Jebsen beschreibt sich selbst als Schnellsprecher und Journalist. Foto: imago/Arnulf Hettrich

Der Ticketverkauf für eine Veranstaltung des Verschwörungsideologen Ken Jebsen in Ludwigsburg läuft bereits. Andere Städte hatten Auftritte verhindert. Was sagt Ludwigsburg dazu?

Der Verschwörungsideologe Ken Jebsen plant, am 21. November nach Ludwigsburg zu kommen. Auf der Veranstaltungswebseite werden Tickets für 29,90 Euro angeboten. Der Veranstaltungsort wird dem Ticketkäufer zwei Tage vor der Veranstaltung bekannt gegeben. Zuerst berichtete der Zeitungsverlag Waiblingen darüber.

Ein Auftritt von Jebsen im März wurde von den Stadtwerken Saarbrücken verhindert. Vor wenigen Tagen hätte er dann in Mainz auf der Bühne stehen sollen – was durch die Absage der Mainzer Bürgerhäuser GmbH durchkreuzt wurde. Dort sei die Buchungsanfrage laut Pressemeldung der Stadt Mainz schon im Dezember gestellt worden, erst vier Tage vor der Veranstaltung sei dann bekannt geworden, wer auftrete. Die Meinungsfreiheit sei ein hohes Gut in unserem Rechtsstaat, so die Stadt. Sie schütze auch Andersdenkende. „Hass und Hetze sind keine Meinung, hierfür ist in Mainz kein Platz. Die Stadt heißt Extremisten und Verschwörungsideologen nicht willkommen“, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt. Und wie sieht es in Ludwigsburg aus?

Stadt kann keine Auskunft geben

Ken Jebsen, der mit bürgerlichem Namen Kayvan Soufi-Siavash heißt, arbeitete als Radiomoderator beim rbb, bis ihn der Sender 2011 nach Antisemitismus-Vorwürfen aufgrund von Verstößen gegen journalistische Standards entließ. Er bestritt das. Seine Plattform „KenFM“ führte er nach der Trennung privat weiter und nutzte sie zur Verbreitung von Verschwörungstheorien unter anderem zu Bill Gates, der es während der Pandemie geschafft haben soll, deutsche Gesundheitsbehörden zu unterwandern, und zu den USA, die laut ihm die Terroranschläge vom 11. September 2001 selbst inszeniert haben sollen. Medienberichten zufolge wird der Kanal seit 2021 vom Verfassungsschutz Berlin als Verdachtsfall geführt. 2020 trat Jebsen an der Seite von Michael Ballweg bei einer Demonstration der Querdenken-Bewegung als Redner auf. Heute folgen 94000 Menschen seiner Telegram-Seite apolut.

Die Stadt Ludwigsburg gibt auf Anfrage bekannt, dass zwischen der Veranstaltungslocation und dem Mieter eine Vereinbarung über Stillschweigen besteht, was den Veranstaltungsort angeht. Man dürfe deshalb keine konkrete Auskunft geben. Bei der Stadt, insbesondere bei Tourismus & Events, gebe es immer wieder Anfragen von kritischen Veranstaltungen. Die Mitarbeitenden seien angewiesen, jede Veranstaltung und jeden Künstler zu überprüfen. „Sollte sich dabei herausstellen, dass es sich eindeutig um eine Veranstaltung mit verbotenen Inhalten oder Künstlern handelt, wird die Anfrage abgelehnt“, so die Sprecherin. Dies sei in der Vergangenheit bereits mehrmals geschehen.