Nick Cave (rechts) mit seiner Band The Birthday Party im Jahr 1981 in einem Pub in London Foto: /David Corio

Ian Whites Dokumentarfilm „Mutiny In Heaven“ erzählt von den frühen Jahren Nick Caves mit der Band The Birthday Party, die den Sound des Post-Punk prägte.

Es gab einmal Zeiten, in denen Nick Cave noch nicht der Mann war, auf den sich alle mit gutem Musikgeschmack einigen konnten. Bevor der Australier in den 1980ern nach Westberlin zog und die Bad Seeds gründete, bevor er mit Kylie Minogue die düstere Folkrock-Ballade „Where The Wild Roses Grow“ oder mit Johnny Cash „I’m So Lonesome I Could Cry“ sang, bevor er Alben für die Ewigkeit wie „Murder Ballads“ oder „Push The Sky Away“ veröffentlichte, bevor er als Autor („Der Tod des Bunny Munro“) gefeiert wurde und mit Soloshows die Elbphilharmonie füllte, war Cave der Sänger einer schrillen, den Post-Punk prägenden Band namens The Birthday Party.

Aufstieg und Zerfall

Welches Charisma Nick Cave schon als 20-Jähriger hatte, macht Ian Whites Doku „Mutiny In Heaven“ gleich in den ersten Szenen deutlich, die Aufnahmen einer Liveshow von The Birthday Party zeigen. Mit einer Zigarette zwischen den Fingern steht Cave am Mikrofon, bevor graublaue, verwaschene Gegenlichtbilder Ausschnitte einer Show zwischen Coolness und Exzess zeigen.

Die Dokumentation „Mutiny In Heaven“ setzt der Band ein Denkmal, die in den 1970er Jahren in einem australischen Vorort von den Teenagern Nick Cave und Mick Harvey, die sich aus der Highschool kannten, gegründet wurde. Der Film folgt The Birthday Party von Melbourne nach London, erzählt eine Geschichte von Aufstieg und Zerfall, von wilder Kreativität und selbstzerstörerischer Kraft. Im Jahr 1984 löst sich die Band zerstritten auf.

Virtuos erzählte Bandgeschichte

Ian White schneidet virtuos Archivmaterial und Interviews aneinander, reichert die Geschichte mit Animationselementen und visuellen Effekten an. Und wenn man etwas an der Doku kritisieren möchte, dann höchstens, dass in diesem grandiosen Durcheinander die Musik von The Birthday Party selbst fast etwas zu kurz kommt.

Mutiny In Heaven – Nick Caves frühe Jahre.  Dokumentarfilm, Australien 2023. Regie: Ian White. 99 Minuten. Original mit Untertiteln.