Quelle: Unbekannt

Am Anfang standen Christoph Lung und Johannes Lutz im kolumbianischen Dschungel. Genau dort, zwischen grünen Palmen und Tiergeräuschen kam ihnen die Idee zum Duschbrocken: Ein festes Shampoo und Duschgel in einem – zum Reisen und für Zuhause.

Stuttgart Vor einem Jahr haben die beiden Gründer den Duschbrocken entwickelt. Seitdem haben der Duschbrocken und seine Gründer ein aufregendes Jahr hinter sich – voller Zufälle, Begegnungen und vielen Erkenntnissen über die Haarpflege.
Kurz und knapp: Was ist die Idee hinter dem Duschbrocken?
Lutz: Unsere oberste Mission ist zu sagen, Nachhaltigkeit kann auch cool sein. Etwas zu haben, was nicht auf Kosten des Erlebnisses geht, um nachhaltig zu sein. Also der Duschbrocken braucht keine Plastikverpackung, keine Zusätze und schäumt und duftet trotzdem. Christoph sagt immer, die ganzen Öko-Seifen, die es gibt, sind alle olivegrün und riechen nach „Mutter Erde“.
Lung: Genau. Wenn das Shampoo oder die Seife nicht mehr benutzt wird, weil die Haare dann schlierig sind oder man sich mit Roggenmehl danach noch die Haare ausspülen muss – das macht dann einfach keinen Spaß mehr.


Sie haben direkt nach dem Studium und der Weltreise den Duschbrocken entwickelt. Sind Sie jetzt hauptberuflich „Schaumköpfe“?
Lutz: Wir sind beide keine Chemiker und haben beide Wirtschaft studiert. Und wir machen heute hauptberuflich die Duschbrocken.
Lung: Am Anfang haben wir uns nichts von den Einnahmen ausbezahlt, weil wir bewusst gesagt haben, wir wollen erstmal, dass der Duschbrocken wächst. Mittlerweile zahlen wir uns ein Gehalt aus für Miete, Essen und Trinken. Aber wir haben auf der Weltreise gelernt, minimalistisch zu leben. Wir zahlen uns nicht komplett aus.
Was war der spannendste Moment im letzten Jahr mit dem Duschbrocken?
Lung: Am spannendsten war der Moment, als wir in der Wohnung zusammensaßen und kurz davor waren, die Crowdfunding-Kampagne zu starten. Wo du wusstest, du hast jetzt alles vorbereitet für die Kampagne und jetzt willst du mal wissen, ob der Duschbrocken mehr Leute interessiert. Wir hatten gutes Feedback bekommen, aber wir wussten nicht, wohin es führt. Der erste Tag war sehr entscheidend, um ein Gefühl zu bekommen, in welche Richtung die Kampagne laufen wird. Wissen kann man es nicht.
Lutz: Und darauf aufbauend: Das Spannendste ist die Rückmeldung von Kunden. Über Instagram und Facebook versuchen wir so nah wie möglich an unsere Kunden zu kommen. Über Instagram-Bilder erfahren wir auch, wohin der Duschbrocken mit unseren Kunden reist und sehen, dass der Duschbrocken Anklang findet. Gleichzeitig ist das Herausforderndste, dass wir noch mehr Menschen erreichen können.
Hat sich der Grundgedanke hinter dem Duschbrocken mit der Zeit verändert?
Lutz: Der Grundgedanke ist der gleiche und wird auch immer gleichbleiben. Ich glaube, die Überlegung, wie man das kommuniziert, hat sich verändert.
Lung: Wir haben eben gedacht, der Duschbrocken ist super praktisch zum Reisen. Was wir jetzt immer stärker merken, ist, dass Menschen die Seifen auf Reisen benutzen, aber auch Zuhause. Wir haben damit eine viel größere Zielgruppe und nicht nur die Menschen die auf Reisen gehen.
Welche Probleme mit dem Duschbrocken sind Ihnen in Erinnerung?
Lutz: Das allergrößte Problem, das wir auch immer noch haben, ist, dass die Nachfrage größer ist, als die Menge, die wir produzieren können. Ein Luxusproblem – aber das hat schon die ein oder andere schlaflose Nacht gebracht.
Lung: Genau, das ist natürlich das schönste Problem der Welt. Aber wir wollen so transparent wie möglich zeigen, was wir machen. Wir wollen transparent zeigen, wie die Lieferzeiten entstehen und dass jeder Schritt Handarbeit ist und jeder Duschbrocken von uns produziert wird.
Welche Zufälle und Begegnungen haben den Duschbrocken geprägt?
Lutz: Wenn wir über den Duschbrocken geredet haben, dann kamen manchmal über die abstrusesten Wege irgendwelche Kontakte oder auch Lösungen für Probleme. Damit haben wir dann selbst gar nicht gerechnet. Zum Beispiel: Der Kontakt zu unserem Partner Seifen Haag entstand tatsächlich über meinen Kieferorthopäden. Das war kurios – wie so vieles beim Duschbrocken.
Wie sieht ein Arbeitstag bei Ihnen aus?
Lutz: Über einzelne Arbeitsstunden sprechen wir gar nicht, weil wir die auch gar nicht aufschreiben.
Lung: Über Wochentage auch nicht.
Lutz: Mittlerweile haben wir auch Unterstützung von einer Mitarbeiterin.
Lung: Also wir haben verschiedene Arbeitsplätze: Das Verpacken, der Versand und das Büro ist in unserer Schaumstation, in unseren Räumen im Hallschlag. Wir packen jeden einzelnen Brocken in Kraftpapier, machen eine Schleife rum, dann bekommt jeder ein Siegel.
Lutz: Bis auf die Produktion, die dürfen wir in der Seifenmanufaktur bei Seifen Haag machen. Seifen Haag ist sozusagen auch ein Förderer des Duschbrocken. Nach 5 Monaten experimentieren haben wir nun auch die richtige Zusammensetzung der Inhaltstoffe – denn die mussten wir für die Maschinen anpassen.
Lung: Davor haben wir alles mit der Hand geknetet. Nun mussten wir herausfinden, wie wir unser Rezept für die Maschinen anpassen – ohne dabei die Inhaltsstoffe zu verändern.

