Hat einiges zu tun in der nächsten Zeit: Yalcin Bayraktar. Foto: Roberto Bulgrin - Roberto Bulgrin

Der neue Esslinger Bürgermeister für Schule, Ordnung, Kultur, Sport und Soziales ist seit einem Monat im Amt. Die Arbeit wird ihm so schnell nicht ausgehen - die Liste der To-dos.

EsslingenDer neue Bürgermeister Yalcin Bayraktar ist seit fast einem Monat im Amt – noch zu früh für eine 100-Tage-Bilanz. Aber die EZ hat herausgefunden, was sein Chef, Oberbürgermeister Jürgen Zieger ihm ins Lastenheft geschrieben hat. Das war gar nicht so schwer: Eine OB-Ansprache zum Amtsantritt enthielt die wesentlichen Punkte. Die EZ hat die Rede analysiert.

Verantwortlich ist Bayraktar für die Bereiche Schule, Ordnung, Kultur, Sport und Soziales.

In Esslingen ist die Schullandschaft stark in Bewegung. Die Eckpunkte der Schulentwicklung stehen fest – nun müssen sie noch umgesetzt werden. Es geht um die Grundschule in Zell, um den Neubau des Hauptgebäudes an der Zollbergrealschule, um eine neue Realschule in der Pliensauvorstadt und um die Einsetzung einer gymnasialen Oberstufe an der Gemeinschaftsschule Innenstadt.

Ein wichtiges Feld ist die Kinderbetreuung. Der Gemeinderat beschloss, dass es in den kommenden Jahren 350 zusätzliche Plätze geben soll. Die kommen nicht von selbst. Bayraktar wird darauf achten müssen, dass der Beschluss auch umgesetzt wird.

Im Bereich Kultur liegt eine Kulturkonzeption in Bayraktars Schublade, die umgesetzt werden soll. Es gibt auch einen Medienentwicklungsplan. Weiterhin verlangt Zieger von seinem Bürgermeister, dabei zu helfen, dass sich die vielen kulturellen Akteure stärker vernetzten. Und da wäre noch das Großprojekt Stadtbücherei, das Esslingen über viele Jahre beschäftigen wird. Außerdem soll Bayraktar die Volkshochschule nicht vergessen.

Auch wenn oder gerade weil Esslingen eine reiche Stadt ist: Der Punkt „Soziales“ im Jobprofil des Neuen verspricht viel Arbeit. Der Mangel an Wohnraum für kleine und mittlere Portemonnaies gehört zu einer der größten Herausforderungen der kommenden Jahre. Es gibt zwar ein Wohnraumversorgungskonzept, aber auch das muss erst mal umgesetzt werden. Vor allem müssen mehr Wohnungen geschaffen werden. Möglicherweise beschließt der Gemeinderat demnächst ein Zweckentfremdungsverbot, mit dem der angespannten Wohnungsmarkt kontrolliert werden soll. Die Verwaltung rät ab, weil damit ein großer bürokratischer Aufwand verbunden sei. Doch wenn der Gemeinderat es so will, dann muss Bayraktar auch dieses Problem lösen.

Er ist auch für den Sport verantwortlich und hat damit sehr viel mit Vereinen zu tun. Ein nicht immer ganz einfache Aufgabe. Auch hier gibt es echte Baustellen: Das Hallenfreibad in Berkheim und der Sportpark in Weil. Überdies ist Bayraktar verantwortlich für Integrationsfragen, die öffentliche Sicherheit, das Parkraummanagement und die Nutzung öffentlicher Räume. Keine Felder, die frei von Problemen wäre. Und was bekommt der neue Bürgermeister von Zieger sonst noch auf den Weg? All diese Themen möge er im Dialog mit der Esslinger Bürgerschaft umsetzen – „in vertrauensvoller, enger Abstimmung und guter Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat, ihren Dezernentenkollegen, den aktiven Bürgerinnen und Bürgern und den unterschiedlichen Bereichen der Verwaltung.“ Was nichts anderes heißt: Viel zuhören, viel kommunizieren.

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