Der neue Zahnradbahn-Wagen im Rohbau. Foto: Detlev Martin/SSB AG

Die Stuttgarter Straßenbahnen AG setzt bei ihrer neuen Zacke auf Schweizer Wertarbeit. Die Firma Stadler hat den ersten von drei Wagen im Rohbau fertig. Bald soll er nach Stuttgart gebracht werden.

Stuttgart. - Bald 40 Jahre nehmen die heutigen Wagen der Zahnradbahn den beschwerlichen Weg vom Marienplatz nach Degerloch unter die (Zahn-)Räder. Der Ruhestand im Straßenbahnmuseum ist nah, denn die Stuttgarter Straßenbahnen AG hat die Nachfolger bei Stadler Rail in Bussnag (Thurgau/Schweiz) bestellt. Der Rohbau des ersten von insgesamt drei Wagen, der so genannte Wagenkasten, ist inzwischen fertig und von den SSB-Technikern abgenommen worden. Nach der Lackierung wechselt er zur Baugruppenmontage.

Doppeltraktion im Notfall

Im Herbst soll die neue Zacke, die wie eine verkürzte Stadtbahn wirkt (auch die jüngsten Stadtbahnen fertigt Stadler), per Tieflader in die Landeshauptstadt reisen und hier Einstellfahrten absolvieren. Das erste Serienfahrzeug ist dann auch Testfahrzeug. Auch der gemeinsame Einsatz von zwei Zahnradbahnen mit gemeinsamer Steuerung wird getestet. Im Regelbetrieb geht diese Doppeltraktion nicht auf die bis zu 17,8 Prozent steile Strecke. Im Notfall aber, wenn eine havarierte Bahn in die Werkstatt an der Filderstraße beim Marienplatz geschleppt werden müsste, kann das nur mit einer anderen Zacke erfolgen. Der dritte Wagen soll 2022 in Stuttgart eintreffen. Neue, längerer Fahrradwagen kommen dazu.

Auch die Werkstatt selbst wird den neuen Wagen angepasst. Auf deren Dach werden künftig mehr Baugruppen zu warten sein als bisher. In den Fuhrpark investieren die SSB 19,3 Millionen Euro – samt Ersatzteilpaket. Die Zahnradbahn war 1884 als Privatbahn von Emil Kessler erbaut worden, zunächst fuhren Dampfloks. 1920 übernahm die Filderbahn, dann die SSB.

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