Ralf Vogel (re.), Jesús Martínez und Annika Wixler in der Kirche Foto: Lg/Julian Rettig

Beim ausgebuchten Nachtschicht-Gottesdienst mit Pfarrer Ralf Vogel in der Johanneskirche am Feuersee in Stuttgart drehte sich alles um eine harmonische Nachbarschaft.

Stuttgart - Die Abendgottesdienstreihe „Nachtschicht“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, ein übergeordnetes Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten. Statt einer Predigt gibt es ein Gespräch zwischen Pfarrer Ralf Vogel und seinen Gästen, die einen Bezug zum Thema herstellen. Beim sechsten Nachtschicht-Gottesdienst in der Johanneskirche am Feuersee drehte sich diesen Sonntag alles um das Thema Nachbarschaft.

Es ist schwierig, ein Lächeln auf der Straße zu bekommen

„Wann haben Sie zuletzt ein Schwätzchen mit den Nachbarn gehalten? Oder ist Ihr Nachbar ein unbekanntes Wesen?“, fragte Ralf Vogel direkt zu Beginn des Abends, der den Titel „Patch and Work“ trägt. „Patchwork heißen diese tollen bunten Decken. Wie schön wäre das, wenn das ein Gütesiegel für die Nachbarschaft werden würde?“, so Vogel weiter. Im Laufe des Abends stellten sich zwei Initiativen vor, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, das nachbarschaftliche Beisammensein in Stuttgart zu verbessern.

Der Verein Casa Schützenplatz – am Abend vertreten durch Jesús Martínez – möchte den Schützenplatz im Kernerviertel beleben und so das nachbarschaftliche Verhältnis im Quartier verbessern. „In den lokalen Straßen fehlt das Miteinander. Ich habe schnell gemerkt, dass es schwierig ist, ein Lächeln auf der Straße zu bekommen. Solche Projekte sollen das ändern“, sagte Martínez.

Flächen so gestalten, dass Nachbarn sich kennenlernen können

Auch Annika Wixler vom Projekt Wanderbaumallee liegt das Miteinander der Menschen am Herzen: „Wir hatten das Gefühl, dass uns in Stuttgart etwas Lebenswertes fehlt. Wir wollten die Flächen in Straßen anders gestalten, damit die Nachbarn sich kennenlernen.“ Deshalb kommen Wixler und ihre Kollegen auf Anfrage in die Quartiere und bauen mobile Ruhe-Inseln mit Bäumen und Sitzgelegenheiten auf, an denen sich die Nachbarn treffen können.

Eine dritte Initiative ist das Projekt Teilseiend aus Heidelberg. Da die Verantwortliche Yasemin Soylu aber aus gesundheitlichen Gründen nicht anwesend sein konnte, übernahm der Nachtschicht-Praktikant Tilmann Juche die Vorstellung des Projekts, in dem es darum geht „Verantwortung zu übernehmen“. Die Initiative stehe für „Vielfalt, Freiheit und Demokratie in Heidelberg“.

Neben den Initiativen sorgte besonders die A-cappella-Gruppe Die Füenf für Unterhaltung am Abend. Der nächste Nachtschichtgottesdienst findet am Samstag, 14. November, unter dem Motto „Play and Mobil“ im Hospitalhof statt.

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