Die Stadtbücherei soll zu einem Identifikationsort der Bürger werden – für viele ist sie das schon jetzt. Foto: Bulgrin - Bulgrin

Für Oberbürgermeister Jürgen Zieger gibt es keinen Zweifel: „Die Stadtbücherei Esslingen ist die wichtigste basiskulturelle Einrichtung der Stadt.“ Und weil das auch in Zeiten eines rasanten gesellschatlichen und medialen Wandels so bleiben soll, möchte die Stadt ihre Bibliothek in den kommenden Jahren zukunftsfähig aufstellen. Die Frage nach dem künftigen Standort, die bis zur Sommerpause entschieden werden soll, ist eine Sache. Untrennbar verbunden ist damit aber auch die konzeptionelle Ausrichtung der Bücherei. Dafür wurde eine neue Konzeption formuliert, aus der auch ein Raumprogramm für die Bibliothek der Zukunft abgeleitet wird.

EsslingenFür Oberbürgermeister Jürgen Zieger gibt es keinen Zweifel: „Die Stadtbücherei Esslingen ist die wichtigste basiskulturelle Einrichtung der Stadt.“ Und weil das auch in Zeiten eines rasanten gesellschaftlichen und medialen Wandels so bleiben soll, möchte die Stadt ihre Bibliothek in den kommenden Jahren zukunftsfähig aufstellen. Die Frage nach dem künftigen Standort, die bis zur Sommerpause entschieden werden soll, ist eine Sache. Untrennbar verbunden ist damit aber auch die konzeptionelle Ausrichtung der Bücherei. Deren Leiterin Gudrun Fuchs und ihre Stellvertreterin Katrin Hellerich haben gemeinsam mit Kulturamtsleiter Benedikt Stegmayer eine neue Konzeption formuliert, aus der sie auch ein Raumprogramm für die Bibliothek der Zukunft ableiten. Lange Zeit wurde dieses Papier nur nicht-öffentlich behandelt – nun dürfen sich auch der Gemeinderat und mit ihm alle Bürger ein eigenes Urteil bilden. Ein wesentlicher Grundgedanke der neuen Konzeption: Die Bibliothek soll neben dem eigenen Zuhause und dem Arbeitsplatz als so genannter „Dritter Ort“ eine zentrale Rolle im Leben vieler Esslinger einnehmen.

Wer das Papier aufmerksam liest, darf es als Bestätigung für die gute und zukunftsorientierte Arbeit verstehen, die Bücherei-Leiterin Gudrun Fuchs und ihr Team leisten: Vieles von dem, was in der Konzeption als Ziel formuliert wird, hat die Esslinger Bücherei längst auf den Weg gebracht. Das Konzept zeigt aber auch: Um diesen Weg weitergehen und den immer differenzierteren Anforderungen gerecht werden zu können, bedarf es der nötigen Räume – ob modernisiert und erweitert am angestammten Standort oder in einem Neubau.

Die Esslinger Bibliothek versteht sich als Kultur-, Bildungs-, Sozial- und sinnvolle Freizeiteinrichtung – und zwar für Menschen jeden Alters und aus unterschiedlichster sozialer und kultureller Herkunft. „Durch die Erweiterung und Neuaufstellung der Hauptstelle hat Esslingen die Chance, für seine Bürgerinnen und Bürger eine hochmoderne Stadtbücherei zu schaffen, die ihre Funktion optimal erfüllt und darüber hinaus attraktive Alleinstellungsmerkmale besitzt“, heißt es im Konzept der Stadtverwaltung. Eine erweiterte Bücherei biete die Möglichkeit, das bisherige Programm zu ergänzen. Geplant sind mindestens 120 Besucher-Arbeitsplätze, eine Jugendbibliothek, die auf Vorlieben und Interessen dieser Altersgruppe zugeschnitten ist, ein vielfältig nutzbares Foyer, ein Open-End-Bereich, der 24 Stunden täglich Zugang zu Arbeitsplätzen und Medien eröffnet, eine internationale Bibliothek, ein Literaturcafé, ein Veranstaltungssaal mit bis zu 250 Plätzen, Lernstudios und ein so genannter Makerspace. Letzterer soll neue Technologien einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen und den Nutzern den kompetenten Umgang mit diesen Technologien vermitteln. Vor allem aber möchte die Stadt in ihrer Bibliothek der Zukunft den Gedanken der Teilhabe noch weitaus konsequenter verfolgen: „Die Stadtbücherei als ‚dritter Ort’ konsequent zu Ende gedacht, erfordert Räume, die von der Bevölkerung – zum Beispiel von Familien, Senioren und Menschen mit Migrationshintergrund – frei genutzt werden können“, heißt es in der Konzeption. So soll der nötige Platz für Kurse, aber auch für Angebote von Bürger zu Bürger vorgehalten werden.

