Amtsinhaber Fritz Kuhn (links) gratuliert seinem Nachfolger Frank Nopper am Wahlabend im Stuttgarter Rathaus. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Fritz Kuhn verlässt das Stuttgarter Rathaus am 6. Januar. Mit ihm werden einige Weggefährten gehen oder innerhalb der Stadtverwaltung wechseln. Der neue OB Frank Nopper muss sich jetzt seine Mannschaft zusammenstellen – allzu viel Spielraum hat er dabei freilich nicht.

Stuttgart - Die Landeshauptstadt bekommt einen neuen Oberbürgermeister. Anders als der Noch-Amtsinhaber Fritz Kuhn hat Frank Nopper nicht das Parteibuch der Grünen, sondern das der CDU. Ein solcher Wechsel zieht meistens auch personelle Rochaden im Umfeld eines neuen OB nach sich. Sei es, weil die Parteizugehörigkeit ein Problem darstellt – oder auch, weil es einfach persönlich nicht passt.

Wen also will der Neue ins Rathaus mitbringen? Frank Nopper hält sich noch bedeckt – und verweist darauf, bis zu seinem Amtsantritt in Stuttgart im Januar oder Februar jetzt erst einmal als Oberbürgermeister von Backnang voll gefordert zu sein. Die Personalfrage werde sich in den nächsten Wochen klären. „So kurz nach der Wahl gibt es diesbezüglich noch keine konkreten Pläne. Es werden aber gegenwärtig erste Gespräche geführt“, sagt er.

Klar ist, dass es auf jeden Fall Wechsel geben wird. So hat Andreas Scharf, Leiter der Abteilung Kommunikation und Sprecher des Oberbürgermeisters, angekündigt, gemeinsam mit Fritz Kuhn Anfang Januar das Rathaus zu verlassen und in den Ruhestand zu gehen. Kuhns Persönliche Referentin Julia Ebling wechselt dem Vernehmen nach innerhalb der Stadtverwaltung den Job.

Der Gemeinderat entscheidet

Doch bei diesen Personalien dürfte es nicht bleiben. Jeder Wechsel gibt Nopper die Gelegenheit, bei der Nachbesetzung der Stelle eigene Kandidaten ins Spiel zu bringen. „Der Oberbürgermeister kann in seinem Geschäftsbereich Vorschläge machen“, sagt ein Sprecher der Stadt. Klar ist jedoch: Er kann zwar vorschlagen, entscheiden muss aber der Gemeinderat. Und falls der neue Chef mit jemandem aus seinem Umfeld im Rathaus nicht gut kann, muss er Alternativen bieten: „Der Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin muss dann amtsangemessen beschäftigt werden“, so der Sprecher. Letztendlich gehe es einfach wie in jedem Berufsumfeld darum, wie alles zusammenpasse.

Bürgermeisterposten neu besetzen oder Amtsleiter austauschen kann ein neuer OB nicht. Die Einflussmöglichkeiten beschränken sich auf seinen eigenen Geschäftsbereich. Der umfasst in Stuttgart allerdings zahlreiche Abteilungen. Dazu gehören unter anderen die Kommunikation, die Wirtschaftsförderung, die Abteilung für Chancengleichheit, das Kinderbüro, das Beschwerdemanagement, die Abteilung Protokoll, Empfänge und Ehrungen, die rechtliche Koordination sowie das Referat Strategische Planung und Nachhaltige Mobilität.

Fritz Kuhn hat angekündigt, mit seinem letzten Arbeitstag am 6. Januar in den Ruhestand zu gehen. Auch wenn bisher wegen möglicher Klagen gegen die OB-Wahl unsicher ist, ob Nopper dann sofort übernehmen kann, sollte die Mannschaft bis dahin weit gehend stehen.

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