Das Plochinger Bauhofgelände soll weiterentwickelt werden – zum Wohle der Mitarbeiter und der Energiebilanz. Bis es soweit ist, werden aber womöglich noch Jahre vergehen.
Bislang ist er eine der „Energieschleudern“ der Stadt. Außerdem verfügt der Plochinger Bauhof über „keinen Vesperraum, in den alle reinpassen“, wie der Bauhofleiter Christian Sachs berichtet. Und ein Umkleidebereich für Frauen fehlt ebenfalls, obwohl man durchaus offen für Mitarbeiterinnen wäre. Über die Weiterentwicklung des Bauhofs hat der Gemeinderat denn auch 2020 schon gesprochen.
Dann wurde aber zunächst ein neues Betriebsgebäude für die Stadtwerke gebaut, die bis dahin ebenfalls auf dem Gelände des Bauhofs untergebracht waren. Als sie ihren Neubau Ende 2023 bezogen, wurde auf dem Areal des Bauhofs Fläche frei – und die Überlegungen begannen wieder.
Als der Architekt Wilfried Straka die beiden langen Hallengebäude, von den Planern Ost- und Westspange genannt, untersuchte, erwies sich deren Bausubstanz als überraschend gut. Zudem kam er zu dem Schluss, dass der Bauhof auf den vorhandenen Flächen, wenn sie neu geordnet werden, alles Notwendige unterbringen könne.
Trotzdem blieben im Ausschuss für Bauen, Technik und Umwelt des Gemeinderats noch einige Fragen offen. Unstrittig ist, dass das bestehende Wohngebäude abgerissen wird, sein bereits renoviertes Untergeschoss allerdings erhalten bleibt. Darauf soll ein neues, modernes Büro- und Sozialgebäude entstehen. Die Ost- und die Westspange, bestehend aus verschiedenen Hallen, Lagern und Werkstätten, würden umstrukturiert, sodass es nur noch einen Bereich gibt, der gedämmt und leicht beheizt wird. Der Großteil der Fläche würde aus „Kalthallen“ besteht. Das wäre ein wichtiger Schritt zu einer besseren Energiebilanz, die beim Bauhof bisher eher traurig aussieht, wie der Bürgermeister Frank Buß feststellte.
Die Dächer müssen renoviert werden
Renovierungsbedarf sehen Architekt und Bauamt bei den Dächern der beider Hallen – wie schnell das akut werde, könne man nicht sagen, so Joachim Kohler vom Verbandsbauamt. Für sinnvoll halte man, die Dächer dann auch gleich aufzustocken, damit mehr Platz für Lagerflächen ist. Nach der Erneuerung könnte auch Photovoltaik (PV) auf dem Dach installiert werden.
Die Stadtverwaltung sprach sich für den schrittweisen Umbau im laufenden Betrieb aus, beginnend mit dem Neubau und der Dachsanierung samt PV-Anlage für die Ostspange. Dafür setzen die Planer insgesamt rund 1,45 Millionen Euro an Kosten an. Aber die Ratsmitglieder hatten Fragen: Wäre es nicht günstiger, die Dächer gleich komplett zu machen? Zumal die Entsorgung von asbesthaltigem Material, das hier anfallen wird, immer teurer werde, worauf Thomas Fischle (SPD) hinwies. Mit welchen Kosten müsse man für das zweite, in der Berechnung noch nicht enthaltene Dach rechnen?
Es sind noch einige Fragen offen
Ralf Schmidgall (CDU) sprach zudem den Neubau einer „Kalthalle in Funktionalbauweise“ mit Stahlträgern an, den seine Fraktion schon bei der ersten Beratung vor Jahren vorgeschlagen habe. Das wäre eine Alternative zur Renovierung, die die Planer eher skeptisch sahen: Solche Hallen seien zwar in eingeschossiger Bauweise günstig zu haben, aber mit zwei Geschossen und auf dem stark abgestuften Bauhofgelände werde es schwierig. Außerdem fürchtete der Bauhofleiter, dass ein Neubau kaum im laufenden Betrieb zu stemmen wäre.
Trotzdem sollen diese Fragen vor einem endgültigen Beschluss geklärt werden. Klar ist, dass sich die Sache ohnehin noch hinziehen wird, denn das im aktuellen Doppelhaushalt 2024/25 eingestellte Geld – rund 550 000 Euro – wird für nicht viel mehr als die Planung reichen. Alles weitere muss im nächsten Haushaltsplan oder noch später vorgesehen werden.