Martin Schmid prägt die Städtepartnerschaften von Korntal-Münchingen seit Jahrzehnten. Für sein Engagement wurde er nun mit der Ehrennadel ausgezeichnet.
Wenn man in Korntal-Münchingen, im französischen Mirande oder im belgischen Tubize über Städtepartnerschaften spricht, fällt sein Name fast automatisch: Martin Schmid. Für sein jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement unter anderem im Partnerschaftskomitee hat ihm an diesem Wochenende Bürgermeister Alexander Noak die Ehrennadel der Stadt Korntal-Münchingen verliehen.
Das Besondere: Beim Neujahrsempfanges war das ein Programmpunkt, der so noch nie stattgefunden hat.
Ist dieser Mann ein Präsident?
Rührende Worte fand Diana Jäger-Hein als Vertreterin des Städtepartnerschaftskomitees: „Du, lieber Martin, zeichnest dich in Bezug auf die Ringpartnerschaft nicht nur durch deine sehr lange Beteiligung aus, nein, du repräsentierst und präsentierst diese. Dein Herz schlägt für die Jumelage und es gibt kaum eine Veranstaltung, die nicht schon mal von dir mitbegleitet oder wenigstens mit vorbereitet wurde.“ Oft sei man gefragt worden: „Martin, est-ce qu´il est le président du comité de jumelage?“ Ob Martin der Präsident des Partnerschaftskomitees sei. Die Antwort darauf habe stets gelautet, dass es in Korntal-Münchingen keinen Präsidenten gäbe wie in andere Partnerstädten, sondern allein Mitglieder im Partnerschaftskomitee gäbe. Doch Martin Schmid sei weit mehr als „nur“ ein Mitglied. „Du bist eines der Gesichter der Städtepartnerschaften, kennst viele Leute in Mirande und Tubize seit vielen, vielen Jahren und hast das Ohr stets dort, wo es die augenblickliche Stimmung braucht, um manche Entwicklungen besser zu verstehen“, sagte Jäger-Hein.
Bewegende Grüße aus Belgien und Frankreich
Sie erinnerte an legendäre Partnerschaftsbälle, Weihnachtsmärkte, jährliche Arbeitssitzungen, Jubiläen wie zuletzt das 60-jährige, an die Busfahrten nach Mirande mit Rotwein und nächtlichen Pausen mit Blick auf Carcassonne. Oder an einen spontanen Besuch in Tubize mit dem damaligen Bürgermeister Peter Stritzelberger, um Differenzen bei einem Glas Bier auszuräumen. Bewegende Botschaften kamen aus Belgien und Frankreich. So schickte der ehemalige Bürgermeister von Tubize, Michel Januth, einige Worte an einen besonderen Freund: „Diese Ehrenmedaille der Stadt Korntal-Münchingen ist nicht nur Belohnung für dein unerschütterliches Engagement, sondern auch eine Anerkennung deiner Freundlichkeit, deiner Initiative und deines Einsatzes für die Städtepartnerschaft zwischen Tubize, Mirande und Korntal-Münchingen.“
Auch der amtierende Bürgermeister von Mirande, Patrick Fanton, schickte Grüße. „Ich freue mich, dass du neben der Medaille von Mirande nun auch die Ehrenmedaille der Stadt Korntal-Münchingen für dein Engagement für die Städtepartnerschaften erhalten wirst. Ich weiß, dass du deiner Krankheit mit Mut begegnest und wünsche dir alles Gute für deine Genesung.“
Großer ehrenamtlicher Einsatz auch bei KoMüKa
Und wie reagierte der 76-jährige Martin Schmid, der politisch bei den Freien Wählern aktiv ist, auf die hohe Auszeichnung? „Ich hab‘ mich saumäßig gefreut.“ Schon im vergangenen Jahr, als er die Ehrenmedaille aus Mirande überreicht bekam, sei er so überrascht gewesen, „dass ich kein Wort herausbekommen habe“. Weiteres ehrenamtliches Engagement leistet Martin Schmid, der früher in der Finanzverwaltung arbeitete, seit fast 20 Jahren beim kulturellen Talentwettbewerb KoMüKa - die Abkürzung der drei Stadtteile Korntal, Münchingen und Kallenberg. Seit 2017 ist er Vorsitzender des Vereins.
Und selbstverständlich richtete auch Korntal-Münchingens Bürgermeister Alexander Noak dankende Worte an Martin Schmid für dessen jahrzehntelanges Wirken im Dienst der Gemeinschaft: „Sie sind ein Mensch, der mit großem persönlichem Einsatz dazu beiträgt, Menschen zusammenzubringen und kulturelle Vielfalt zu fördern. Sie sind ein Brückenbauer in unserer Stadt und nach Mirande und Tubize.“
Zähneknirschend zu guten Kompromissen
In seiner Rede beim Neujahrsempfang – eingeladen waren Vertreter von Kirchen und Glaubensgemeinschaften, Vereinen und Institutionen und der Wirtschaft sowie Mitglieder der Blaulichtorganisationen, Gemeinderäte und auch Mitglieder der Verwaltung – erinnerte Bürgermeister Alexander Noak an das zurückliegende Jubiläumsjahr „50 Jahre Korntal-Münchingen“. Zahlreiche dezentrale Veranstaltungen seien in allen Stadtteilen gefeiert worden und durch das Engagement von Vereinen und Ehrenamtlichen geprägt gewesen. Er machte deutlich, dass das Jahr – wie auch Projekte der Vergangenheit – das Ergebnis tragfähiger Kompromisse gewesen sei. „Viele der im Gemeinderat getroffenen Entscheidungen kamen teils nur mit großem Zähneknirschen zustande.“
Zugleich blickte Noak nach vorn: Angesichts angespannter Finanzen stünden wichtige Vorhaben wie die Mehrzweckhalle Münchingen, der Umbau des Bürgerservices, die Sanierung des Freizeitbads, Maßnahmen bei Feuerwehr und Sporthallen nur in abgespeckter oder schrittweiser Form an. Sein Appell: Auch künftig brauche es Zusammenhalt, Realismus und Kompromissbereitschaft, um die Stadt verantwortungsvoll weiterzuentwickeln.