Das Interview führte Simone Lohner.

Die Gründer und ihr Produkt

Die Personen: Johannes Lutz hat Wirtschaft in Reutlingen und Dublin studiert und wohnt in Stuttgart. Christoph Lung hat in Nürnberg Wirtschaft studiert und lebt im Raum Nürnberg.
Die Idee: Die beiden Gründer haben sich auf Weltreise kennengelernt. Beide sind dann wieder getrennt weitergereist und haben sich in Kolumbien wieder getroffen. Dort entstand die Idee des Duschbrocken. Ende 2017 sind sie nach Deutschland gekommen. Dann wurde aus der Idee ein Plan. Ab Januar 2018 starteten beide in die Entwicklungsphase des Duschbrocken. Die Crowdfunding-Kampagne im Juni war ein voller Erfolg – bereits am ersten Tag. Zunächst produzierten sie die Duschbrocken in der heimischen Waschküche, die ganze Familie testete die Duschbrocken. Danach wurden die Duschbrocken in einem gemieteten Raum, ohne Maschinen hergestellt. Nun sind sie in der Seifenmanufaktur Seifen Haag, stellen die Duschbrocken noch per Hand her und werden von ein paar Maschinen unterstützt. Im Monat werde zirka 5600 bis 6000 Duschbrocken hergestellt.
Das Produkt: Der Duschbrocken ist eine 2in1-Lösung, Duschgel und Shampoo, zusammengefügt als handlicher Brocken und verpackt in einer FAIRpackung aus Weißblech. Der Brocken enthält vegane, natürliche Inhaltsstoffen und wird von den Gründern selbst produziert und verpackt. Ein Ziel der beiden Gründer ist, dass der der Duschbrocken bald in Unverpackt-Läden erhältlich ist.

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