Die Gebäude des Bauhofs gruppieren sich um einen Innenhof. Rechts der Silo- und Übungsturm für die Feuerwehr. Foto: Ulrike Rapp-Hirrlinger

Am nordwestlichen Ortsrand von Denkendorf entsteht ein neuer Bauhof. Auch das Wasserwerk wird dort seinen Platz erhalten. Die Rohbauarbeiten sind abgeschlossen, Einweihung soll im Herbst sein.

Seit knapp einem Jahr wächst am Ortsrand zu Nellingen der neue Bauhof der Gemeinde in die Höhe. Besonders markant ist der rund 15 Meter hohe Turm, der nicht nur ein Silo für Streusalz enthält, sondern der örtlichen Feuerwehr auch zu Übungszwecken dienen wird. Jetzt haben sich Mitglieder des Gemeinderats ein Bild vom Stand der Bauarbeiten gemacht.

Große Baumaschinen werden nicht mehr vorgehalten

Weil der alte Bauhof in der Sudetenstraße in die Jahre gekommen und von seiner Lage inmitten von Wohnbauten sowie seiner Ausstattung nicht mehr zeitgemäß ist, hatte sich die Kommune auf die Suche nach einem neuen Standort gemacht. Fündig wurde man auf dem Gelände nördlich von Festhalle und Sportanlagen an der L 1200 gegenüber dem neuen Gewerbegebiet Nördlich Albstraße. Der Entwurf für den Neubau stammt vom früheren Ortsbaumeister Michael Heidrich, der im Frühjahr in den Ruhestand ging, das Projekt jedoch weiter betreuen wird. Der Architekt hat einen Betriebshof entworfen, dessen drei Gebäude sich um einen Innenhof gruppieren. Eine große Durchfahrt führt hinein. Weil heutzutage keine großen Baumaschinen mehr vorgehalten werden, wird der neue Gemeindebauhof in der Grundfläche kleiner, dafür in der Höhe aber teilweise zweigeschossig. Auch ein Hochregallager schafft zusätzlichen Stauraum in der Höhe.

Die beiden Hauptgebäude sind zweigeschossig und nach Norden und Osten ausgerichtet. Sie beinhalten unter anderem eine Fahrzeughalle, Garagen und Nebenräume. Eine Laderampe ermöglicht das bequeme Be- und Entladen der Kleintransporter des Bauhofs. Auch das Wasserwerk, das derzeit im Heerweg untergebracht ist, wird – mit Ausnahme des Pumpwerks – im neuen Bauhof unterkommen. Dessen Räume sind jedoch vom Bauhof abgetrennt, so dass es bei Bedarf auch durch einen Dienstleister wie die Landeswasserversorgung betrieben werden könnte.

Im rund 15 Meter hohen Turm wurde ein Silo für Streusalz mit einem Fassungsvermögen von bis zu 50 Tonnen installiert. Beim Bau des Turms hat man zugleich ein Anliegen der Freiwilligen Feuerwehr berücksichtigt. Deren Mitglieder haben dort nun gute Übungsmöglichkeiten, wie Kommandant Frank Obergöker erklärt. Über das eigens etwas breiter gebaute Treppenhaus kann etwa geübt werden, wie man mit Wasser gefüllte Schläuche nach oben bringt. Auch das sichere Anstellen von Leitern oder das Abseilen von Personen könne am Turm geprobt werden. Dazu biete sich sonst nur selten Gelegenheit und man sei etwa auf Abbruchhäuser oder ähnliches angewiesen, erklärt Obergöker. „Hier können wir es in unseren Übungsplan gut einbauen.“

Die Fassade des Bauhofs besteht aus Betonfertigteilen. Sie soll begrünt werden und dadurch eine repräsentative Ortsrandgestaltung ergeben. Die Flachdächer werden ebenfalls bepflanzt und mit einer Photovoltaikanlage bestückt. Auch auf dem nach Süden ausgerichteten Sheddach über der Fahrzeughalle werden PV-Elemente installiert. Die Wärmeversorgung erfolgt unter anderem mittels Erdwärme und Wärmepumpen. So kann laut Gemeinde auf die Verwendung fossiler Brennstoffe komplett verzichtet werden. Der für die Wärmepumpen benötigte Strom wird über die PV-Anlage gedeckt. Regenwasser wird in Zisternen gesammelt und für die Bewässerung der Fassadenbegrünung verwendet. Weil künftig mehr Elektrofahrzeuge im Bauhof zum Einsatz kommen sollen, sind auch E-Ladestationen vorgesehen. Damit präsentiere sich der neue Bauhof als „nachhaltiger Zukunftsbau“, so der Bürgermeister Ralf Barth.

Zeit- und Kostenrahmen werden eingehalten

Zeitlich sei man gut im Plan, sagte Architekt Günther Ludwig, der die Bauleitung hat. Nach Abschluss der Rohbauarbeiten und der Flachdachisolierung würden nun die PV-Anlagen installiert. Im Inneren sind derzeit die Arbeiten für Lüftung, Heizung, Elektrik und Sanitär im Gange. In den nächsten Wochen folgen nach Einbau der Fußbodenheizung die Estrich- und Fliesenarbeiten. Auch der Kostenrahmen von sechs Millionen Euro werde eingehalten, versichert Barth. Im Herbst soll der Bau fertig sein. Dann kann der Umzug des bestehenden Bauhofs erfolgen. Für das frei werdende Gelände in der Sudetenstraße plant die Kommune Wohnbebauung.

Was geplant ist

Alter Bauhof
Der bisherige kommunale Bauhof wurde 1962 in der Sudetenstraße errichtet und nach und nach erweitert. Ursprünglich lag er am Ortsrand. Inzwischen ist er von Wohnhäusern umgeben. Die Bauhofgebäude sind renovierungsbedürftig und entsprechen nicht mehr den heutigen Ansprüchen. Nach dem Umzug in den neuen Bauhof sollen auf dem Areal Wohnungen entstehen.

Neubau
Die Planungen für den neuen Bauhof starteten 2020, Baubeginn war im Sommer 2024. In dem neuen Gebäude am Ortsrand Richtung Nellingen wird neben dem Gemeindebauhof auch das Wasserwerk – mit Ausnahme des Pumpwerks – unterkommen. Der neue Bauhof, dessen Bau rund sechs Millionen Euro kostet, soll im Herbst seinen Betrieb aufnehmen.