Musikschulen sind in der Regel eine Zuschusseinrichtung für Kommunen – auch in Neuhausen ist das so (Symbolfoto). Foto: Thomas Frey/dpa

Mehr als 200.000 Euro beträgt 2026 der Zuschuss für die Musikschule Neuhausen – das ist deutlich mehr als im Vorjahr. Nun soll eine Zuschussgrenze eingeführt werden.

Stadt- und Gemeinderäte im Kreis Esslingen haben es zurzeit nicht einfach: Das Geld wird knapp, die Verteilung schwieriger. Das wird spätestens 2027 auch die Musikschule in Neuhausen spüren: Die Zuschüsse sollen auf eine Obergrenze von 200 000 Euro begrenzt werden. Die geht aus einem Gemeinderatsbeschluss hervor, der noch im alten Jahr etwa eine Woche vor Weihnachten gefasst wurde.

Versüßt wurde der Beschluss damit, dass zunächst einmal der Zuschuss gegenüber 2025 deutlich erhöht wurde auf insgesamt 214 700 Euro. Im Vergleich zu 2023 ist das ein Anstieg von mehr als 55 000 Euro. Damit stiegen die Zuschüsse in diesem Zeitraum um mehr als 30 Prozent.

Musikschule in Neuhausen muss kostengünstiger arbeiten

Der Begrenzungsbeschluss bedeutet auch, dass die Musikschule künftig kostengünstiger arbeiten muss, weil der Zuschuss 2027 erstmals seit langer Zeit nicht mehr steigt, sondern um gut 14 000 Euro sinken muss.

Bürgermeister Ingo Hacker erklärt in der Beschlussvorlage den Kern des Problems der Musikschule: „Der laufende Anstieg der Zuschusskosten liegt in der ungünstigen Kostenstruktur der Musikschule begründet. Der Personalkostenanteil an den Gesamtkosten beträgt rund 96 Prozent. Das heißt, jegliche Steigerung im Tarifbereich oder natürlich auch ein mehr an Deputatsstunden führt zu einem starken Anstieg des Mittelbedarfs der Musikschule.“ Mit Deputatsstunden meint Hacker in diesem Fall den Umfang der Angebote. Die Ausgaben für das Personal liegen 2026 laut Planung der Musikschule bei rund 522 000 Euro.

Musikschule in Neuhausen droht reduziertes Angebot

Bürgermeister Ingo Hacker sucht nach Lösungen für die Musikschule, damit der Förderbedarf nicht weiter ansteigt. Foto: Ines Rudel

Die Lösung des Finanzierungsproblems liegt also auf der Hand: Will man an diesen Stellschrauben beim Sparen ansetzen, führen diese Einsparungen laut Hacker „zwangsläufig zu einem eingeschränkten Angebot“. Die Musikschule soll nun versuchen, Kooperationspartner zu finden, damit Synergien entstehen. Zudem solle sie versuchen, sich stärker auf Angebote mit höherem Kostendeckungsgrad zu konzentrieren. Heißt: Sie soll ihre Angebote stärker der Nachfrage anpassen, denn je mehr Schüler eine bestimmte Musikform nachfragen, umso höher sind die Einnahmen und um so geringer der Unterstützungsbedarf.