Deutschland braucht mehr Soldaten – so die Forderung von Verteidigungsminister Pistorius Anfang Juni. Wir haben mit einigen Stuttgartern darüber gesprochen.
Verteidigungsminister Boris Pistorius sorgte Anfang Juni erneut für Diskussionen: Zwar forderte er nicht ausdrücklich die Rückkehr zur Wehrpflicht, doch sein Hinweis auf einen Bedarf von bis zu 60.000 zusätzlichen Soldaten lässt eine breite gesellschaftliche Beteiligung nahezu unvermeidlich erscheinen. Auch in der Koalition gibt es zunehmend Differenzen über eine zügige Rückkehr zur Wehrpflicht.
Aber wie steht die junge Generation heute zur Wehrpflicht? Vor allem auf der Social-Media-Plattform TikTok stößt das Konzept auf deutliche Ablehnung – die Kritik ist scharf, und Aussagen wie „nicht für diesen Staat“ sind dort keine Seltenheit.
Wir haben Menschen aus Stuttgart und Umgebung nach ihrer Meinung gefragt. Ihre Antworten zeichnen ein vielschichtiges, teils widersprüchliches Bild – zwischen Pflichtgefühl, Friedensethik und Misstrauen gegenüber Staat und System.
Ist die Wehrpflicht noch modern?
Jon Buchmüller, 19, Student aus Stuttgart, hält die Wehrpflicht für ein Relikt vergangener Zeiten. Für ihn ist die individuelle Entscheidungsfreiheit ein hohes Gut: „Jeder Mensch sollte selbst entscheiden können, wie und ob er oder sie sich gesellschaftlich engagieren möchte.“ Auch er wolle seinen Beitrag zum Gemeinwohl leisten – aber selbst entscheiden können, wo und in welcher Form. Eine Zwangsverpflichtung zur Bundeswehr lehnt er ab, ebenso aber auch eine einseitige männliche Dienstpflicht – wenn, dann müsse eine solche Regelung für alle Geschlechter gelten. Seine Antwort ist klar: Er würde sich im Fall der Wahl für den Zivildienst entscheiden, da er auf diese Weise einen positiven Beitrag zur Gesellschaft leisten kann, ohne seine ethischen Grundsätze zu kompromittieren.
Seine Ablehnung gegenüber dem Konzept der Wehrpflicht habe nichts mit der Bundeswehr selbst zu tun. Sein Augenmerk richtet sich aber auch auf die Beziehung zwischen Staat und Jugend: Dass viele Gleichaltrige „nicht für diesen Staat“ dienen wollen – eine häufig auf der Plattform TikTok getroffene Aussage - interpretiert er als Warnsignal für mangelnde Partizipation. Die Politik, so sein Appell, solle junge Menschen nicht bevormunden, sondern ihnen echte Mitbestimmungsmöglichkeiten eröffnen. Zwang erzeuge weder Loyalität noch ernsthaftes Engagement; Vertrauen entstehe erst, wenn Freiräume vorhanden seien und Verantwortung freiwillig übernommen werden kann.
„Die Wehrpflicht ist wie das Immunsystem“
Ganz anders sieht das Ibrahim Demirel, 43, IT-Unternehmer mit baldiger deutscher Staatsbürgerschaft. Für ihn ist die Wehrpflicht eine fundamentale Säule demokratischer Selbstverteidigung: „Die Wehrpflicht ist wie das Immunsystem im Körper eines Menschen“, erklärt er. „Wie der menschliche Körper eine aktive Immunabwehr braucht, braucht unsere Demokratie eine aktive Wehrpflicht.“
Demirel betont, dass ein wehrfähiger Staat nicht nur in kriegerischen Zeiten, sondern auch bei Naturkatastrophen und anderen zivilen Krisensituationen unverzichtbar ist: „Ein gut ausgebildetes Heer kann schnell Hilfe leisten, wenn zivile Kräfte überfordert sind.“ Für ihn ist Wehrdienst nicht als Zwang zu verstehen, sondern als Ausdruck von Verantwortung und Solidarität gegenüber der Gemeinschaft. „Alle profitieren von Sicherheit – also sollten auch alle einen Beitrag leisten können, zum Beispiel durch Wehrdienst oder Zivildienst“, so Demirel.
