Von wegen Ferien! 1584 Schüler in Stuttgart haben sich gemeldet, um in den Sommerferien mittels der Lernbrücken ihre Corona-Lücken zu schließen. Foto: dpa/Arne Dedert

Für 1584 Stuttgarter Schüler hören die Sommerferien schon zwei Wochen früher auf. Damit folgen weniger als die Hälfte der Empfehlung, in den Lernbrücken ihre coronabedingten Lücken aufzufüllen. Allerdings gibt es laut Schulamt noch nicht genug Lehrer, die freiwillig ihre Ferien dafür opfern.

Stuttgart - Für 1584 Stuttgarter Schüler hören die Sommerferien schon zwei Wochen früher auf. Sie haben sich freiwillig für die sogenannten Lernbrücken angemeldet: ein Nachhilfe-Angebot, das sich besonders an Schüler richtet, die während der coronabedingten Schulschließungen schwer erreichbar waren. Damit folgen weniger als die Hälfte einer entsprechenden Empfehlung ihrer Lehrer. Laut Schulamt habe man die Maßnahme 3600 Schülern aus Grund-, Real-, Gemeinschafts- und Sonderschulen empfohlen, um ihre Lücken zu schließen.

„Wir können 135 Lernbrücken einrichten“, berichtete Schulamtschef Thomas Schenk. Also Lerngruppen mit maximal 16 Schülern. Allerdings gibt es laut Schulamt noch nicht genug Lehrer, die für die extra vergütete Tätigkeit freiwillig ihre Ferien opfern. Bisher hätten sich 185 Lehrer, künftige Lehrer und Pensionäre gemeldet, so Schenk. Allerdings reiche das noch nicht aus, weil etliche sich nur für fünf Tage des insgesamt zweiwöchigen Angebots bereitgefunden hätten. Man sei zwar bei Real-, Gemeinschafts- und Sonderschulen bereits komplett – „aber bei den Grundschulen müssen wir noch mal akquirieren“, so Schenk. Dabei habe man auch die Pensionäre im Blick.

Schulamtschef sieht keine Probleme wegen möglicher Infektionsrisiken

Probleme wegen möglicher Infektionsrisiken sieht Schenk für diese Gruppe nicht. „Die Schüler müssen alle eine Gesundheitserklärung abgeben, dass sie die letzten 14 Tage nicht in einem Risikogebiet waren, keinen Kontakt mit corona-infizierten Personen hatten und auch selber keine Symptome aufweisen.“ Allerdings könnten nicht alle Kinder an ihrer Stammschule unterrichtet werden – etwa wenn sich nur zwei Schüler gemeldet hätten. In solchen Fällen suche man nahe gelegene Nachbarschulen aus.

Die anderen Schularten lassen sich mehr Zeit für die Anmeldung und Organisation der Lernbrücken. Laut Regierungspräsidium können sich Schüler aus Gymnasien und beruflichen Schulen noch bis 22. Juli für die Nachhilfe anmelden.

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