Kaum ein Lebensbereich kommt ohne Künstliche Intelligenz aus. Die Volkshochschule Unteres Remstal bietet in ihrem neuen Programm Kurse dazu an, wie man KI sicher und sinnvoll nutzt.
Sie liefert in Sekundenschnelle Übersetzungen, hilft bei medizinischen Diagnosen, weist den richtigen Weg, komponiert Songs und erstellt Bilder oder Texte: Künstliche Intelligenz (KI) ist in vielen Fällen nützlich, manchmal fragwürdig oder gar gefährlich – und allgegenwärtig. Weil sie künftig eine immer wichtigere Rolle spielen wird, baut die Volkshochschule Unteres Remstal (Rems-Murr-Kreis) ihr Angebot an KI-Kursen aus. Das Programm für das neue Semester steht unter dem Motto „Morgen. Übermorgen. Zukunft“.
„Viele bewegt die Frage, wie es weitergeht“, sagt die VHS-Leiterin Stefanie Köhler. Manche hätten Angst vor der Zukunft, andere fühlten sich regelrecht überrollt von ihr. Aufgabe der Volkshochschule sei es, Kompetenz zu vermitteln – sei es mit Kursen zum Thema Resilienz oder eben mit Angeboten, die beispielsweise die Sprache und den Umgang mit KI erklären. Katharina Teufel bietet mehrere solche Kurse an, die Altersspanne reicht vom Grundschulkind bis zum Rentner.
In Schulen sei das Thema KI oft noch nicht sehr präsent, sagt die 37-jährige Dozentin, die erreichen will, dass ihre Kursteilnehmer Sicherheit und Respekt im Umgang mit Künstlicher Intelligenz bekommen und bei deren Nutzung „das Gehirn nicht ausschalten“. Dritt- bis Siebtklässler bildet sie im Kurs „Bilderkennung und Fake-Erkennung“ zum Beispiel zu „KI-Detektiven“ aus. Und klärt auch darüber auf, welche enormen Mengen von Energie nötig sind, um KI-generierte Bilder zu produzieren.
Wie spreche ich mit einer KI?
Wie man mit einer KI sprechen muss, damit sie die gewünschten Ergebnisse liefert, ist Thema in Kursen wie „KI Prompt Engineering – Die Sprache der KI“, ein anderes Angebot beleuchtet den „Kulturwandel durch KI: Veränderungen erfolgreich begleiten“ und ein Vortrag in der Remstalakademie widmet sich den gesellschaftlichen Auswirkungen der KI .
Das, was noch kommt, hat auch der Trend- und Zukunftsforscher Eike Wenzel im Blick. Am 27. Februar ist er im Stiftshof in Beutelsbach zu Gast und spricht von 19 bis 21 Uhr darüber, wie sich Werte, Konsum und Lebensentwürfe in den kommenden 20 Jahren verändern. Um (Wohn)Trends geht es beim Vortrag von IBA-Chef Andreas Hofer am 6. März. Er stellt die Projekte vor, die im Rahmen der Internationalen Bauausstellung im Rems-Murr-Kreis und der Region verwirklicht werden.
Angebote zum Klimaschutz
Wie sich die Welt zum Positiven verändern lässt, zeigt Wolfram Betz in dem Vortrag „Stadt, Land, Mensch – wie Städte menschenfreundlich werden“ am 24. März. Weitere Angebote zum Klimaschutz drehen sich um „Essen für die Zukunft“, praktische Ideen für nachhaltige Mode, das Gärtnern mit Permakultur oder nachhaltige Geldanlagen.
Noch stehe nicht fest, ob das vergangene Jahr für die VHS Unteres Remstal das vierte Rekordjahr in Folge sein werde, sagt Stefanie Köhler. Erfolgreich sei es aber in puncto der Zahl der Unterrichtseinheiten auf jeden Fall gewesen. Das, obwohl die Volkshochschule einen deutlichen Rückgang im Fachbereich Deutsch feststellt, der im Jahr 2024 die Hälfte des VHS-Haushaltsvolumens ausmachte. Der Grund dafür ist, dass das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) die Zahl der Berufssprachkurse stark zurückgefahren hat. Diese seien aber nötig, damit Zuwanderer die nötigen Sprachkenntnisse erlangen, um qualifizierte Jobs ausüben zu können, sagt Köhler: „Ohne entsprechende Sprachkenntnisse kann man nur Hilfsjobs übernehmen. Die Qualifikationen, die die Menschen mitbringen, lässt man brachliegen.“
Starken Rückgang bei Berufssprachkursen
Positives Signal
Mut mache aber die Tatsache, dass fast alle anderen Fachbereiche gewachsen sind und weiter wachsen, sagt Stefanie Köhler: „Das ist ein Signal, dass wir es richtig machen, nach Trends schauen und sie aufgreifen.“
Das neue Programm findet man unter www.vhs-unteres-remstal.de.