Auf ein Neues. Quelle: Unbekannt

Zum neuen Schuljahr hat sich in und um Esslingen einiges getan. Ob neue Wahlmöglichkeiten für die Schüler, oder gar eine provisorische Schule aus Containern, zum Schulstart gibt es viele Neuigkeiten.

EsslingenVor einem Jahr hatte der städtische Schulamtsleiter Bernd Berroth noch nicht geahnt, dass die Zollberg-Realschule so stark PCB-belastet sein würde, dass Schüler und Lehrer bis zum Neubau drei bis vier Jahre lang in Container ziehen müssen. Mittlerweile ist man im Rathaus nur erleichtert, dass die anderen Schulen gar nicht oder lange nicht in dem Ausmaß wie die ZRS mit Schadstoffen belastet sind. Klar: Solche Wundertüten sind nicht mehr erwünscht. Aber womit können die Esslinger Schüler, Lehrer und Eltern im kommenden Schuljahr denn wirklich rechnen?

Mehr Jugendsozialarbeit: Die Stadt stockt die Schulsozialarbeit an den Grundschulen auf. 2,5 Personalstellen mehr bedeuten, dass jede Grundschule mindestens eine halbe Stelle abbekommt. Nach einem transparenten Schlüssel, bei dem die Größe einer Schule, die Betreuungsquote oder die Zusammensetzung der Schülerschaft eine Rolle spielen, wird dann aufgestockt. Davon profitieren in erster Linie die Halbtagsgrundschulen, die teils bislang nur über eine viertel Stelle verfügen konnten.

Mehr Informatik:Nach dem Mörike- und dem Georgii-Gymnasium kann zum kommenden Schuljahr auch die Gemeinschaftsschule Innenstadt das neue Profilfach Informatik, Mathematik, Physik, kurz IMP, anbieten. Es richtet sich an die Klassenstufen acht bis elf und ergänzt die Profilfächer NWT, Bildende Kunst und Spanisch. Nachdem die beiden Esslinger Gymnasien im vergangenen Schuljahr die erforderlichen Informatiklehrer noch nicht ganz stellen konnten und deshalb mit einem anderen Gymnasium kooperieren mussten, können sie im nunmehr beide IMP auch tatsächlich als offizielles Profilfach anbieten.

Mehr Grundschulbetreuung: Das braucht die Stadt. Dazu will die Verwaltung Ende September eine Vorlage in den zuständigen Gemeinderatsausschuss einbringen. „Wir brauchen einen moderaten Ausbau in allen Betreuungsformen“ – aber mehr wollte Bernd Berroth im Vorfeld dazu noch nicht sagen. Tatsache ist, dass es auch in diesem Bereich immer schwieriger wird, Fachpersonal zu finden.

Mehr Digitalisierung: Mit dem Medienentwicklungsplan 3.0 hat der Gemeinderat über drei Jahre hinweg 5,9 Millionen Euro freigegeben, um die Digitalisierung an den Schulen voranzubringen. Ab 1. Oktober kann die Stadt bei der L-Bank Anträge für das Förderprogramm Digitalpakt Schulen einreichen. Das bereits beschlossene Digitalisierungsprojekt am Schelztor-Gymnasium geht mit dem kommenden Schuljahr in Betrieb. Dort werden entsprechend vorbereitete Flurbereiche für einen differenzierten Unterricht zur Verfügung stehen, in dem die Schüler mit den neuen Medien arbeiten können.

Mehr Schülerinnen und Schüler: Für das Schuljahr 2019/20 sind 795 Erstklässler angemeldet – und damit 42 mehr als im Vorjahr. Die Prognosen steigern sich in den nächsten Jahren auf gut 800, 2023/24 auf 840 und 2024/55 sogar auf 900 Kinder. An den weiterführenden Schulen wurden im März 809 Kinder angemeldete. Hier wird die Zahl erst sinken, bis sie 22/23 mit knapp 700 Kindern den Tiefpunkt erreicht hat, dann geht es wieder hoch. Für 2024/25 rechnet die Stadt mit rund 830 Fünftklässlern. „Wir haben deshalb für unsere Schulentwicklungsplanung nach wie vor 20,5 Züge für die Real- und Gemeinschaftsschulen angesetzt“, hofft Berroth. Er hofft auf eine schnelle Entscheidung des Gemeinderats, wie es mit der Esslinger Schullandschaft weitergeht.

Mehr Räume: Die Seewiesenschule ist jetzt Esslingens erste barrierefreie Schule. Der 4,4 Millionen Euro schwere Um- und Ausbau ist nunmehr ganz abgeschlossen. Der Ganztagsbereich und die räumlichen Anforderungen an eine Gemeinschaftsschule entsprechen jetzt vollständig dem pädagogischen Konzept der Schule. Im Theodor-Heuss-Gymnasium wurden die Voraussetzungen geschaffen, ein körperbehindertes Kind aufzunehmen. Die Städtischen Gebäude Esslingen planen derzeit, wo sie an oder in dem denkmalgeschützten Betonbau noch einen Aufzug installieren können.

Mehr Container: 146 Container haben die Mitarbeiter der Städtischen Gebäude Esslingen zu einem Interims-Campus für die PCB-belastete Zollberg-Realschule zusammengebaut und dabei sechs Kilometer Leitungen verlegt. Am Montag soll das Ergebnis vorgestellt werden

Mehr Wahlmöglichkeiten: Die haben die Schülerinnen und Schüler an den Gymnasien, die jetzt in die zweijährige Kursstufe kommen. Die neue gymnasiale Oberstufe bietet ihnen eine flexiblere Kurs- und Prüfungsfächerwahl und mehr Unterrichtszeit in den Leistungsfächern – was allerdings die Stundenplangestaltung für die Lehrer und den Stundenplan für die Schüler sehr komplex macht. Zumal die vier Esslinger Gymnasien miteinander kooperieren, um ihren künftigen Abiturienten alle Wahlmöglichkeiten anbieten zu können. „Das schaffen wir auch. Wir haben uns intensiv miteinander abgesprochen“, so Michael Burgenmeister, Leiter des Oberesslinger Theodor-Heuss-Gymnasiums.

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