2019 hat ein paar Änderungen für Dienst- und Geschäftsreisen eingeläutet, insbesondere die Verpflegungspauschale hat sich verändert. Foto: pixabay.com © peter-facebook - pixabay.com © peter-facebook (CC0 Creative Commons)

Für Dienst- und Geschäftsreisende hat sich im laufenden Kalenderjahr einiges verändert, wenn es um den beruflichen Außeneinsatz geht. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Arbeitnehmer lediglich einen Tag oder eine ganze Woche auswärts arbeitet, denn sobald acht Stunden erreicht werden, gibt es einen Verpflegungsmehraufwand. Letzterer ist aber nicht die einzige Position, die sich 2019 für Unternehmen in Baden-Württemberg ändert.

Nachhaltigkeit zahl sich bei Dienstreisen aus: Steuervorteile für E- und Hybridautos

Eine Umstellung auf nachhaltigere Dienstwagen lohnt sich in diesem Jahr auf jeden Fall. Für Elektrofahrzeuge und Hybridautos gibt es nämlich steuerliche Vergünstigungen bei Privatnutzung. Wer den Dienstwagen im Zeitraum von Januar 2019 bis Dezember 2021 anschafft, zahlt nur noch 0,5 Prozent des Listenpreises im Monat. Vorher waren es 0,5 Prozent mehr.

Der Verpflegungsmehraufwand: Was ist das und was änderte sich 2019?

Inzwischen zählt das Reisen in vielen Jobs zum Alltag. Manche Arbeitnehmer sind ein paar Tage unterwegs, andere haben einen ganzen Monat oder noch länger im Ausland bei Partnerunternehmen zu absolvieren. Im Regelfall sind solche Dienstreisen mit erheblichen Kosten verbunden. Neben Unterkunft und den allgemeinen Reisekosten ist es vor allem die Verpflegung unterwegs, die ins Geld geht.

Frühstück, Mittag- und Abendessen, Snacks und Getränke – all diese Positionen summieren sich im Laufe des Tages. Damit dies nicht komplett zulasten des Arbeitnehmers geht, gibt es den Verpflegungsmehraufwand, der gesetzlich nach dem Einkommenssteuergesetz festgelegt ist. Dieser dient als Ausgleich für die MEHRaufwendungen, das bedeutet, dass diese Pauschale nicht als kompletter Kostenausgleich gedacht ist.

Im November 2018 hat das Bundesfinanzministerium nun die Änderungen für die steuerliche Behandlung von Reisekosten und Reisekostenvergütungen bekanntgegeben. Damit eingeschlossen bekam auch der Verpflegungsmehraufwand für 2019 ein kleines Update. Dabei gilt noch immer die Regelung für die kleine und die große Pauschale:

  • Klein: Mehr als acht, weniger als 24 Stunden.
  • Groß: Mehr als 24 Stunden mit ganztätiger Abwesenheit.

Zudem unterscheidet das Gesetz zwischen In- und Auslandsreisen. Für 2019 gelten folgende Sätze:

Inland

  • Zwischen acht und 24 Stunden: 12 Euro
  • Ab einer Dauer von 24 Stunden: 24 Euro
  • Übernachtungspauschale liegt bei 20 Euro

Ausland

  • Die Pauschale ist abhängig vom Reiseland
  • Beispiel: Die Übernachtungspauschale in Griechenland ist 2019 von 89 auf 135 Euro gestiegen

Der Ab- und Anreisetag wird bei Inlandsreisen übrigens als kleine Pauschale zusammengefasst und somit ebenfalls mit 12 Euro vergütet. Grundsätzlich wurden die Pauschalen für Österreich, Spanien, Polen und wie oben erwähnt auch für Griechenland 2019 erhöht. Dies hängt mit den steigenden Reiseausgaben zusammen.

Hinweis: Für alle Dienst- und Geschäftsreisende, die unter acht Stunden am Tag auswärts unterwegs sind, gibt es keine Verpflegungspauschale.

