Deizisaus Marcel Killat hat sich schon gegen Daniel Roos durchgesetzt und nur noch Neuhausens Torhüter Magnus Becker vor sich. Youngster Florian Distel (rechts), der trotz Neuhausener Niederlage ein starkes Finale spielt, beobachtet die Szene. Quelle: Unbekannt

Nach elf Jahren hat Württembergligist TSV Deizisau mal wieder den EZ-Handballpokal gewonnen. Damit hat der Rekordsieger die Zahl seiner Siege auf stolze elf erhöht.

EsslingenWie spektakulär war das denn? Marcel Killat auf Moritz Friedel, der auf Lukas Lohmann – und der verwandelte den Ball mit einem Doppel-Kempa zum 20:15. Schlusssirene, Jubeltraube. Nach elf Jahren hat Rekordsieger TSV Deizisau wieder den EZ-Handballpokal gewonnen. Damit hat der Württembergligist die Zahl seiner Siege auf stolze elf erhöht. Der unterlegene Finalgegner TSV Neuhausen aus der Baden-Württemberg Oberliga, der die vergangenen drei Ausgaben gewonnen hatte, bleibt bei acht Erfolgen bei der von der Volksbank Esslingen und Toto-Lotto unterstützten Traditionsveranstaltung.

„Klasse, das fühlt sich gut an“, sagte Lohmann glücklich, das weiße Trikot mehr von Sekt als Schweiß getränkt. Der Rückraumspieler hatte vor einem Jahr noch im Trikot der Neuhausener gejubelt. Yannik Taxis stand ein paar Meter entfernt, den neuen Wanderpokal in der Hand, und sprach ganz in Kapitänsmanier: „Chapeau an die Mannschaft, ich kann uns nur selbst zum Sieg gratulieren.“ In der Vorrunde hatten die Deizisauer gegen die Neuhausener noch deutlich mit 15:21 verloren, sich dann aber von Spiel zu Spiel gesteigert, im Halbfinale gegen den TSV Wolfschlugen im Siebenmeterwerfen Glück und die starken Nerven des letzten Schützen Taxis. Im Finale „hat dann die absolut motiviertere Mannschaft gewonnen“, wie Trainer Olaf Steinke meinte.

Stabile Wolfschlugener

Die Neuhausener hatten während des Turniers nicht nur die schwere Verletzung von Timo Durst zu verkraften, der sich im zweiten Spiel die Achillessehne riss, sondern mussten im Finale nach wenigen Minuten auch auf ihren gerade genesenen Kapitän Hannes Grundler verzichten, der einen Schlag aufs Knie bekommen hatte. Trainer Markus Locher konnte auch mit Platz zwei leben. „Es war völlig in Ordnung, ich bin zufrieden. Deizisau hat es richtig gut gemacht.“

Im Gegensatz zum Drittligisten und Top-Favoriten TV Plochingen, dessen Ausscheiden in der Vorrunde die größte Überraschung des Turniers war, machten es auch die Wolfschlugener und der TV Reichenbach gut. Das Württembergliga-Spitzenteam Wolfschlugen machte bis zum Halbfinale den stabilsten Eindruck. Nach der Niederlage von der Siebenmeterlinie und dem 18:13-Erfolg im Spiel um Platz drei stellte Trainer Veit Wager fest: „Wir haben ein gutes Turnier mit der wahrscheinlich besten Abwehr gespielt. Ohne eine Begegnung zu verlieren Dritter zu werden, ist schon komisch.“

Sehr zufrieden war auch Reichenbachs Coach Volker Haiser. Der TVR hatte es als Landesligist bis ins Halbfinale geschafft und präsentierte sich auch da gegen die zwei Ligen höher angesiedelten Neuhausener gut. „Ich muss der Mannschaft ein Lob aussprechen. Wie sie gekämpft hat und die Spieler aus dem zweiten Team integriert hat, war sensationell“, sagte Haiser. Die Auszeichnung als bestes Team auf Bezirksebene verdiente sich die HSG Ebersbach/Bünzwangen, die als Bezirksligist im Viertelfinale dabei war.

Landesligisten überzeugen

Aber mit Ausnahme der Plochinger überzeugten auch die nach der Gruppenphase ausgeschiedenen Teams wie der TSV Denkendorf, der es mit den Brocken Neuhausen und Deizisau zu tun hatte, oder Bezirksligist TV Altbach, der gegen Ebersbach/Bünzwangen und Landesligist SG Schorndorf das Nachsehen hatte. In der ausgeglichenen Gruppe 4 setzten sich die Landesligisten Reichenbach und Team Esslingen gegen die eine Klasse höher spielenden HSG Ostfildern und SG Hegensberg/Liebersbronn durch.

Rundum zufrieden konnten auch die 3000 Zuschauer an den drei Tagen in der Neckarsporthalle sein. Sie sahen guten Handballsport und wurden von Veranstalter SG Esslingen bestens umsorgt. Im kommenden Jahr wird das der TSV Denkendorf tun. Nach 26 Ausgaben in der Neckarsporthalle zieht der EZ-Pokal dann in die Sporthalle Weil um, wie Oberbürgermeister Jürgen Zieger EZ-Chefredakteur Gerd Schneider versprach.

Vom EZ-Pokal berichten: Sigor Paesler, Karla Schairer, Patrick Kuolt, Jan Geißler, Jakob de Santis, Kerstin Dannath, Stefanie Gauch-Dörre, Max Bruns, Rainer Hauenschild (Text und Online) und Herbert Rudel (Fotos).

Hier können Sie im Live-Blog noch einmal den Turnierverlauf nachverfolgen:

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