Händeschütteln im Sekundentakt: Köngens Bürgermeister Otto Ruppaner mit Ehefrau Nadine beim Neujahrsempfang und der Eintrachthalle Foto: Kerstin Dannath - Kerstin Dannath

Beim Neujahrsempfang sprach Bürgermeister Ruppaner über die Themen, die die Köngen im vergangenen Jahr beschäftigt haben. Er sieht die Gemeinde gut aufgestellt. Veränderungen wollte er im Austausch mit Gemeinderat und Bürgern umsetzen, kündigte er an.

KöngenDie 20iger-Jahre werden entscheidend für uns alle“, sagte Köngens Bürgermeister Otto Ruppaner beim jährlichen Neujahrsempfang – eingeladen hatte neben der Gemeinde auch der Bund der Selbstständigen. Neben zahlreichen Geschäftsleuten waren auch viele Bürger, Gemeinderatsmitglieder, Vertreter der Schulen und Vereinen der Einladung gefolgt. Flott umrahmt wurde der Empfang in der Eintrachthalle von der Hip-Hop-Formation X-Rated der Nürtinger Tanzschule Pöthig, die sich sowohl 2018 als auch 2019 den Deutschen Meistertitel holte.

In seinem Rückblick streifte Ruppaner alle Themen, die die Köngener im Vorjahr beschäftigt hatten. „Wir hatten ein ordentliches Maßnahmenpaket zu bewältigen“, so Ruppaner und berichtete positiv vom kommunal derzeit größten Köngener Projekt – dem Gemeinwesenhaus. In punto Kosten und Umsetzung liegt die Gemeinde dabei voll im Plan und das Gebäude, das künftig eine neue Mensa, Räume für Schulveranstaltungen und den Ganztagesbetrieb, die Schulsozialarbeit sowie die offene Jugendarbeit unter einem Dach vereint, soll vom 29. bis 27. September mit einem großen Ortsfest eingeweiht werden.

Der Neubau macht auch den bereits vom Gemeinderat beschlossenen Abbruch der Lindenturnhalle und des Albvereinsheimes am städtebaulich sensiblen Ortseingang möglich. „Derzeit entwickeln wir erste Vorschläge, wie es an dieser so exponierten Stelle weitergehen kann“, kündigte Ruppaner an. Sein Anspruch sei es, die Veränderungen gemeinsam mit Gemeinderat und Bürgerschaft im Dialog weiter zu denken und dabei Bewährtes und Traditionen zu erhalten – aber auch neue Entwicklungen zuzulassen.

Ein weiteres Thema, das die Gemeinde seit Jahren umtreibt, ist Siedlungsentwicklung. Wie überall trifft auch in Köngen eine nach wie vor hohe Nachfrage an Wohnraum auf einen eklatanten Mangel an Flächen. So waren die kommunalen Bauplätze im neuen Baugebiet Burgweg West III auch ruckzuck an den Mann gebracht – insgesamt hatte die Gemeinde sieben Mal mehr Bewerbungen, als Bauplätze zur Verfügung standen. Im Burg Weg West III ist die Erschließung voll im Gange. Bereits nach den Sommerferien sollen die Arbeiten abgeschlossen sein, sodass die ersten Wohnhäuser der privaten Eigentümer errichtet werden können.

Gespannt ist Ruppaner auf die Ergebnisse des Investoren-Wettbewerbs für die beiden Flächen für Mehrgeschosswohungen in dem neuen Baugebiet. Hier sollen zusammen bis zu 130 Wohneinheiten entstehen, davon sollen mindestens 20 Prozent im geförderten Mietgeschosswohnungsbau errichtet werden, um auch weniger gutverdienenden Menschen Chancen auf bezahlbaren Wohnraum zu eröffnen. Und auch das nächste Baugebiet in Köngen steht schon in den Startlöchern: Für das Gebiet „Östlich Blumenstraße“ hat der Gemeinderat bereits im Sommer 2019 den Aufstellungsbeschluss gefasst. „Hier gilt es intensiv an der Umsetzung zu arbeiten, da die Gültigkeit der rechtlichen Vereinfachungen zeitlich beschränkt ist“, kündigte der Bürgermeister schnelles Handeln an. Insgesamt sehe er die Gemeinde mit den beiden neuen Baugebieten gut aufgestellt, um den Bedarf an Wohnraum zu decken.

Neben der Kinderbetreuung und dem 1,5 Millionen teuren Umbau des Seniorenzentrums Ehmann im Schlossgarten streifte Ruppaner auch die örtliche Nahversorgung in der Ortsmitte. Hier war die Gemeinde nach der überraschenden Schließung des Treff-3000-Marktes Anfang Juli schwer gefordert. „Persönlich hätte ich nicht geglaubt, einmal mit jeder deutschen Expansionsleitung im deutschen Einzelhandel persönlich zu sprechen, aber ungewöhnliche Zeiten erfordern eben ungewöhnliche Maßnahmen“, meinte Ruppaner. Letztlich habe sich aber eine gute Lösung mit der Übernahme der Ladenfläche durch die Firma NintegrA gGmbH aus Stuttgart mit Ihrem CAP-Lebensmittelmarkt-Konzept, der Ende Februar eröffnen soll, gefunden. „Wir hoffen, dass die Bürgerschaft das Geschäft annehmen wird. Denn eines sollte klar sein: Wir als Gemeindeverwaltung können nicht allein für mehr Belebung der Ortsmitte sorgen. Angebote wird es nur so lange geben, wie diese auch nachgefragt werden“, mahnte der Bürgermeister.

Zum Abschluss wagte Ruppaner noch einen Blick über den Tellerrand. Für ihn dominierte dabei das Thema Klimawandel. Er sei überzeugt, dass Deutschland den Klimawandel nicht allein damit beeinflussen könne, indem die Freiheit des einzelnen immer mehr einschränkt wird. „Das greift zu kurz. Persönlich glaube ich, dass es neben einem wertschätzenden Verhalten gegenüber der Schöpfung vor allem darum gehen wird, innovative technologische Lösungen zu finden“, meinte Ruppaner, „Wir müssen Wege aufzeigen, den weltweiten Hunger nach Energie preisgünstig zu stillen, ohne zeitgleich die Erderwärmung weiter anzufachen.“ Dennoch sei er überzeugt, dass die 20iger Jahre „Goldene Zwanziger“ werden können: „Wir müssen es nur schaffen mit unseren Fähigkeiten, unserem Fachwissen und Fleiß technologische und gesellschaftlich Wege zu finden, die den ökologischen Wandel mit ökonomischem Erfolg verbinden.“

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