Neue Regelungen für die Reisekostenabrechnung

In diesem Jahr sind auch neue Bestimmungen für die Abrechnung der Reisekosten zu beachten. Diese betreffen sowohl die Nachweispflicht für Mahlzeiten in Form von Bescheinigungen als auch Sachbezugswerte und die Verpflegungspauschale. Wichtige Änderungen finden Interessierte folgend im Überblick:

  1. Wer seinen Angestellten auf einer Geschäftsreise in diesem Jahr Mahlzeiten und Bewirtungen zur Verfügung stellt, muss diese Ausgaben in der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung mit einem großen „M“ kenntlich machen.
  2. Sachbezugswerte gehören laut Steuerrecht zum versteuernden Einkommen und berühren die Reisekostenabrechnung.
    1. 2019 haben sich die Sachbezugswerte sowohl im Bereich Verpflegung als auch hinsichtlich der Unterkunft geändert.Für eine monatliche Verpflegung gilt nun ein Betrag von 251 Euro. Das entspricht ca. 7,70 Euro am Tag.
    2. Für ein Frühstück während der Geschäftsreise wird ein Wert von 1,77 Euro bemessen.
    3. Mittag- und Abendessen kommen 2019 jeweils auf einen Wert von 3,30 Euro.

Ohne A1-Bescheinigung geht es für Geschäftsreisende nicht mehr ins Ausland oder doch?

Wer in seinem Job immer auf Achse ist oder als neuer Studio Chef ein paar Termine außerhalb des Arbeitsplatzes wahrnehmen muss, sieht sich seit Jahresanfang mit der sogenannten A1-Bescheinigung konfrontiert. Jeder, der jetzt den berühmten Passierschein A38 im Hinterkopf hat, liegt gar nicht mal so falsch. Denn für viele Arbeitgeber und -nehmer ist diese Bescheinigung einfach nur unnötiger, bürokratischer Mehraufwand.

Bei der A1-Bescheinigung handelt es sich um ein Verfahren, das eigentlich schon seit dem Jahr 2010 existiert, aber erst in diesem Jahr verpflichtend für deutsche Unternehmen wurde. Diese Bescheinigung ist für alle Arbeitnehmer wichtig, die kurzfristig, ein- oder mehrtägig im europäischen Ausland tätig sind. Es geht dabei um den Nachweis, dass ein Angestellter in seinem Heimatland die Abgaben für die Sozialversicherung bezahlt. Dadurch ist er dann von weiteren Zahlungen im Ausland befreit.

Doch nun scheint es seit Mitte März eine weitere Neuerung zu geben, wie die Europäische Kommission in einer Pressemitteilung verlauten ließ. Gemeinsam mit EU Parlament und Rat ging es um die Erneuerung und Ausbesserung der aktuellen Bestimmungen zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit für Arbeitnehmer im Ausland. Wenn Parlament und Rat zustimmen, kann die A1-Bescheinigung wieder abgeschafft werden.

Steigende Reiseausgaben im weltweiten Durchschnitt für 2019 zu erwarten

Wie erwähnt erhöhen sich in diesem Jahr die Ausgaben für Dienstreisen. Diese Erhöhung hängt mit den international steigenden Preisen zusammen. Allein bei Hotels erwarten Experten ein Wachstum von 3,7 Prozent im weltweiten Durchschnitt. Das bedeutet, dass einzelne Länder über oder unter diesem Wert liegen werden. Gleichzeitig geht die Prognose zu höheren Flughafentarifen, die mit 2,6 Prozent eine globale Erhöhung erleben werden.

Um diese steigenden Kosten im Betrieb auszugleichen, macht es Sinn entweder vorausschauend und langfristig zu planen, wodurch Unternehmen mit Frühbucherrabatten rechnen dürfen, oder zu schauen, wo es einen steuerfreien Ersatz von Reisekosten gibt.

Spannendes Projekt für Dienstreisende: Coworking Spaces an Bahnhöfen als zukünftiger Trend

Nach einem erfolgreichen Pilotprojekt am Berliner Hauptbahnhof wird es in Zukunft weitere Coworking Spaces an den deutschen Bahnhöfen geben. Dabei handelt es sich um mobile Büroräume, die Dienstreisende unterwegs perfekt zum Arbeiten nutzen können, solange auf einen Zug gewartet wird. Diese Büros können sowohl mit einer gültigen Fahrkarte als auch gegen eine kleine Gebühr in Anspruch genommen werden. Hierbei handelt es sich um einen spannenden Arbeitstrend, der flexibleres Arbeiten unterwegs ermöglichen soll.

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