Die Lage ist todernst, die Klimakatastrophe hat schon begonnen. Mit dem Projekt einer Nachhaltigkeits-Challenge wollen die Stadtwerke Esslingen Wege aufzeigen, wie sich der persönliche CO2-Fußabdruck verringern lässt. Eine Wendlinger WG lässt sich auf das Experiment ein.

Kreis Esslingen - Nur Wasser und Brot und möglichst nicht den Raum verlassen? Ein Lebensstil zwischen Knast und Klosterzelle wäre auch als strenge Ökodisziplin dann doch nicht gesellschaftsfähig. Aber auch die Nachhaltigkeits-Challenge der Stadtwerke Esslingen (SWE) in Zusammenarbeit mit der Eßlinger Zeitung und ES-TV kommt auf den ersten Blick so daher, wie sich der gemeine Umweltzyniker grünes Engagement vorstellt: als dröge Verzichtsmoral. Verpackt in ein Experiment: Jeweils eine Woche lang gibt’s – in dieser Reihenfolge – keine elektronischen Medien, nur Leitungswasser, kein Fleisch und zu guter Letzt kein Auto. Eine Wendlinger Wohngemeinschaft mit sieben jungen Leuten zwischen 23 und 28 Jahren wagt die Probe aufs CO2 sparende Exempel. Für Anne, Fintan, Marcel, Max, Patrick, Ria und Simone, allesamt Studierende oder Auszubildende, ist keineswegs ausgemacht, dass die Abstinenz von Fleischeslust, Gaspedal und Co. nur sauertöpfische Askese bedeutet – im Gegenteil. Auch wenn es dem einen oder der anderen graut vor handyloser Weltabgeschiedenheit oder schnitzelfreier Ernährungszone, geht das Septett „freudig“ in die Selbstversuche, wie Anne sagt: mit der Erwartung, etwas zu entdecken; zum Beispiel, dass es bereichernd sein kann, mit dem Rad zu fahren oder statt Dauerdaddeln auf dem Display seine Nase mal in ein Buch zu stecken. Oder dass Gemüse klasse schmecken und sogar satt machen kann. „Nachhaltigkeit ist bei uns ein großes Thema“, erzählt Anne, „aber es wird von den einzelnen Mitbewohnerinnen und Mitbewohnern auf unterschiedliche Weise und mit unterschiedlicher Konsequenz umgesetzt.“ Von der Teilnahme an der Nachhaltigkeits-Challenge versprechen sich die sieben (Wahl-)Schwaben Erfahrungen und Impulse auf dem ganz individuellen Weg zu einer Verkleinerung des persönlichen CO2-Fußabdrucks – und „cool fürs Gemeinschaftsgefühl“ sei die Aktion obendrein, freut sich Anne. So verwandelt sich Verzicht in mehrfacher Hinsicht in Gewinn – nicht zuletzt, weil die SWE Einsatz und Durchhaltevermögen mit zwei Jahren Gratis-Stromversorgung belohnen, selbstverständlich aus ökologischer Erzeugung. Und nicht nur den Akteuren soll ihr löbliches Beispiel etwas bringen, sondern eben auch beispielhaft auf andere wirken. Deshalb wird die Challenge dank der Unterstützung von EZ und ES-TV dokumentiert in vier Videofilmen, die über die SWE-Website zu sehen sind.

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