Foto: DPA - Jens Büttner

Ein Zweitklässler verletzt eine Lehrerin mit einem Messer. Noch sind nicht alle Hintergründe klar. Das Kultusministerium verlangt einen Bericht, Lehrer wollen Schutz.

Teningen (dpa/lsw) - Nachdem ein sieben Jahre alter Zweitklässer eine Lehrerin mit einem Messer verletzt hat, erwartet das Kultusministerium einen Bericht des staatlichen Schulamts und des Regierungspräsidiums Freiburg. Dieser sollte noch am Montag abgegeben werden, sagte ein Sprecher des Regierungspräsidiums. Der Vorfall hatte sich am 6. März in einer Grundschule in Teningen (Kreis Emmendingen) ereignet. Nach Angaben der Polizei wurde die Lehrerin verletzt und musste ärztlich behandelt werden. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg forderte das Land auf, seine Lehrkräfte besser zu schützen.

Der Siebenjährige soll nach einem Bericht der «Bild»-Zeitung schon mehrfach gewalttätig gewesen sein. Die Lehrerin und ihre Kollegen hätten die Behörden immer wieder vor dem Zweitklässler gewarnt.

Das Kultusministerium sprach von einem erschütterndem Vorfall, der umfassend aufgeklärt werden müsse. Das Ministerium sei in den Vorgang bislang nicht einbezogen worden, teilte eine Sprecherin mit.

Der Polizei zufolge war es auf dem Flur vor dem Klassenzimmer zwischen der Lehrerin und dem Siebenjährigen zu einer Auseinandersetzung gekommen. Das kleine Küchenmesser habe zur Schule gehört, der Junge habe es nicht mitgebracht. Es sei keine bewusste Attacke des Kindes gewesen, hatte die Polizei betont.

Lehrkräfte müssten das Gefühl haben, dass der Dienstherr ohne Wenn und Aber hinter ihnen stehe, forderte der VBE-Landesvorsitzende Gerhard Brand. Der Verband habe auf das Problem der Gewalt gegen Lehrkräfte mehrfach aufmerksam gemacht. Passiert sei jedoch nichts.

Gewalt gegen Lehrkräfte sei immer noch ein Tabuthema, auch beim Dienstherrn. Eine Umfrage habe 2016 gezeigt, dass vier Prozent der Lehrer in Baden-Württemberg bereits angegriffen worden seien. Der VBE fordert die bessere Ausstattung der Schulen mit Sonderpädagogen, Schulpsychologen und Sozialarbeiten.

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