Özgür Özel, Chef der Oppositionspartei CHP, spricht von Nötigung. Das Plakat im Hintergrund zeigt den bereits im März verhafteten Istanbuler Oberbürgermeister Imamoglu. Foto: AFP/Kemal Aslan

Dutzende Politiker ließ die türkische Justiz am Freitag verhaften, darunter Inan Güney. Andere schlossen sich der Partei des Staatschefs an – teils wohl nicht freiwillig.

Als die Polizei am frühen Freitag an seine Wohnungstür hämmerte, machte Inan Güney, Bürgermeister des Istanbuler Stadtbezirks Beyoglu, noch schnell ein Selfie. Es zeigt ihn, seine Frau und Töchter und ihren Hund. Güney hatte bei den Kommunalwahlen im März 2024 den bis dahin 20 Jahre lang von der islamisch-konservativen Erdogan-Partei AKP regierten Stadtteil für die sozialdemokratische Oppositionspartei CHP gewonnen. „Bürgermeister von Beyoglu zu werden, wo mein Vater als Arbeiter lebte, war die größte Ehre meines Lebens. Wir haben die Arroganz mit Anstand besiegt. Liebe Nachbarn, Ihr kennt mich und Ihr wisst, dass der Grund für meine Verhaftung böswillige Verleumdung ist“ schrieb Güney auf X. Dann führten die Polizisten ihn ab.

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