All diesen Anforderungen müsse die Esslinger Bücherei durch ein ausreichendes und flexibles Raumangebot gerecht werden, in das auch künftige Anforderungen integriert werden können: „Architektonische Anreize können eine angenehme Atmosphäre in der Bücherei herstellen, die bei den Kunden breite Zustimmung findet. Diese sollen ihre Stadtbücherei als ihr Wohnzimmer sehen.“ Zusammen mit einem „engagierten, ideenreichen, qualitäts- und innovationsbewussten Bücherei-Team“ lasse sich so der bestmögliche Nutzen für die Kunden ziehen, damit die Bibliothek „ein Aktivposten in der Stadtgesellschaft Esslingens“ bleibt. Und um die Empfehlung zu untermauern, in einen Neubau an der Küferstraße umzuziehen, wo die Verwaltung mindestens 3696 Quadratmeter und damit mehr als am bisherigen Standort in der Heugasse (3223 Quadratmeter) garantiert, heißt es: „Unterhalb einer Nutzungsfläche von etwa 3600 Quadratmetern wird ein kritischer Punkt erreicht. Die Umsetzung eines zukunftsfähigen Büchereiprogramms ist dann nicht mehr möglich.“

Für alle, die sich selbst ein Bild von den Standortuntersuchungen der Stadtverwaltung zur Bücherei der Zukunft machen wollen, gibt es die Unterlagen im Internet unter http://bit.ly/2pc6H4z

Visionen der Stadtverwaltung für die Bibliothek der Zukunft

Kulturamts-Leiter Benedikt Stegmayer hat in seiner Kulturkonzeption „Visionen der Stadtbücherei Esslingen“ formuliert – vieles bestätigt den eingeschlagenen Weg:

Die Stadtbücherei soll ein zentraler Ort für die Stadt Esslingen und das Leben ihrer Bewohnerinnen und Bewohner sein, frei zugänglich und offen für jeden.

Die Stadtbücherei soll das Bild einer modernen Bibliothek verkörpern. Sie soll ein Ort sein, an dem sich alle Bürgerinnen und Bürger Esslingens mit den neuen Informationstechnologien vertraut machen und Medienkompetenz erwerben können. Die Stadtbücherei soll ein multimedialer Ort für alle Generationen sein und medienpädagogische Verantwortung übernehmen.

Die Stadtbücherei soll Strategien entwickeln, um Wissen zu vermitteln, um den Zugang zu Wissen zu vereinfachen, um den Menschen Recherchekompetenzen zu vermitteln. Sie soll ein Ort des individuellen Lernens sein.

Die Stadtbücherei soll von ihren Nutzern als in jeder Hinsicht positiver Ort wahrgenommen werden. Die Kinderbücherei soll ein unwiderstehlicher Ort für Kinder sein, die das Lesen entdecken wollen.

Die Stadtbücherei soll zu den ersten Anlaufstellen für die neuen Bewohnerinnen und Bewohner Esslingens gehören und Integrationsarbeit leisten. Sie soll ein innovativer Ort der kulturellen Begegnung sein.

Die Stadtbücherei soll als moderner Ort der Literatur wahrgenommen werden, der Tradition und Zukunft des Buchs sowie die damit verbundenen Kulturtechniken pflegt. Sie soll an der Schnittstelle von Bildung und Kultur stehen.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: