Viel Aufregung beim Oberligaduell SGV Freiberg gegen TSG Backnang, ein SSV Reutlingen auf Talfahrt und ein ehemaliger Goldmedaillengewinner, der in der Landesliga einsteigt – wir präsentieren Neuigkeiten aus dem Amateurbereich in Splitterform.
Oberligist SSV Reutlingen hat die Trainerfrage für die neue Saison geklärt: U-17-Trainer Albert Lennerth (49) und U-19-Coach Maik Stingel (29) werden sich die Nachfolge von Maik Schütt teilen, der aus persönlichen Gründen aufhört. In welcher Liga das Duo den abstiegsbedrohten Traditionsclub coachen wird, ist nach dem 0:3 bei den SF Dorfmerkingen offener denn je. Schütt war jedenfalls restlos bedient: „Wir haben in 90 Minuten einmal, ich wiederhole ein einziges Mal aufs Tor geschossen, das sagt alles, so kann man nicht punkten, wir haben es nicht hinbekommen, den Willen, den Einsatz und die Leidenschaft aufs Feld zu bringen. Es war in allen Bereichen zu wenig.“ SFD-Coach Helmut Dietterle zeigte sich dagegen rundum zufrieden: „Wir haben gut gespielt, und der SSV hatte nicht seinen besten Tag. Der Sieg war absolut verdient.“
Oberligist FSV 08 Bietigheim-Bissingen ist nach dem 1:0 gegen den Freiburger FC weiter auf dem Weg nach oben: „Der spielerisch starke Gegner hat uns alles abverlangt. Wichtig war, dass wird unsere Defensive stabilisiert bekommen haben und zum zweiten Mal in hintereinander zu Null gespielt haben“, sagte Bissingens Sportlicher Leiter Oliver Dense.
Werner lobt die Mentalität
Oberliga-Spitzenreiter SGV Freiberg rettete durch das Tor von Abwehrhüne Michael Zant (früher Türkgücü München) drei Minuten vor Schluss ein 1:1 gegen die TSG Backnang. SGV-Verteidiger Yannick Thermann war schon nach 20 Minuten nach einem groben Foulspiel vom Platz geflogen. „Der komplette Plan war dadurch über den Haufen geworfen, das Spiel war ein Muster ohne Wert“, sagte SGV-Sportdirektor Christian Werner, der sein Team lobte: „Wenn man 70 Minuten in Unterzahl spielt, dann noch 0:1 in Rückstand gerät und am Ende deutlich näher am Sieg ist, dann muss ich den Hut ziehen für die extreme Mentalität.“ Den Zweikampf um den Direktaufstieg mit den derzeit drei Punkte und 22 Treffer schlechteren Stuttgarter Kickers sieht er gelassen: „Der Blick in die Ferne bringt vielleicht etwas am drittletzten Spieltag, aber aktuell nicht. Es sind noch 39 Punkte zu vergeben.“
Lesen Sie aus unserem Plus-Angebot: Wenn die Passion zum Absturz führt – an den Beispielen SSV Reutlingen, TSF Ditzingen, FC Marbach
Die TSG Backnang war mit dem Auftritt beim Aufstiegskandidaten sehr zufrieden: „Unsere Mannschaft hat sich den Punkt redlich verdient, da sie nicht nur spielerisch, sondern auch gegen die physisch sehr starken Freiberger dagegen gehalten hat“, sagte Sportvorstand Marc Erdmann. „Unsere junge Mannschaft hat sich nicht den Schneid abkaufen lassen und sich auch durch die sehr intensive Zweikampfführung und die aufkommende aufgeheizte Stimmung nicht beeindrucken lassen. Für die Leistung gegen eine unter Profibedingungen arbeitende Mannschaft ziehe ich den Hut.“
Bei Backnang ist noch keine Entscheidung gefallen, wer die Nachfolge von Spielertrainer Mario Marinic antritt. Der 37-Jährige selbst wird weiterhin beim Verbandsligisten SV Fellbach hoch gehandelt.
Regionalligist VfR Aalen schwebt in Abstiegsgefahr. Das 1:2 gegen den direkten Konkurrenten VfB Stuttgart II war bereits das achte sieglose Spiel hintereinander. Zuletzt siegte das Team von der Ostalb am 27. November mit 4:3 gegen den damaligen Tabellenführer FSV Mainz 05 II und rangierte auf Tabellenplatz acht. Inzwischen ist die Geduld der Fans vorbei. Minutenlang diskutierten die VfR-Profis nach dem Abpfiff gegen den VfB mit den Anhängern, die der Mannschaft schwere Vorwürfe machten. „Ich kann den Frust und Ärger der Fans verstehen“, sagt Trainer Christian Demirtas. Den Vorwurf der fehlenden Leidenschaft wollte er aber nicht gelten lassen: „Von der Einstellung und Laufbereitschaft kann ich der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Anders als in Großaspach hat sie diesmal ein tolles Spiel abgeliefert. Sie wurde nur nicht belohnt“, sagte der Trainer.
Lesen Sie aus unserem Plus-Angebot: David Braig: „Vor 8000 Zuschauern gegen Ulm – das wär’s“
Der VfR Aalen hat den Vertrag mit Torwart-Trainer Tobias Linse (2011 bis 2015 bei den Stuttgarter Kickers) über den Sommer hinaus verlängert.
Regionalligist SG Sonnenhof Großaspach hat beim 1. FC Gießen mit 1:3 verloren. Nach einer Roten Karte für Jonas Brändle nach einer Notbremse musste das Team von Trainer Hans-Jürgen Boysen 63 Minuten lang in Unterzahl spielen. Kommenden Samstag (14 Uhr) geht es für die SG gegen den Tabellenzweiten TSV Steinbach Haiger.
Gröbner in der Landesliga aktiv
Wilfried Gröbner war von 1990 bis 2005 mit einer eineinhalbjährigen Unterbrechung beim SSV Reutlingen in verschiedenen Positionen tätig. Nun steigt der 72-Jährige bei Landesligist Young Boys Reutlingen ein – als Scout und Spiele-Beobachter. Der in Mägerkingen wohnende Gröbner hatte 1976 in Montreal als Abwehrspieler mit der DDR die olympische Gold-Medaille gewonnen.
Beim Landesligisten SV 03 Tübingen löst am Saisonende Co-Trainer Jürgen Mössmer Steven Trevallion als Cheftrainer ab. Mössmer war nach der Jugendzeit beim SSV Reutlingen in seiner aktiven Karriere Profi bei Eintracht Frankfurt, dem VfR Aalen, dem 1. FC Nürnberg und bei Young Boys Bern.
Landesligist FV Löchgau und Trainer Thomas Herbst haben die gemeinsame Zusammenarbeit über diesen Sommer hinaus verlängert. Herbst hatte die Mannschaft nach der Meisterschaft 2016 von Aufstiegstrainer Evangelos Sbonias (aktuell SGV Freiberg) übernommen.
Unter Interimstrainer Simon Köpf (früher Stuttgarter Kickers) hat Verbandsligist TSV Essingen den ersten Sieg eingefahren: Gegen den VfL Sindelfingen gab es ein 2:0.