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Für Patienten mit einer chronischen Nesselsucht gehört quälender Juckreiz zum Alltag. Er belastet ihren Körper und die Psyche gleichermaßen. Am 1. Oktober informiert der Welt-Urtikaria-Tag über die Hauterkrankung und ermutigt Betroffene, den Teufelskreis aus Juckreiz und Stress zu durchbrechen.

Jeder vierte Deutsche kennt die Symptome

Sie sind ganz plötzlich da und kommen manchmal über Nacht: kleine Schwellungen auf der Haut, sogenannte Quaddeln, die fürchterlich jucken. Sie sind bis zu zwei Zentimeter groß und können sich zu größeren Schwellungen verbinden. Die juckenden Quaddeln sind ein typisches Symptom der Hauterkrankung Nesselsucht, medizinisch Urtikaria. Rund 25 Prozent der Deutschen haben schon einmal eine Nesselsucht durchlebt.

Ein Teufelskreis aus Juckreiz und Stress

Bleiben die Symptome länger als sechs Wochen bestehen, sprechen Ärzte von einer chronischen Nesselsucht. In Deutschland sind 800.000 Menschen davon betroffen. Diese Form der Nesselsucht belastet die Betroffenen nicht nur körperlich, der anhaltende Juckreiz schränkt ihren Alltag ein und wird zu einem enormen Stressfaktor. Ein Teufelskreis beginnt: Durch Stress können sich die Symptome der Nesselsucht verschlimmern, was die Betroffenen wiederum noch mehr belastet.

Um aus dem Teufelskreis auszubrechen, sollen Betroffene vermeidbarem Stress aus dem Weg gehen und ihr Stresslevel allgemein niedrig halten. Dabei helfen Entspannungsübungen wie die progressive Muskelentspannung, autogenes Training und regelmäßige Bewegung. Besonders hilfreich sind Sportarten, die auf Ausdauer ausgelegt sind, wie Radfahren, Schwimmen oder Joggen.

Der Welt-Urtikaria-Tag am 1. Oktober will Betroffenen mit einer chronischen Nesselsucht Mut machen und sie animieren, mit Ihrem Hautarzt über neue Therapieoptionen zu sprechen. Denn haben Patienten bereits mehrere Therapien ausprobiert, resignieren einige von Ihnen und suchen nicht mehr den Hautarzt auf.

Symptome lindern und Auslöser meiden

Im Fokus der Behandlung steht die Linderung der Symptome und das Meiden möglicher Auslöser. Dies können bei der spontanen Form chronische Entzündungen im Körper sein, beispielsweise an den Mandeln, Nasennebenhöhlen oder der Zahnwurzel. Außerdem kommen Unverträglichkeiten gegenüber Lebensmitteln oder Medikamenten in Frage. Bei der induzierbaren Form der chronischen Urtikaria lösen physikalische Reize von außen wie Wärme, Kälte und Druck den juckenden Hautausschlag aus.

Bei einer Urtikaria schütten körpereigene Abwehrzellen, die sogenannten Mastzellen, den Botenstoff Histamin aus. Das führt zur Ausbildung der Quaddeln auf der Haut und löst den Juckreiz aus. Um die Symptome zu lindern, erhalten die Patienten Antihistaminika. Diese helfen jedoch nur etwa der Hälfte der von einer spontanen chronischen Nesselsucht Betroffenen. Hilft auch eine Steigerung der Dosis nicht mehr ausreichend, können Hautärzte neuartige Biologika verschreiben. Biologika bestehen aus Antikörpern, die in die Entzündungsreaktion eingreifen und dafür sorgen, dass der Körper weniger Histamin ausschüttet

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