Es gehe um freie demokratische Ordnung und Existenz
Er selbst beabsichtigt, sobald er die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, seinen Dienst zu leisten: „Wehrdienst steht für alles, woran wir glauben und wofür wir gerade stehen: Demokratie, Freiheit, Meinungsfreiheit.“ Für ihn ist es selbstverständlich, dass der Wehrdienst für alle verpflichtend sein sollte – unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder sozialem Status.
Menschen, die den Waffengebrauch ablehnen, respektiert er ausdrücklich und sieht es als ihre freie Entscheidung an, auf andere Weise ihren Beitrag zu leisten. Gleichzeitig hält er die oft geäußerte Haltung „nicht für diesen Staat“ dienen zu wollen, für „lächerlich“. „Es geht nicht um die Regierung oder Politiker, die im Moment im Bundestag sitzen“, erklärt Demirel, „sondern um Werte, die uns als Gemeinschaft in der Bundesrepublik Deutschland verbinden.“ Diese Werte zu schützen, sei die Aufgabe jedes Einzelnen. „Egal welchen Glauben man hat oder welche Herkunft man besitzt, es geht hier um unsere freie demokratische Ordnung und Existenz.“
Er warnt eindringlich davor, die Bedeutung dieser Werte zu unterschätzen: „Viele junge Menschen halten diese Werte für selbstverständlich und denken, dass Kriege wie ein Spiel im Videospiel ablaufen. Sie wissen nicht, dass genau diese Fehlhaltung am Ende den Verlust all dieser Werte bedeuten kann.“
„Wir brauchen eine bessere Bundeswehr – wegen unserer Werte“
Alwin Maigler, 29, freischaffender Fotograf und Künstler aus Stuttgart, bringt eine leidenschaftliche und zugleich vielschichtige Sichtweise in die Wehrpflichtdebatte ein. Obwohl er sich selbst als „links-grünen Gutmenschen“ beschreibt, spricht er sich klar für eine moderne, verpflichtende Form des gesellschaftlichen Dienstes aus – im besten Fall eingebettet in ein europäisches Verteidigungskonzept. Auslandseinsätze oder militärische Interventionen lehnt er ab; eine defensive, demokratisch kontrollierte Bundeswehr hingegen hält er für notwendig. „Wir brauchen eine bessere Bundeswehr – nicht trotz, sondern gerade wegen unserer demokratischen Werte“, betont er.
Maigler ist politisch sozialisiert in einem Milieu, das traditionell kritisch gegenüber Militär und Staat war – inspiriert von den „langhaarigen Wehrdienstverweigerern“ der 1970er-Jahre, wie er es nennt. Doch angesichts aktueller geopolitischer Bedrohungen – dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, autoritären Regimen wie in Russland und der Unsicherheit durch die Trump-Rückkehr – hat sich sein Blick gewandelt. „Putin bedroht unsere Werte. Trump gefährdet unser Bündnis. Europa muss unabhängiger und wehrhafter werden.“
Junge Menschen sollen Verantwortung übernehmen
Der Begriff Wehrpflicht bedeutet für Maigler nicht, dass alle an der Waffe dienen müssen. Vielmehr geht es ihm um einen Beitrag zur Gesellschaft – entsprechend den individuellen Fähigkeiten. Als Fotograf könne er sich etwa in der Kommunikations- oder Aufklärungsarbeit einbringen, vielleicht sogar als Drohnenpilot, sagt er. Entscheidend sei, dass junge Menschen lernen, Verantwortung zu übernehmen – ob zivil oder militärisch. „Ich würde gern eine Ausbildung bekommen, die zu meinen Fähigkeiten passt und mir hilft, im Ernstfall etwas Sinnvolles beizutragen.“
