Sieben Tage lang sind Teilnehmer der Tour de Fair in der Region unterwegs. Sie besuchen Weltläden und andere Akteure, die sich für nachhaltige Entwicklung einsetzen.
Unter dem Motto „Vom Albtrauf bis zum Neckartal“ sind 20 Akteure des fairen Handels aus dem ganzen Bundesgebiet bei der Tour de Fair in der Region unterwegs. Die einwöchige Tour findet jedes Jahr in einer anderen Region statt, um das Augenmerk auf den fairen Handel zu richten – obendrein steht der Austausch untereinander im Fokus. Auf der Etappe von Kirchheim über Wendlingen nach Nürtingen machten die Radler auch am Weltladen in der Köngener Fußgängerzone Station.
Tour de Fair gibt es seit 2002
Die Tour de Fair gibt es seit 2002 und ist eine mehrtägige Radtour von Weltladen-Akteuren für Weltladen-Akteure. Sie findet jeden Sommer in einer anderen Region Deutschlands statt. Gerhard Werum ist Mitorganisator der Tour und radelt seit 2013 mit. „Wir wollen zeigen, dass es immer Alternativen gibt, die fair gehandelt sind“, sagt der Hesse, der sich seit Jahren im Weltladen in Dieburg in der Nähe von Darmstadt engagiert. In Köngen steht das Mittagessen für das 20-köpfige Radler-Team auf dem Programm. Vor dem Weltladen sind Biergarnituren aufgebaut, ein gesundes Buffet lockt mit Snacks. Einige Passanten bleiben stehen und kommen mit den Radlern ins Gespräch – auch Köngens Bürgermeister Ronald Scholz schaut vorbei. Neben der Öffentlichkeitsarbeit ist aber auch der Austausch untereinander wichtig. „Wir ziehen alle an dem selben Strang, trotzdem sieht jeder Weltladen anders aus und hat andere Schwerpunkte“, erklärt Werum.
Weltläden mit verschiedenen Schwerpunkten
Hartmut Damke aus Minden radelt dieses Jahr bereits zum 15 Mal mit. Bei der Stippvisite im Köngener Weltladen hat er das Mehrweggeschirr der Firma „ajaa“ aus Filderstadt entdeckt. Der Hersteller hat bei den bunten Vesperboxen, Tellern und Bechern komplett auf Kunststoff und Weichmacher verzichtet. Verwendet werden nur natürliche Materialien: Zuckerrohr und Mineralien – dennoch ist das Geschirr hitzebeständig und spülmaschinenfest. „Das merke ich mir für unseren Laden in Minden“, kündigt Damke an. Und auch wenn es bereits sein 15 Mal ist – die Innenausstattung der Läden schaut sich Damke trotzdem ganz genau an: „Es immer interessant zu schauen, wie machen die anderen das, wie sind die Regale aufgestellt, wie werde die Waren präsentiert“, erklärt er.
Regionales Entwicklungskonzept
Mitorganisator Werum ist besonders beeindruckt, wie tief die Weltläden hierzulande in der Region verwurzelt sind: „Ganz konkret zum Beispiel die Aktion ‚Schmeck’ die Teck’ – so etwas in der Art gibt es bei uns in Hessen noch nicht.“ Die Arbeitsgruppe Verein „Schmeck’ die Teck - Verein zur Förderung der regionalen Vermarktung“ hat sich aus der Lokalen Agenda 21 in Kirchheim heraus gebildet und vernetzt seit April 2001 Akteure eines integrierten regionalen Entwicklungskonzeptes für die Region.
29 Betriebe machen mit
Aktuell sind 29 erzeugende und weiterverarbeitende Betriebe aus Kirchheim, Weilheim und Lenningen dabei. Eine Verkostung auf dem Sulzburghof in Lenningen hat den fairen Radlern das Konzept näher gebracht. Auch der Besuch im Nürtinger Welthaus, dass sich aus einer Bürgerinnengenossenschaft heraus gründete, sorgte für Begeisterung. „Das ist ein außergewöhnliches Konzept“, lobt Werum. Zum Abschluss der diesjährigen Tour de Fair radeln die Teilnehmer von Cannstatt nach Schorndorf. Dort stehen unter anderem ein Besuch der Stabsstelle Mobilität, der Besuch des Weltladen „el Mundo“ und ein Infobericht über den Weltladen-Dachverband auf dem Programm.