Der 33-jährige Linken-Stadtrat Christoph Ozasek will Martin Schairer (CDU) als Ordnungsbürgermeister beerben. Foto: Lichtgut/Oliver Willikonsky

Konkurrenz für den Kandidaten der Freien Wähler: Auch die achtköpfige Linksfraktion im Rathaus will den künftigen Ordnungsbürgermeister in Stuttgart stellen. Doch ob der Linken-Stadtrat Christoph Ozasek überhaupt Anspruch auf den Posten anmelden kann, ist nach der Gemeindeordnung fraglich.

Stuttgart - Die Linksfraktion im Stuttgarter Rathaus will den Linken-Stadtrat und Fraktionschef seiner Partei in der Regionalversammlung, Christoph Ozasek, für das Amt des Bürgermeisters für Sicherheit, Ordnung und Sport ins Rennen schicken. Der 33-Jährige soll Nachfolger des Amtsinhabers Martin Schairer (CDU) werden, der im Oktober in den Ruhestand tritt. Anspruch auf den Posten haben auch die Freien Wähler erhoben: Die vierköpfige Fraktion nominierte im Mai den Trossinger Bürgermeister Clemens Maier.

Fraktionssprecher Hannes Rockenbauch lobte Ozaseks Qualifikation: Er verfüge über mehr als zehnjährige politische Erfahrung in Stuttgart und der Region und stehe für die Stärkung der vielfältigen und offenen Stadtgesellschaft, für soziale Gerechtigkeit, eine klima- und generationengerechte Stadtentwicklung und urbane Stadtmobilität.

Anspruch der Linksfraktion auf den Beigeordnetenposten ist fraglich

Der 33-jährige Politik- und Sozialwissenschaftler selbst möchte mit einem 10-Punkte-Programm frischen Wind ins Ordnungsreferat bringen. So will er mit Blick auf die jüngsten gewalttätigen Ausschreitungen in Stuttgart unter anderem eine sozial integrative Strategie zur Gewaltprävention entwickeln, die auf mehr Sozialarbeit und City-Streetwork-Projekte setzt.

Ob das achtköpfige Linksbündnis, das sich aus SÖS, Linken, Piraten und Tierschutzpartei zusammensetzt, allerdings Anspruch auf den Bürgermeisterposten erheben kann, ist fraglich. Laut Gemeindeordnung steht dies nur Parteien und Wählervereinigungen, nicht aber aus kleinen Gruppen zusammengesetzte Fraktionsgemeinschaften zu. Rockenbauch hält aber an dem Anspruch fest: „Auf der Bürgermeisterbank müssen sich auch Wählerhaltungen widerspiegeln.“

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