Golshifteh Farahani (Mitte) als Azar Nafisi. Foto: Weltkino

In „Lolita lesen in Teheran“ schildert Eran Riklis, wie sich iranische Frauen unter Ajatollah Chomeini gedanklich in die westliche Literatur retteten.

Humbert Humbert ist pädophil und in die 12-jährige Dolores verliebt, seine „Lolita“, sein „Nymphchen“. Humbert Humbert ist krank; er ist aber auch nur ein rein fiktiver Charakter aus einem Roman von Vladimir Nabokov. Zur Zeit seiner Erstveröffentlichung um 1955 wurde „Lolita“ als pornografisch geächtet. Dabei bezieht man beim Lesen automatisch Opposition gegen Humbert und fühlt mit dem Opfer, und erfährt, dass der sexuell Deviante sich selbst belügt. Ein harter Stoff, für manche eine Zumutung. Für die iranische Literaturprofessorin Azar Nafisi (Golshifteh Farahani) bedeutet „Lolita“ zu lesen aber, über Themen wie Sexualität, Selbstbestimmung und Freiheit uneingeschränkt nachdenken zu können.

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