Um auf die Klimakrise zu reagieren, muss der Wald umgebaut werden. Foto: Silas Stein/dpa

Nur jeder fünfte Baum im deutschen Wald ist noch gesund. Die schwarz-rote Regierung hat sich zu wenig vorgenommen, um das zu ändern, meint Hauptstadtkorrespondentin Rebekka Wiese.

Der deutschen Eiche geht es nicht gut. Und sie ist leider nicht die einzige Baumart, die kränkelt. Nur noch jeder fünfte Baum im deutschen Wald ist gesund: Das zeigt die Waldzustandserhebung 2024, deren Ergebnisse Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) nun vorgestellt hat.

In diesem Jahr fällt das Ergebnis der Untersuchung ähnlich schlecht aus wie im Vorjahr. Damit setzt sich ein Trend fort, der sich seit Jahrzehnten zeigt. Seit 1984 gibt es eine jährliche Waldzustandserhebung. Damals hatten noch 44 Prozent der untersuchten Bäume eine gesunde Krone. Inzwischen sind es nur noch 21 Prozent. Eine Umkehr ist nicht in Sicht.

Verantwortung? Nicht für den Wald

Denn viel hat sich die neue Regierung nicht in diesem Punkt vorgenommen. Über ihren Koalitionsvertrag hat sie zwar das Motto „Verantwortung für Deutschland“ geschrieben. Doch sie hat dabei offenbar nicht an den Wald gedacht. Dabei bedeckt er immerhin ein Drittel der gesamten Fläche Deutschlands.

Die Probleme des Forsts sind gut bekannt. Vor allem die Klimakrise macht ihm zu schaffen. Besonders Nadelbäume, aber auch alte Laubbaumarten wie die Eiche leiden darunter, dass es häufiger zu Dürren kommt. Dabei ist der Wald gleichzeitig wichtig, damit sich die Erderhitzung nicht noch schneller verschärft. Die Bäume binden riesige Mengen Kohlenstoffdioxid.

Reform scheiterte

Deshalb ist es so wichtig, den Wald an die neuen Bedingungen anzupassen – ihn umzubauen und zu verjüngen. Die Ampelregierung wollte das mit einer Gesetzesreform schaffen. Der Entwurf, den sie dafür vorlegte, war allerdings nicht richtig ausgereift. Zu der Reform kam es nicht mehr.

Doch nichts zu machen, kann nicht die Alternative sein. Die neue Regierung setzt nun vor allem auf Förderprogramme – aber sie hat nicht vor, die Mittel dafür zu erhöhen. Dabei zeigt der neue Waldzustandsbericht sehr eindrücklich: Was bisher passiert ist, reicht nicht.