Schön ist er schon, der Z4. Foto: Bernhard Limberger - Bernhard Limberger

BMW ist beim neuen Z4 zum Stoffdach zurückgekehrt und hat dadurch gleichzeitig den Laderaum enorm vergrößert.

EsslingenWas ist da los? Die Anzahl der Cabrio-Zulassungen hat sich in den vergangenen zehn Jahren auf die Hälfte reduziert. Macht das nach oben offene Fahren keinen Spaß mehr? Natürlich macht es das! Aber es gibt halt nur noch halb so viele Modelle wie etwa 2009.

Einige Hersteller bieten gar keine Cabrios mehr an. Vor allem die mit den Klappdächern wurden eingestellt, beispielsweise VW Eos und Beetle, Renault Mégane CC oder Peugeot 207 CC und 308 CC. Ein Grund dürfte die geringe Stückzahl sowie die komplizierte und mängelanfällige Konstruktion dieser Metallklappdächer sein, die das Auto verteuern und auch noch ziemlich schwer machen. Ein Nachteil ist bei Cabrios auch oft der zu geringe Laderaum, wenn das Dach geöffnet ist, beziehungsweise verstaut wurde. BMW hat beim neuen Z4 die Konsequenzen gezogen, ist zum Stoffdach zurückgekehrt und hat dadurch auch gleichzeitig den Laderaum enorm vergrößert: Er fasst sowohl bei geöffnetem als auch bei geschlossenem Dach 281 Liter Gepäck, also über 100 Liter mehr als beim Vorgänger mit geöffnetem Dach. Da passt schon was rein! Zeit zur Entwicklung gab es genug, hatte man doch zwischen der alten und der neuen Z4-Generation eine zweijährige Produktionspause eingelegt.

Die Preise starten bei 40.950 Euro für den Z4 20i, wobei dann ein 2,0 Liter großen Vierzylinder unter der lang gezogenen Haube steckt, der 145 kW/197 PS leistet, in 6,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigt und bis zu 240 km/h erreicht. Dabei verbraucht er laut BMW im Schnitt 6,0 Liter (CO2: 137 g/km). Wem diese Power nicht reicht, der greift zum 30i (kostet 8.000 Euro mehr), dessen Werte mit 190 kW/258 PS, 5,4 Sekunden und 250 km/h angegeben werden (mit 8-Gang-Steptronic/Automatik). Topmodell ist aber der M40i (ab 60.950 Euro) mit einem 3,0-Liter-Sechszylinder und 250 kW/340 PS. Damit katapultiert man den Z4 förmlich in 4,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht ein Spitzentempo von (abgeriegelten) 250 km/h. Seinen Verbrauch gibt BMW mit 7,1 Litern und den CO2-Ausstoß mit 162 g/km an.

Verdeck öffnet in zehn Sekunden

Schneller zur Sache geht es auch mit dem klassischen Stoffverdeck, das sich innerhalb zehn Sekunden – und bis zu einem Tempo von 50 km/h - hinter die beiden Sitze legt, egal ob im Kofferraum Gepäck ist oder nicht. Ein klarer Fortschritt gegenüber dem Vorgänger. Was geradezu verblüfft: Die Bayern haben doch tatsächlich im Zweisitzer eine Skidurchlade eingebaut. Das hätte der selige Harry Valerien sicherlich mit einem anerkennenden „Sappradi“ kommentiert. Platz ist freilich nur für zwei Personen, der Z4 ist schließlich ein Roadster. Obwohl: In seinen Ausmaßen ist er etwas gewachsen, misst nun in der Länge 4,32 Meter.

Die Auswahl an Fahrerassistenzsystemen für den Z4 ist BMW-typisch mehr als umfangreich. Auffahr- und Personenwarnung mit City-Bremsfunktion sowie Spurverlassenswarner sind beispielsweise serienmäßig. Optional erhältlich sind beispielsweise aktive Geschwindigkeitsregelung mit Stop & Go-Funktion, Verkehrszeichenerkennung, Abstandsinformation, Spurwechsel-, Heckkollisions- und Querverkehrswarnung, Active Park Distance Control, Rückfahrkamera, Parkassistent mit automatisierter Längs- und Querführung beim Ein- und Ausparken sowie Rückfahrassistent. Erstmals ist für einen Roadster auch ein Head-Up Display verfügbar. Gebaut wird der neue Z4 bei Magna-Steyr in Graz. Der Roadster wird exklusiv in Österreich für den gesamten Weltmarkt produziert. Auch alle Motoren des Z4 kommen aus Österreich: So werden die 6- und 4-Zylinder-Triebwerke des Z4 vollständig im weltgrößten Motorenwerk der BMW Group in Steyr/Oberösterreich gefertigt. Somit ist der neue Roadster nach Angaben von BMW „durch und durch ein echter Österreicher“.

Bei Magna-Steyr in Graz wird übrigens auch der neue Toyota Supra gefertigt. Der Zweisitzer feiert – nach fast 20 (!) Jahren ebenfalls sein Comeback. Der Fall ist klar: BMW und Toyota machen bei ihren neuen Roadstern quasi gemeinsame Sache – Z4 und Supra haben nämlich die gleiche Plattform., unterscheiden sich allerdings im Outfit schon beträchtlich.

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