In seinem Verständnis ist Verteidigungsbereitschaft kein Widerspruch zu liberalen, pazifistischen oder queeren Werten – sondern deren Voraussetzung. Freiheit, Meinungsvielfalt, Wahlrecht, sexuelle Selbstbestimmung: Für all das müsse man notfalls einstehen können. „Wer glaubt, dass man Freiheit ohne Verantwortung bekommt, verkennt die Realität.“
Für Deutschland dankbar sein
Scharfe Kritik äußert Maigler an der verbreiteten Haltung unter jungen Menschen, Deutschland sei es „nicht wert“, verteidigt zu werden. Für ihn ist diese Einstellung „weltfremd, illusioniert und unverantwortlich“. Er verweist auf seine Erfahrungen als Reisender und betont das Privileg, mit einem deutschen Pass fast überallhin reisen zu können. „Deutschland ist ein großartiges Land. Wir sollten dafür dankbar sein – ohne naiv oder unkritisch zu werden.“
Zugleich sieht er Reformbedarf: Eine akzeptierte Bundeswehr müsse sich klar gegen rechte Tendenzen abgrenzen und ein neues, offenes Selbstbild entwickeln. „Das linksliberale Milieu hat sich zu lange aus dieser Debatte herausgehalten“, sagt er selbstkritisch. Jetzt sei es Zeit, das Bild der Bundeswehr aktiv mitzugestalten – diverser, reflektierter, demokratischer.
Für Maigler ist klar: Wenn ein Pflichtdienst kommt, dann bitte für alle Geschlechter. „Man denke nur an die kurdischen Freiheitskämpferinnen!“ Entscheidend sei nicht das Geschlecht, sondern die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.
Sein Appell: Demokratie sei nie selbstverständlich. Sie müsse geschützt werden – nicht nur mit Worten, sondern im Zweifel auch mit Taten.
„Krieg darf kein Geschäftsmodell sein“
Süleyman Herrmann, 28, Maschinenbau-Masterstudent aus Esslingen, blickt differenziert auf die Frage nach der Wehrpflicht. Für ihn liegt in einem verpflichtenden gesellschaftlichen Dienst durchaus ein Potenzial – etwa zur Stärkung des Gemeinschaftsgefühls und zur Förderung von Verantwortung unter jungen Menschen. Doch eine Rückkehr zur Wehrpflicht macht aus seiner Sicht nur dann Sinn, wenn sie modern, gerecht und vielseitig ausgestaltet ist. „Es darf keine rein militärische Pflicht entstehen“, sagt er. Zivildienst, soziale Arbeit oder Katastrophenschutz müssten gleichwertig berücksichtigt und anerkannt werden.
Herrmann warnt davor, den Blick für die realen Ursachen vieler moderner Kriege zu verlieren. Als angehender Ingenieur beobachtet er die wirtschaftlichen Dynamiken hinter militärischen Konflikten besonders aufmerksam – und mit wachsender Sorge: „Viele Kriege werden nicht mehr zur Verteidigung geführt, sondern aus wirtschaftlichen Interessen.“ Während weite Teile der Wirtschaft unter den Folgen solcher Konflikte litten, erlebe die Rüstungsindustrie regelrechte Wachstumsphasen. „Krieg darf kein Geschäftsmodell sein“, betont er entschieden – und stellt damit den moralischen Anspruch, den viele Staaten für sich reklamieren, grundlegend in Frage.
Der zivile Dienst steht weit oben in der Debatte
Ein Dienst an der Waffe kommt für ihn persönlich nicht in Frage. Stattdessen würde er einen zivilen Dienst wählen – dort, wo Hilfe unmittelbar gebraucht wird: in sozialen Einrichtungen, im Tier- oder Umweltschutz, in Krankenhäusern. Für Herrmann liegt der Wert eines gesellschaftlichen Dienstes nicht in Disziplin oder militärischer Effizienz, sondern im menschlichen Miteinander, in Solidarität und im direkten Nutzen für andere. Auch eine Zivildienstpflicht sieht er kritisch, aber weniger ablehnend – vorausgesetzt, sie wird fair organisiert und wertschätzend gestaltet.
