Mit einem OPC-Sportfahrwerk ausgestattet: Der neue Opel Corsa GSi. Foto: Opel Automobile GmbH - Opel Automobile GmbH

Opel hat mit dem Corsa GSi noch mal einen betont sportlichen Ableger seines erfolgreichen Kleinwagens auf den Markt gebracht.

RüsselsheimWer von einem Automodell schon 14 Millionen Einheiten verkauft hat, kann sehr stolz auf sich sein. Das gilt für Opel und den Corsa, der den Rüsselsheimern seit 1988 gesunde Absatzzahlen beschert, was bei den meisten anderen mit dem Blitz im Kühlergrill nicht immer gelungen ist.

Das aktuelle Modell, der Corsa E, ist noch unter GM-Zugehörigkeit entwickelt worden – und wird voraussichtlich 2019 auf einer neuen PSA-Plattform daher kommen. Ob er dann noch Corsa heißt, bleibt abzuwarten – ist aber anzunehmen. Bevor es soweit ist, hat Opel mit dem Corsa GSi jetzt noch mal einen betont sportlichen Ableger des Kleinwagens auf den Markt gebracht. Dieser wird nicht nur Opel-Fans interessieren, zumal es der Letzte seiner Art ist und er dadurch zum potenziellen Klassiker avancieren dürfte.

Der Dreitürer hat einen Benziner mit 110 kW/150 PS unter der Haube und ist ab 19 960 Euro erhältlich, also ein paar Tausender billiger als der vergleichbare VW Polo GTI oder Ford Fiesta ST (die allerdings je 200 PS aufweisen). Aber auch der Suzuki Swift Sport, mit nur 140 PS, ist noch rund 1500 Euro teurer. Erkenntlich ist der Corsa GSi schon von Weitem durch sein schärferes Design mit großen angedeuteten Lufteinlässen und Wabengrill. Das kraftvolle Styling findet sich auch in der Rückansicht wieder. Der markante Heckspoiler an der Dachkante sorgt für zusätzlichen Abtrieb; das sportlich verchromte Auspuffrohr wird von einer Heckschürzenlippe in Wagenfarbe umrahmt.

Besonders stark am Berg

Dass der neue, 4,02 Meter lange, mit einem präzisen Sechsgang-Schaltgetriebe ausgestattete GSi auch auf Krawall gebürstet ist, das liegt nicht unbedingt am Sprintwert (8,9 Sekunden) oder an der Spitzengeschwindigkeit (207 km/h), sondern am Sportfahrwerk (stammt aus dem Corsa OPC), dessen Stärken vor allem bei kurvigen Bergfahrten zum Vorschein kommen: Der Fünfsitzer ist ein wahrer Kurvenkünstler! Das hat er schon vor seiner Markteinführung bei seinen letzten Tests auf der Nordschleife des Nürburgrings bewiesen, wo er nach Angaben von Opel „in der grünen Hölle gereift“ ist.

Der 1,4-Liter-Turbobenziner hat ein Drehmoment von 220 Newtonmeter, zieht in 9,9 Sekunden im fünften Gang von 80 auf 120 km/h, benötigt laut Opel im Schnitt 6,1 Liter Benzin (CO2: 139 g/km) und erfüllt jetzt schon die erst in einem Jahr erforderliche Abgasnorm Euro 6d-Temp. OPC-Sport-Feeling herrscht auch im Innenraum: Der optionale Recaro-Performancesitz weckt ebenso wie das Sportlederlenkrad, der Lederschaltknauf und die Aluminium-Sportpedale die Lust auf flotten Fahrspaß. Dieser geht einher mit moderner Konnektivität im Innenraum: Auf Wunsch ist das Opel-Infotainment-System IntelliLink mit an Bord – und damit die Smartphone-Welt von Apple iOS- und Android-Geräten.

Sportliche GSi haben bei Opel Tradition: Schon der Manta GSi und der Kadett GSi mit 115 PS starkem 1,8-Liter-Motor sorgten 1984 für Adrenalin im Blut. Gerade einmal vier Jahre später übernahm der Kadett 2.0 GSi mit 150 PS starkem 16V-Zweiliter-Triebwerk samt zwei obenliegender Nockenwellen den sportlichen Staffelstab bei den Rüsselsheimern. Auch Fahrer der ersten Astra-Generation kamen in den Genuss dieses Motors; als Alternative bot Opel 1993 schließlich den Astra GSi mit 1,8-Liter-Aggregat und 125 PS an. Der erste Spross der Corsa GSi-Familie fuhr 1988 als Corsa A mit 100 PS vor – das Erstmodell ist unter Kennern beleibt und gilt schon seit geraumer Zeit ein gesuchter Klassiker. Ab Herbst 2012 legten Opel und der Corsa GSi eine Pause ein – jetzt, nach sechs Jahren, feiert der kleine Kraftzwerg also sein Comeback.

Von Anfang 2019 bis Ende 2020 will Opel insgesamt acht komplett neue oder überarbeitete Modelle auf den Markt bringen, darunter soll auch ein rein elektrischer Corsa sein. Um die strengen künftigen CO2-Grenzwerte einzuhalten und sich auf Segmente mit hohen Volumen zu konzentrieren, werden nach Angaben des Herstellers die Modelle Adam, Karl und das Cabrio Cascada keine Nachfolger erhalten. Sie bleiben jedoch bis Ende 2019 im Handel, heißt es.

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