Das neue Baugebiet „Östlich Blumenstraße“ wird auf lange Sicht das letzte reine Neubaugebiet der Gemeinde Köngen sein. Entstehen soll dort auch bezahlbarer Wohnraum Foto: kd

Einfamilienhäuser, Doppelhaushälften und Wohnungen sollen auf einem 1,9 Hektar großen Areal gebaut werden. Schon im kommenden Jahr soll es losgehen.

Nach fast sieben Jahren Planung und anschließender Erschließungsphase hatte die Gemeinde Köngen im März dieses Jahres die Hochbaufreigabe für das neue Wohngebiet „Östlich Blumenstraße“ erteilt. In seiner jüngsten Sitzung beauftragte der Gemeinderat nun bei einer Gegenstimme das Stadtplanungsbüro Pesch und Partner mit der Organisation und der Durchführung der Konzeptvergabe für das größte Teilstück, das sich in kommunalem Besitz befindet.

Bebaut werden soll das 3340 Quadratmeter große Areal mit Mehrfamilienhäusern, in denen anteilig Geschossflächen für den geförderten Mietwohnungsbau reserviert werden sollen. Denn bezahlbarer Wohnraum ist wie überall auch in Köngen knapp. Gesucht wird ein Bauträger, der bereit ist, die Fläche unter diesen Vorgaben von der Gemeinde zu erwerben. Der Baubeginn ist für 2026 vorgesehen.

Bis zu zwölf Investoren gesucht

Die Mietpreisbindung soll laut Beschlussvorlage auf 20 Jahre festgelegt werden. Neben sozialen Aspekten sollen aber auch Architektur und Nachhaltigkeit nicht zu kurz kommen, wie Projektleiterin Sara Vian von Pesch und Partner betonte. Das Stuttgarter Büro kümmert sich um die öffentliche Ausschreibung und wählt dann maximal zwölf potenzielle Investoren aus. Deren Entwürfe werden von einem Auswahlgremium bestehend aus Mitgliedern des Gemeinderats und eventuell externen Fachleuten bewertet. „Die Architektur macht 70 Prozent der zu vergebenden Punkte aus, der angebotene Kaufpreis 30 Prozent“, erläuterte Vian. Bevor der Wettbewerb starten kann, müssen indes noch einige Fragen geklärt werden. Etwa ob der geplante Quartiersplatz Teil des Wettbewerbs ist, wo die Tiefgarageneinfahrt platziert werden soll oder ob noch weitere Gutachten eingeholt werden müssen. Sobald die wichtigsten Inhalte feststehen, rechnet Vian mit einer Verfahrensdauer von etwa sieben Monaten.

Der Gemeinderat Michael Hermann (CDU) wollte wissen, wie derzeit die Rückmeldungen der Investoren seien. Er verwies dabei auf die Entwicklung des Baugebiets Burgweg West III, wo von dort ursprünglich geplanten zehn Mehrfamilienhäusern zunächst lediglich fünf Gebäude mit 55 Wohnungen gebaut werden, das zweite Baufeld liegt nach wie vor brach. „Nachdem die Baubranche zwischenzeitlich völlig zum Erliegen gekommen ist, haben wir das Gefühl, dass es langsam wieder aufwärts geht“, zeigte sich Pesch-und-Partner-Geschäftsführer Philip Schmal hierzu optimistisch. Er verwies dabei auf gute Rücklaufquoten vergleichbarer Projekte. Er merkte aber auch an, dass zusätzliche Anforderungen wie etwa soziale Kriterien bei den Investoren eine Rolle spielen könnten.

Auf lange Sicht das letzte Neubaugebiet

Das Stuttgarter Stadtplanungsbüro war in Köngen bereits beim Bau des Mehrgenerationenhauses Burgforum und bei der Konzeptvergabe für das Baugebiet Burgweg West II involviert. Das neue Baugebiet „Östlich Blumenstraße“ wird auf lange Sicht das letzte reine Neubaugebiet der Gemeinde sein. Ausgewiesen sind auf dem rund 1,9 Hektar großen Areal insgesamt 36, zum Großteil private Wohnbauflächen. Sie sind laut Bebauungsplan aufgeteilt in acht Einfamilien-, 14 Doppel-, acht Reihen- und vier Mehrfamilienhäuser.