Auf die Debatte um Geschlechtergerechtigkeit im Kontext der Wehrpflicht antwortet er klar: Wenn überhaupt ein verpflichtender Dienst eingeführt werde, dann müsse dieser für alle Geschlechter gleichermaßen gelten. Alles andere sei mit heutigen Gleichstellungsansprüchen nicht vereinbar. Entscheidend seien individuelle Eignung und Motivation – nicht Geschlecht oder stereotype Rollenbilder.
Der Wunsch nach Reformen ist groß
Trotz seiner Kritik an politischen und militärischen Strukturen grenzt sich Herrmann von pauschaler Staatsablehnung ab. Er versteht, warum viele junge Menschen nicht „für diesen Staat“ in den Dienst wollen – angesichts von Intransparenz, fehlender Mitbestimmung und Politik ohne langfristige Perspektive. Dennoch plädiert er für eine Differenzierung: zwischen einer kritikwürdigen Regierung und dem Staat als Idee einer gemeinsamen Ordnung. „Ich würde nicht gegen diesen Staat handeln wollen – aber ich wünsche mir Reformen, die Beteiligung ermöglichen und Vertrauen stärken.“
Herrmann fordert, die Diskussion über die Wehrpflicht aus ihrer militärischen Enge zu lösen. Es gehe nicht nur um Verteidigung, sondern um gesellschaftliches Miteinander, Bildung, soziale Gerechtigkeit und echte Mitgestaltungsmöglichkeiten für junge Menschen. „Wenn wir über Pflichtdienste reden, sollten wir gleichzeitig über Bildung, soziale Gerechtigkeit und echte Mitgestaltungsmöglichkeiten für junge Menschen sprechen. Dann kann ein solcher Dienst auch sinnvoll sein – als Beitrag zur Gemeinschaft, nicht als stumpfe Verpflichtung.“
„Wer auch immer an der Front steht, wird kein reicher Milliardärs-Erbe sein“
Dennis Landgraf, 24, ehrenamtlich engagiert und auf Ausbildungsplatzsuche, lehnt die Wehrpflicht strikt ab – und zwar aus einer tief verankerten ethisch-systemischen Perspektive. Für ihn ist die Vorstellung, junge, gesunde Menschen „für die Interessen eines Staates“ in potenzielle Kriege zu schicken, nicht nur falsch, sondern zutiefst unmenschlich. „Die meisten Menschen wollen nicht kämpfen, das gilt für alle Armeen“, sagt er. Für Landgraf ist die Wehrpflicht ein Relikt aus einer Zeit, in der Menschenleben weniger zählten als Machtinteressen – ein „schreckliches Instrument“, das in einer gerechten Gesellschaft keinen Platz haben sollte.
Zentrale Werte wie Gleichheit, Frieden und Gerechtigkeit sieht er in Deutschland derzeit nicht ausreichend verwirklicht. Ein Dienst an der Waffe wäre für ihn nur denkbar, wenn es darum ginge, eine Gesellschaft zu verteidigen, die sich tatsächlich für soziale Gerechtigkeit, Klima- und Tierschutz sowie kulturelle Vielfalt einsetzt. Davon sei man jedoch weit entfernt: „Solange wir feudale Zustände haben, in denen Geld die Welt regiert, trennt mich sehr viel weniger von dem Soldaten auf der Gegenseite als vom Befehlsgeber auf der eigenen.“
Jugendliche dürfen nicht als Lückenfüller dienen
Auch die Debatte um die Ausweitung der Wehrpflicht auf alle Geschlechter betrachtet er kritisch – nicht, weil er Frauen „verschonen“ möchte, sondern weil der gesamte Diskurs für ihn am eigentlichen Kern vorbeigeht. „Wenn nur Männer für ihr Land sterben sollen, ist das keine Geschlechtergerechtigkeit, sondern ein Rückfall in faschistoide Narrative.“ Den Grundkonflikt sieht er nicht zwischen den Geschlechtern, sondern zwischen Machterhalt und echter politischer Verantwortung.
