Der Radweg zwischen Flacht und Rutesheim soll breiter werden – das dauert aber noch. Foto: imago/Angerer

Wegen einer Finanzierungslücke im Landkreis-Haushalt musste der Baustart des Radwegs warten. Eine frohe Botschaft aus dem Regierungspräsidium bringt das Vorhaben in Schwung.

Seit einigen Jahren plant der Landkreis Böblingen den Ausbau des Rad- und Fußwegs entlang der Kreisstraße 1017 zwischen Rutesheim und Flacht. Für Radler ist das seit jeher eine gute Nachricht – allerdings dauert alles länger als gedacht. Das lag unter anderen an Finanzierungsproblemen. Jetzt gibt es Neues zum Baubeginn und zur Finanzierung des Projekts.

Konkret geht es um eine Strecke von rund zwei Kilometern zwischen dem Kreisverkehr am Ortsausgang Rutesheim und dem Kreisverkehr südlich von Flacht. Hier gibt es schon einen Radweg, der laut Gemeinderatsunterlagen aus Rutesheim im Jahr 1986 relativ einfach und kostengünstig angelegt wurde – und weniger als zwei Meter Breite hat. Das entspricht nicht mehr den Standards, die eine Breite von drei Metern vorsehen.

Radweg von Flacht nach Rutesheim: Auch für Schulkinder wichtig

Klar ist aber auch, dass der Weg eine wichtige Radverkehrsader in der Gegend ist. Unter anderem besuchen zahlreiche Kinder aus Weissach und Flacht die weiterführende Schule in Rutesheim und nutzen die Strecke mit dem Fahrrad. „Die Strecke ist Teil der Radverkehrskonzeption des Landkreises und stellt eine Hauptradverkehrsverbindung erster Ordnung dar“, heißt es in einer Mitteilung des Regierungspräsidiums Stuttgart. Die Breite von drei Metern soll „dem prognostizierten Potenzial von 450 Radfahrten pro Tag gerecht“ werden.

Mehr Sicherheit für Radler: Die Kreisstraße bekommt Schutzplanken

Außerdem sei der bisherige Sicherheitsabstand zwischen der Kreisstraße und Radweg zu gering. Deswegen sollen künftig Schutzplanken zur Absicherung der Verkehrsteilnehmer installiert werden. Hinzu kommt eine Querungshilfe, außerdem soll ein Wasserkanal saniert werden, der unter dem Radweg entlang führt. Die relativ hohen Baukosten für das Projekt – geschätzt rund 2,8 Millionen Euro – hingen mit eben jener Kanalsanierung zusammen, erklärt das Landratsamt Böblingen auf Anfrage unserer Zeitung. Sie mache knapp die Hälfte der Gesamtkosten aus.

Land fördert Radweg mit knapp 900 000 Euro

Für das Projekt soll es nun eine finanzielle Förderung vom Land Baden-Württemberg geben, das verkündete jüngst das Regierungspräsidium. Rund 882 000 Euro sollen demnach aus einem Förderprogramm für Rad- und Fußverkehr fließen.

Fragen rund um die Förderung waren es auch, die das Projekt verzögert hatten. Ein Baustart war ursprünglich für Herbst 2024 vorgesehen gewesen. 2021 hatte der Landkreis erstmals Förderungen für das Projekt beantragt, eine Kostenübernahme in Höhe von 90 Prozent war in Aussicht gestanden.

Baustart frühestens im Herbst 2026

Seitdem sind die Baukosten allerdings erheblich gestiegen. Wegen einer Novellierung der entsprechenden Verwaltungsvorschrift zum sogenannten Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz konnte diese Steigerung bei der Förderung nicht mehr in voller Höhe berücksichtigt werden, heißt es seitens des Landratsamts. Die entstandene Finanzierungslücke sei im Landkreishaushalt „nicht abgebildet“ gewesen.

Mit der neuen Förderzusage des Landes Baden-Württemberg könne man jetzt auch Anträge auf Bundesmittel stellen, so die Pressestelle. „Aus der Kombination beider Förderprogramme könnte sich die Finanzierungslücke wesentlich reduzieren und annähernd die ursprünglich eingeplante Förderquote erreichen“, so ein Sprecher. Losgehen könnte der Bau dann frühestens im Herbst nächsten Jahres.