. Jahrhunderts begann die industrielle Fertigung gusseiserner Christbaumständer, wobei die Gießereien oft auf Ornamentalvorlagen aus der Ofenherstellung zurückgriffen. Bei der Gestaltung und Ausstattung waren der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Eine Vielzahl von Christbaumständer sind im Heimatmuseum ausgestellt.

Am Sonntag spielt das Drehorgel-Duo noch einmal Weihnachtsweisen. Foto: Heimatverein Rankbach

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hielt die Krippe Eingang in evangelische Häuser. Die ersten Formen waren „Armeleutekrippen“. Man entnahm die Figuren den Krippenausschneidbögen und schnitt sie mit den Kindern in der Adventszeit aus. So wurden sie auf das bevorstehende Fest eingestimmt und mit dem Weihnachtsgeschehen vertraut gemacht. Plastischer wurden die Figuren, wenn man sie auf Holzbrettchen aufklebte und anschließend aussägte. Eine solche Papierkrippe kostete 1890 etwa 3 Mark, das entsprach rund anderthalb Tageslöhnen eines Renninger Steinhauers.

Pitzals Krippe ist dabei

Aber auch andere Krippen sowie Weihnachtspyramiden, Nussknacker, Räuchermännchen und vieles mehr können bestaunt werden. „Natürlich darf bei einer Weihnachtsausstellung in Malmsheim die Krippe, wie Franz Pitzal sie 41 Jahre lang aufgebaut hatte, nicht fehlen“, meint die Vorsitzende Verena Weidmann-Reisser. Der mittlerweile im Ruhestand befindliche Pfarrer hat eine Krippe mit Figuren seiner früheren Krippenausstellung im Heimatmuseum aufgebaut. Auf einem Bildschirm können Fotos der früheren Renninger Krippe angeschaut werden.

Im ersten Stock sind eine Vielzahl von Puppenstuben, Puppenschulen, Puppenküchen und Kaufläden ausgestellt. Der älteste Kaufladen stammt aus dem Jahr 1900 ebenso eine alte Puppenküche, die sogar über einen Wassertank und fließend Wasser verfügt.

Großer Andrang im festlich geschmückten Heimatmuseum. Foto: Heimatverein

Mit vielen Spielsachen durften die Kinder früher nur in der Zeit von Weihnachten bis Silvester oder dem 6. Januar spielen, daher sind viele Spielsachen noch sehr gut erhalten und im zweiten Stock zu sehen. Auch am letzten Öffnungstag unterhält das Drehorgelduo mit Weihnachtsliedern.

Das Heimatmuseum Rankbachtal befindet sich in einer umgebauten Scheune im alten Ortskern von Malmsheim, in direkter Nähe zu Kirche, Rathaus und Backhaus. Die Ausstellung ist am Sonntag, 5. Januar, 14 bis 17 Uhr zu sehen. www.heimatverein-rankbachtal.de.