In Echterdingen hat ein neues asiatisches Lokal aufgemacht – dabei gibt es auf der Filderebene schon etliche. Was ist das Besondere an „Soo Yum“?
Die klassische Mittagspause ist eigentlich schon vorbei, und trotzdem brummt es noch an diesem Montag bei Soo Yum. Reichlich Kundschaft sitzt beim Essen im kleinen Lokal an der Tübinger Straße in Echterdingen. Während in der Küche die Woks brutzeln und Männer mit schwarzen Warmhalteboxen ein- und ausgehen, stehen zwei hungrige Kundinnen vor der überdimensionalen Speisekarte, die über der Theke hängt, und überlegen, wonach ihnen der Sinn steht. Es scheint zu laufen im Lokal, und das, obwohl es erst vor Kurzem eröffnet hat.
„Bis jetzt sind wir sehr zufrieden, wir liegen über unseren Erwartungen“, sagt Gerrit Jahnke, der Betreiber. Er erzählt, dass früher an dieser Stelle eine Weinstube gewesen sei, richtig rustikal mit viel Holz. Die Gastwirtschaft sei allerdings schon lang geschlossen gewesen – und Gerrit Jahnke und seine Frau hätten eine Weile ein Auge auf den Standort geworfen gehabt. Im Herbst hat Soo Yum schließlich aufgemacht und präsentiert sich im coolen Look, der vor allem ein jüngeres Publikum ansprechen soll.
Vier asiatische Restaurants allein in Echterdingen
Die unternehmerische Entscheidung mag den einen oder anderen verwundern, denn es gibt auf der Filderebene bereits einige asiatische Restaurants, die von Chinesisch bis Thai unterschiedliche Geschmäcker bedienen. Allein in Echterdingen sind es mit dem Soo Yum jetzt vier Lokale, wie eine flüchtige Internetsuche zeigt. Im benachbarten Filderstadt sind es ungefähr acht Restaurants und Imbisse, und auch im Umkreis, ob Steinenbronn, Plieningen oder Möhringen, werden Fans asiatischer Küche fündig. Gerrit Jahnke weiß das sehr genau – weil er bereits ein Restaurant in Echterdingen führt. Das Thang Long im Stadtteilzentrum wurde 2019 eröffnet. Dort hat sich das Team auf vietnamesische Küche und Sushi spezialisiert. Gerrit Jahnke (36) kommt eigentlich aus einer ganz anderen Branche. Er hat einen Master in Immobilientechnik. Zur Gastronomie gekommen ist er über seine Frau Phuong Jahnke (32). Sie hat vietnamesische Wurzeln und stammt aus einer Gastronomenfamilie, wie ihr Ehemann erzählt.
Für das neue Lokal Soo Yum hat sich das Ehepaar ein Konzept überlegt, das sich von dem im Thang Long deutlich unterscheidet. Der Hauptpunkt: die Lieferung; etwas, wofür man bisher keine Kapazitäten gehabt habe, was aber stets nachgefragt worden sei. Bei Soo Yum gibt es nun ein eigenes Team, das die Speisen aktuell innerhalb von Leinfelden-Echterdingen und nach Steinenbronn ausfährt. Zudem haben sich die Jahnkes in ihrem zweiten Lokal für ein anderes kulinarisches Angebot entschieden. Das Motto lautet „Best of Asia“, und tatsächlich gibt es Ramen und Gyoza aus Japan, Kimchi aus Korea und Pad Thai oder Tom-Yam-Suppe aus Thailand. Die Kundschaft brauche sich nicht mehr zu entscheiden, „die Leute müssen nicht mehr nach Stuttgart fahren“, sagt Gerrit Jahnke. Beworben werde das Angebot vor allem über soziale Medien.
Im kommenden Jahr auch Außengastronomie?
Der Plan geht laut Gerrit Jahnke auf. Vor allem die Lieferungen kämen gut an. „Das Inhouse-Geschäft ist etwas träger“, sagt er, aber Soo Yum sei auch ein Schnellrestaurant, das mit seinen nur 22 Plätzen nicht unbedingt auf Kundschaft, die sich gemütlich setzen will, ausgelegt sei. Doch immerhin: Im nächsten Sommer sei geplant, auch Außenplätze bereitzustellen. Überzeugen wolle man trotz Fokussierung aufs Liefergeschäft dennoch mit Speisen in Restaurantqualität. Denn Nische hin oder her, „letztlich ist es die Qualität, die entscheidet“.