Die Vorstellung, sich im sozialen Bereich zu engagieren, spricht ihn durchaus an – unter klaren Bedingungen. Einen Zwangsdienst, ob zivil oder militärisch, lehnt er jedoch konsequent ab. Jugendliche sollten nicht als Lückenfüller in einem schlecht funktionierenden Sozialsystem herhalten. „Ich wünschte, ich hätte diese Möglichkeit früher gekannt“, sagt er über Zivildienstoptionen im Tier- oder Naturschutz. Freiwilligkeit sei der entscheidende Maßstab – alles andere sei Ausbeutung unter dem Deckmantel des Gemeinwohls.
Offene Klassenfrage stellt keine moralische Grundlage dar
Politisch ist sein Urteil deutlich: Ein Staat, der Menschenrechte relativiert, Klimaziele ignoriert und soziale Ungleichheit verschärft, habe kein Recht, junge Menschen zum Dienst zu verpflichten. „Wer auch immer am Ende für Deutschland an der Front steht, wird kein reicher Milliardärs-Erbe sein.“ Solange diese Klassenfrage nicht offen angesprochen werde, sieht er keine moralische Grundlage für eine Wehrpflicht – weder direkt noch durch die Hintertür.
Seine Kritik richtet sich auch an die mediale und außenpolitische Doppelmoral: Während Konflikte wie in der Ukraine prominent und zugespitzt dargestellt werden, blieben andere – etwa im Sudan, Kaschmir oder Kongo – nahezu unsichtbar. Für Landgraf ist klar: Solange geopolitische Interessen das moralische Handeln dominieren, ist jede Form des Wehrdienstes eine Gefährdung – nicht nur für das Leben der Einzelnen, sondern für die Idee von echter Solidarität.
Wehrpflicht für alle – auch für Frauen?
Ein bemerkenswerter Konsens zieht sich durch alle Interviews: Wenn es eine Dienstpflicht geben soll, dann bitte für alle Geschlechter. Die Idee, Frauen weiterhin auszuschließen – sei es aus traditionellen Rollenbildern oder mit Verweis auf unbezahlte Care-Arbeit – halten alle Befragten für rückwärtsgewandt oder gar diskriminierend.
Pflicht oder Privileg – was bleibt von der Wehrpflicht-Debatte?
Was sich schlussendlich auch aus den Gesprächen herauskristallisiert, ist die Komplexität der Debatte. Die gesellschaftliche Haltung zur Wehrpflicht ist uneinheitlich und vielschichtig. Persönliche Werte, politische Überzeugungen und das Vertrauen in staatliche Strukturen prägen die Sichtweisen der Befragten deutlich. Während manche die Wehrpflicht als Ausdruck demokratischer Verantwortung verstehen, lehnen andere sie entschieden ab – aus ethischen, politischen oder systemkritischen Gründen.
Aus den Gesprächen wird deutlich, dass die Vorstellung einer verpflichtenden Dienstzeit sich grundlegend verändern muss, wenn sie überhaupt gesellschaftliche Akzeptanz finden soll. Eine bloße Reaktivierung früherer Strukturen stößt auf breite Skepsis. Viele Gesprächspartner sprechen sich stattdessen für freiwillige oder breit gefächerte Modelle gesellschaftlichen Engagements aus – etwa im sozialen, technischen oder zivilen Bereich. Der Wunsch nach Gleichbehandlung aller Geschlechter sowie nach demokratischer Kontrolle und Transparenz zieht sich dabei durch viele Positionen.