Bernhard Blank Foto: privat

Er war Stadt- und Kreisrat in Esslingen, Referent des früheren Oberbürgermeisters Bauer und später Bürgermeister in Lohfelden. Nun ist Bernhard Blank im Alter von 80 Jahren gestorben.

Die Esslinger SPD trauert um einen ihrer profiliertesten Vertreter: Bernhard Blank ist am vergangenen Dienstag nach schwerer Krankheit – und doch für viele überraschend – im Alter von 80 Jahren gestorben. „Ein besonderer Mensch und großer Sozialdemokrat. Er wird uns mit dem, was und wie er war, sehr fehlen“ – so wird Blank von Mats Goch, dem Co-Vorsitzenden des SPD-Ortsvereins, gewürdigt. Viele erinnern sich an einen durch und durch politischen und zuweilen streitbaren Zeitgenossen, der mit präzisem Blick das Geschehen messerscharf zu analysieren verstand, der einen klaren politischen Kompass besaß und der seine Position unmissverständlich vertreten hat, auch wenn das nicht jedem immer gefallen hat.

Geboren im September 1944 in Landau, war Bernhard Blank mit seiner Familie schon kurz nach seiner Geburt nach Esslingen gezogen. Nach dem Studium arbeitete er zunächst als Lehrer. 1966 kam Blank wie sein langjähriger politischer Weggefährte Wolfgang Drexler zur Esslinger SPD, in der er sich fortan auf unterschiedlichste Weise engagiert hat – unter anderem von 1975 bis 1979 als Vorsitzender des SPD-Ortsvereins. 1971 wurde er in den Gemeinderat gewählt, von 1980 bis 1985 stand er der SPD-Ratsfraktion vor. Auch als Kreisrat hat er Akzente gesetzt.

Der Mann an OB Bauers Seite

Sozialdemokraten unter sich: Bernhard Blank (links) und Andreas Koch Foto: privat

Nach der Wahl seines Parteifreunds Ulrich Bauer zum Esslinger Oberbürgermeister im Jahr 1990 wurde Blank dessen persönlicher Referent und wichtigster kommunalpolitischer Ratgeber. Mehr als einmal half er, Klippen zu umschiffen, die er dank langjähriger Erfahrung in dem – auch damals nicht ganz einfachen – Esslinger Politikbetrieb frühzeitig sah.

Viele, die den politischen Menschen Bernhard Blank kennengelernt und erlebt haben, beschreiben ihn als Alphatier. Deshalb war es nur konsequent, dass er den Schritt in die erste Reihe wagte: 1992 wurde er zum Bürgermeister im nordhessischen Lohfelden gewählt. „Diese Rolle war ihm wie auf den Leib geschneidert“, resümieren seine beiden Söhne Stefan und Daniel, die sich ebenfalls in der SPD engagieren. „Bis zu seinem Tod ist er der Gemeinde und vielen Bürgerinnen und Bürgern von Lohfelden verbunden geblieben.“ Vieles von dem, was Blank in seiner Zeit in Lohfelden angestoßen und bewegt hat, prägt die nordhessische Kommune bis heute. „Als unkonventioneller, hemdsärmeliger Macher“ habe er bis zu seinem Abschied 2004 viel Gutes für Lohfelden bewirkt, bescheinigte ihm die dortige Presse, die auch seine Durchsetzungsstärke erwählt.

Bis zuletzt engagiert in Esslingen

Nach seiner Rückkehr nach Esslingen 2005 setzte Bernhard Blank seine Arbeit im örtlichen SPD-Arbeitskreis Umwelt fort. Zudem machte er die SPD-Arbeitsgemeinschaft 60 plus zusammen mit anderen zu einem einflussreichen Sprachrohr der älteren Generation.

Die SPD-Arbeitsgemeinschaft 60 plus hat Bernhard Blank viel zu verdanken. Foto: dpa

„Bernhard Blank war ein Generalist“, charakterisiert der ehemalige Stadt- und Kreisrat, Landtagsabgeordnete und Landtagsvizepräsident sowie heutige Esslinger Ehrenbürger Wolfgang Drexler seinen langjährigen politischen Weggefährten. „Auf allen Politikfeldern firm, bestach er vor allem durch seine strategischen und rhetorischen Fähigkeiten. Und er war bei aller Lust an der profilierten Auseinandersetzung stets auf den Kompromiss bedacht.“ Nicolas Fink, Esslinger Landtagsabgeordneter und Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion, ergänzt: „Unsere Esslinger SPD hätte Rat und Tat ihres Bernhard Blank noch gut gebrauchen können. So aber bleibt die Erinnerung an einen Parteifreund, dem Esslingen ans Herz gewachsen war und der sein Leben ganz auf das Wohl und Weh der Sozialdemokratie ausgerichtet hat.“

Die Trauerfeier für Bernhard Blank ist am Donnerstag, 5. Juni, um 13.45 Uhr in der Martinskirche in Oberesslingen. Mit seiner Ehefrau Elfie, den Söhnen Stefan und Daniel sowie deren Familien trauern viele um einen Mann, der das politische Leben und besonders die Sozialdemokratie in Esslingen über lange Jahre mit geprägt hat.