Karim El Azzazy im Übungsparcours in der Bewegungslandschaft des SVF. Foto: Eva Herschmann

Die neue Staffel der beliebten Fernsehshow Ninja Warrior Germany startet am Freitag. Karim El Azzazy, der Leiter der Trendsportakademie des Sportvereins Fellbach, ist bereits zum neunten Mal dabei – und spürt langsam den Druck der jüngeren Konkurrenz.

Manches ist mittlerweile zur Routine geworden. Karim El Azzazy kennt den Ablauf hinter den Kulissen der Fernseh-Actionshow Ninja Warrior Germany. Interviews, Kostümprobe und Green Box, das alles hat der 33-Jährige schon viele Male erlebt. Karim El Azzazy, der Leiter der Trendsportakademie des SV Fellbach, ist bereits zum neunten Mal bei der „stärksten Show Deutschlands“ dabei – seine Teilnahme an einer Team-Staffel und zwei Allstars-Staffeln mit eingerechnet – die an diesem Freitag in eine neue Runde geht. „Ich bewerbe mich halt immer“, sagt er mit einem Grinsen – und er wird halt immer genommen.

Der Gewinner der neunten Staffel steht fest

Längst steht fest, wer die diesjährige neunte Staffel gewonnen hat, die wieder von Laura Wontorra, Jan Köppen und Frank Buschmann moderiert wird. Die Dreharbeiten für die RTL-Show sind schon Monate her. Das Publikum sieht aber erst ab Freitag, 20.15 Uhr, die insgesamt 250 Frauen und Männer, die sich in sechs Vorrunden mit Eleganz, Kraft und Koordination durch den Parcours hangeln, schwingen, springen und balancieren. Die 13 Besten jeder Vorrunde kommen ins Halbfinale, plus die zwei besten Frauen, falls die sich nicht über die Zeit qualifizieren konnten.

Seitdem Karim El Azzazy 2017 zum ersten Mal mitgemacht hat – und es gleich bis ins Finale schaffte – hat er nur eine Staffel verpasst. „Ich hab die Sendung im vergangenen Jahr nicht ein Mal angeguckt, das hätte zu weh getan“, sagt Karim El Azzazy, der sich beim Volleyballspielen am linken Sprunggelenk verletzt hatte, was obendrein eine Operation zur Folge hatte. Ein Jahr lang dauerte die Genesung. „Ich hab sogar Kurse im Sitzen gegeben“, sagt er, „und danach musste ich das verlorene Jahr erst einmal wieder aufholen.“ Doch bei seinen aktuellen Auftritten als Ninja Warrior sei davon nichts mehr zu sehen, verrät er augenzwinkernd.

Er ist froh, dass er zurück ist. Schließlich geht es bei Ninja Warrior Germany nicht allein darum, Muskeln und Geschicklichkeit zu zeigen und alle Hürden zu überwinden. Viele der Teilnehmenden sind wie Karim El Azzazy Wiederholungstäter und längst zu einer eingeschworenen Gemeinschaft geworden. Auch Yasin El Azzazy, sein ein Jahr älterer Bruder, der für den VfL Kirchheim in der zweiten Bundesliga turnt, gehört dazu, ebenso wie der Stuttgarter Moritz Hans oder der Zirkus-Tausendsassa René Casselly.

Wenig Kontakt zum Moderationsteam

Während die Athletinnen und Athleten abseits des Parcours Zeit miteinander verbringen, beschränke sich der Kontakt zum Moderationsteam auf die Interviews. „Die haben ihren eigenen Backstage-Bereich, und wir auch.“ Nur bei der finalen After-Show-Party, zu der neben dem Produktionsteam auch immer alle Finalisten eingeladen sind, kommen alle zusammen. „Das ist schon immer ganz cool“, sagt Karim El Azzazy, der einige Male bei der Abschlussparty dabei war.

Karim El Azzazy verrät nicht, wer die diesjährige Staffel gewonnen hat, auch das gehört zum Fernsehbusiness. Schließlich sollen möglichst viele zuschauen, wenn das Kräftemessen über den Bildschirm flimmert. Doch, dass sich die Zuschauer auf viele neue Hindernisse freuen können, das darf der ehemalige Geräteturner ausplaudern. Selbst den Erfahrenen haben einige Aufgaben überrascht. Die Parcoursbauer für Deutschland und USA seien dieselben, erzählt El Azzazy. „Die erfinden jedes Jahr neue Sachen für die Show drüben, die dann auch bei uns zu sehen sind.“ Schwieriger werde es auch. Die Vorrunde und die folgenden Runden von 2017 seien mit denen in diesem Jahr nicht mehr zu vergleichen. „Das liegt aber auch daran, dass es immer mehr Trainingsmöglichkeiten und Hallen gibt, die diesen Sport anbieten – und immer mehr Junge, die ihn ausüben.“

Und der Nachwuchs sei nicht nur zahlenmäßig stark, so Karim El Azzazy. Seitdem vor zwei Jahren der Wettkampf für alle ab 16 Jahren offen ist, sei die Konkurrenz noch deutlich härter geworden. „Und die Jungen sind richtig gut, die sind schließlich mit der Sportart aufgewachsen.“ Doch einen großen Vorteil hat der Routinier ihnen gegenüber. „Für mich sind es mit jeder Staffel weniger neue Eindrücke.“ Also freut er sich, dass die Neulinge ihn aus früheren Ninja-Warrior-Staffeln kennen und hilft ihnen mit seiner Erfahrung über ihre Nervosität hinweg.

Der schwierige Koloss

Den neuen Mount Midoriyama, der aus dem acht Meter hohen Kamin, der acht Meter hohen Himmelsleiter und acht Meter Seilklettern besteht, hat noch keiner geschafft. Und insgesamt sind es weltweit gerade mal fünf Männer gewesen, die den alten 20 Meter hohen Koloss, der am Seil erklommen werden musste, bezwingen konnten. Darunter Moritz Hans und René Casselly aus Deutschland. Ob es in dieser Staffel einen deutschen Gipfelbesteiger oder wieder einmal „nur“ einen Last Man Standing gibt, auch das verrät Karim El Azzazy nicht. Nur so viel: „Mit meinem Abschneiden bin ich zufrieden, das bin ich aber immer, zumal nachdem, was im vergangenen Jahr war.“

Sicher ist, dass Karim und Yasin El Azzazy in der zweiten Vorrunde, am Freitag, 25. Oktober, im Fernsehen zu sehen sind. „Und, dass René Casselly wieder in der gleichen Vorrunde ist. Das war bisher immer so. Da mache ich mir schon keine Gedanken mehr“, sagt der 33-Jährige mit einem Grinsen.