Bis zur Zeugnisausgabe sind es in Baden-Württemberg nur noch wenige Wochen. Foto: dpa/David Inderlied

Die Stuttgarter Kultusministerin Theresa Schopper holt fürs nächste Schuljahr Zigtausend externe Freiwillige an die Schulen: Sie sollen im Unterricht helfen, damit Schüler pandemiebedingte Lernlücken schließen können.

Stuttgart - Bis zu 30 000 externe Helfer will die grün-schwarze Landesregierung im nächsten Schuljahr zum Corona-Einsatz an die 4500 Schulen in Baden-Württemberg holen, um die wegen der Pandemie entstandenen Lernlücken bei den Schülern zu schließen. Das hat Staatssekretärin Sandra Boser (Grüne) im Bildungsausschuss des Landtags mitgeteilt.

„Unser Ziel ist es, den Kindern und Jugendlichen die bestmögliche Unterstützung zu geben, um mit den Folgen der Corona-Pandemie zurechtzukommen. Diese hat ihnen besonders viel zugemutet, weshalb auch Lernrückstände entstanden sind“, erklärte Ministerin Theresa Schopper (Grüne) unserer Zeitung auf Anfrage und betonte, dass es dabei nicht nur um Bildungslücken, sondern auch um die sozial-emotionale Situation der Schülerinnen und Schüler geht. „Hier sind offene Ohren in der Schule ganz wichtig, auch um mögliche Lernblockaden zu lösen, damit die Kinder und Jugendlichen ihre Potenziale auch entfalten können“, sagte sie. „Wir benötigen für unsere Vorhaben zusätzliches Personal mit unterschiedlichsten Kompetenzen, denn die Schulen können das nicht alleine stemmen.“

Dabei sollen nach dem Willen der Landesregierung nicht nur Lehramtsstudenten herangezogen werden, wie bei dem derzeit laufenden Modellprojekt, sondern Studierende aller Fachrichtungen und Hochschularten. Hinzu kommen sollen pädagogische Assistenten, Referendare, Lehrer im Erziehungsurlaub und pensionierte Lehrkräfte sowie Mitarbeiter von Nachhilfeanbietern und Berufsbildungswerken.

Schulen sollen nächste Woche informiert werden

Die 4500 baden-württembergischen Schulen sollen in der nächsten Woche brieflich über die Pläne informiert werden. Das Hilfsprogramm soll laut Kultusministerium während des ganzen nächsten Schuljahrs laufen und direkt nach dem Ende der Sommerferien im September mit sogenannten Lernstandserhebungen starten. Dabei soll festgestellt werden, wo genau es Wissensdefizite bei Kindern und Jugendlichen gibt, und wie groß sie sind. „Um diese Lücken zu verkleinern, planen wir verschiedene Fördermaßnahmen – auf Grundlage von wissenschaftlichen Empfehlungen und dem festgestellten Förderbedarf“, betonte Ministerin Schopper.

Nach Berechnungen ihres Hauses seien 25 000 bis 30 000 Mentoren der Maximalbedarf, der aufgrund der Schülerzahl errechnet werden. Wie viele Helfer am Ende wirklich gebraucht würde, hänge aber auch davon ab, wie die Angebot von Schülerinnen und Schülern angenommen würden. „Die Mentorinnen und Mentoren werden mit Unterstützungsmaterial versorgt und fortgebildet, um den Kindern und Jugendlichen passgenau helfen zu können“, betonte Schopper. „Interessierte können sich bewerben, hierfür wird zeitnah ein Anmeldeportal freigeschaltet.“

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