Die Gäste der Sporthallen-Einweihung bekamen unter anderem Hip-Hop-Tanz geboten. Foto: Roberto Bulgrin - Roberto Bulgrin

Fünf Jahre hatten die Schüler der Friedrich-Ebert-Schule und der Käthe-Kollwitz-Schule keine eigene Sporthalle. Jetzt wurde der Neubau eingeweiht.

EsslingenNach fünf Jahren steht für die Schüler der Friedrich-Ebert-Schule (FES) und der Käthe-Kollwitz-Schule (KKS) endlich wieder Schulsport auf dem Stundenplan. Seit rund vier Wochen ist der Neubau der Kreissporthalle im Esslinger Stadtteil Zell inzwischen in Betrieb. Am gestrigen Dienstag wurde sie nun offiziell eingeweiht.

Größer als die alte Halle ist der Neubau nicht. „Aber viel heller“, sagte Thomas Fischle, Schulleiter der Käthe-Kollwitz-Schule und Geschäftsführender Schulleiter der Berufsbildenden Schulen im Landkreis Esslingen, am Rande des Festaktes in der Sporthalle. „Die beiden Lichtbänder, die nach Osten und Westen ausgerichtet sind, bedeuten, dass wir die künstliche Beleuchtung viel seltener brauchen als in der alten Halle.“

Sanierung war geplant

Die Sporthalle habe ursprünglich 2014 saniert werden sollen, erklärte Fischle. Aber im Sommer 2014 habe die Flüchtlingswelle diese Pläne durchkreuzt. „Im August kam der Anruf, dass die Sporthalle umgehend als Unterkunft benötigt wird. Wir hatten die Handwerker für die Sanierung schon bestellt und mussten erst einmal aus den ganzen Verträgen wieder rauskommen.“ Bis 2016 lebten zeitweise bis zu 134 Geflüchtete in der Sporthalle, die innerhalb kürzester Zeit zu einer provisorischen Unterkunft umgestaltet worden war. Aufgrund der sinkenden Flüchtlingszahlen konnte die Unterkunft vor nunmehr drei Jahren geräumt und mit der Planung für eine erneute Nutzung als Sporthalle begonnen werden.

Im Anschluss an die Nutzung als Flüchtlingsunterkunft sei eine Sanierung weniger wirtschaftlich gewesen als ein Neubau. Diesen Entschluss fasste der Kreistag im Sommer 2017. 5,8 Millionen Euro hat die neue Sporthalle alles in allem gekostet. „Wir konnten den Kostenrahmen also einhalten“, kommentiert Fischle diese Zahl. 600 000 Euro davon kamen aus Sportstättenfördermitteln. Für Esslingens Landrat Heinz Eininger ist das eine besondere Förderung. „Wir sind einer von nur zwei Landkreisen, die Mittel aus der Sportstättenförderung für eine Kreissporthalle bekommen haben“, sagte er in seiner Ansprache. Für ihn ist der Neubau außerdem ein Zeichen, „dass die Belange unserer Schulen in sehr guten Händen sind“. Er gab zu bedenken, „dass wir seinerzeit ja nicht aus Jux und Tollerei die Sporthalle belegt haben. Uns wurden damals jede Woche neue Flüchtlinge vor die Tür gestellt, ohne Rücksicht auf unsere Kapazitäten zu nehmen“.

Eininger hob außerdem den Stellenwert der Schulen im Kreis Esslingen hervor. „Das sind mit dieser Turnhalle und anderen aktuellen Projekten mehr als 33 Millionen Euro, die wir in den kommenden Monaten in Betrieb nehmen werden“, sagte er. Bei 36 Millionen, die in einem Jahr als Mittel zur Verfügung stünden, seien die Schulen als deutlicher Investitionsschwerpunkt im Kreis auszumachen. „Diese Halle ist große Klasse“, lobte Eininger schließlich die Architekten. „Es ist eine moderne, funktionale, schöne Halle, die alles Notwendige hat.“

Nach den Ansprachen wurde die Sporthalle dann auch sportlich eingeweiht. Mit Step-Aerobic- und Hip-Hop-Darbietungen unterhielten die Schüler des Ernährungswissenschaftlichen Gymnasiums die Zuschauer. Im Anschluss lieferten sich Eininger, Fischle und Rainer Streule, der die Architekten vertrat, einen kleinen Wettkampf im Torwandschießen. Am Ende erzielten sowohl der Landrat als auch der Schulleiter jeweils einen Treffer – Unentschieden.

Die neue Dreifeldhalle werde von den Schülern bislang schon gut angenommen, sagte Fischle. „Sie finden sie – um es in Schülersprache zu sagen – super geil. Nach fünf Jahren sind alle schon ganz gierig darauf, endlich mal wieder Sportunterricht zu haben.“ Neu ist an der Sporthalle nicht nur, dass sie heller ist. Es gibt auch einen Kraftraum, den die alte Halle nicht hatte, und eine kleine Kletterwand an einer der Stirnseiten. Auch den Klimaschutz habe man beim Bau im Sinn behalten. Die Sporthalle ist ein sogenanntes KfW-40-Haus und benötigt nur 40 Prozent der Energie, die eine vergleichbare Sporthalle verbraucht. Neben den Schülern der KKS und FES sollen in Zukunft auch Schüler der John-F.-Kennedy-Schule sowie Vereine die Sporthalle nutzen können.

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