Der frühere Sport-Ressortleiter der Eßlinger Zeitung ist mit 71 Jahren gestorben. Er war ein Verfechter eines stets modernen Journalismus.
Er war ein Mann, der sich für vieles interessierte. Wenn man Horst Jenne auch Jahre nach seinem Abschied von der Eßlinger Zeitung traf, etwa auf dem Marktplatz seines Wohnortes Wendlingen, dann fragte er, wie es denn so gehe bei der EZ und vor allem, wie es den Kolleginnen und Kollegen gehe. Aber er wollte noch viel mehr wissen. Und hatte viel mehr zu erzählen als das, was ihn in seinem beruflichen Leben geprägt hatte. Das war ziemlich sicher auch der Grund dafür, warum Horst Jenne so ein guter und beachteter Sportjournalist war. Er war einer, der weit über die Spielfeldbegrenzung und die Torlatte hinausschaute. Und er war einer, der immer seiner Zeit voraus war. Er war ein Verfechter eines stets modernen Journalismus.
Bis zu seinem Ausscheiden aus gesundheitlichen Gründen Anfang 2001 leitete Horst Jenne die Sportredaktion der Eßlinger Zeitung – und machte sie zu dem, was ihr Anerkennung weit über die Kreisgrenzen, auch bei vielen Kollegen, einbrachte: Eine Zeitung, die mit einem guten Team und viel Kreativität aus ihren Ressourcen das bestmögliche Blatt für ihre Leser machen und damit auch solche in den Sport ziehen möchte, die die Seiten sonst überblättern. Der Autor dieser Zeilen hat sich deshalb damals bei der Eßlinger Zeitung beworben.
Horst Jenne konnte sein Handwerk und gab sein Wissen darüber weiter. Aber er war immer offen für Neues, beobachtete die Entwicklung der Szene genau und war in vielen Bereichen ein Vorreiter. Weg von der reinen Ergebnisberichterstattung, mehr Hintergründe, Analysen, spannende Serien und Geschichten, bei denen Menschen im Mittelpunkt stehen – Horst Jenne hat bei der EZ den Anstoß dafür gegeben, lange, bevor andere Zeitungen in diese Richtung gingen.
Horst Jenne, der auch einige Zeit bei der Bild-Zeitung tätig war, fand nach einer mehrjährigen Auszeit mit Tätigkeiten in anderen Bereichen zum Sportjournalismus zurück. Für die Nürtinger Zeitung arbeitete er als freier Mitarbeiter, schrieb viel über Handball, aber auch Reportagen über Selbstversuche in verschiedenen Sportarten. Aber er machte noch viel mehr. Unter anderem spielte er Theater und engagierte sich beim Kinder- und Jugendhospizdienst in Kirchheim. Nun ist Horst Jenne im Alter von 71 Jahren gestorben.