Mario Gomez erzielt seine Tore 99 und 100 im Trikot des VfB Stuttgart Foto: Baumann - Baumann

Gomez hat jetzt 100 Tore im Trikot des VfB erzielt

StuttgartEhe die traurige Nachricht vom Tod Herbert Gentners ihren dunklen Schatten über diesen Fußballnachmittag warf, da hatte man den VfB-Tross noch kollektiv jubeln sehen. Trainer Markus Weinzierl legte sogar an der Seitenlinie einen beeindruckenden Freudensprung hin – schließlich tun die drei Punkte, die sich die Stuttgarter mit diesem 2:1-Sieg über Hertha BSC gutschreiben dürfen, im Abstiegskampf sehr gut.

Der VfB hat jetzt 14 Zähler auf dem Konto. Noch stehen bis zur kurzen Winterpause, in welcher der Club personell nachgelegen wird, die Spiele beim VfL Wolfsburg am Dienstag (20.30 Uhr) sowie gegen den FC Schalke 04 am nächsten Samstag aus. Doch schon jetzt ist klar: Die Stuttgarter sind bei Beginn der Rückrunde, wo man frisch sortiert Boden gutmachen will, auf Schlagdistanz zum hinteren Mittelfeld.

Lange hatte es in der Arena vor der Saison-Minuskulisse von 47 680 Fans bei kühlen Temperaturen allerdings nicht nach einem sportlichen Happy End ausgesehen. Der VfB und die Hertha boten ihrem Publikum über weite Phasen von Hälfte eins eine Partie zum Davonlaufen. Letztlich stand dann aber der Mann mit der Rückennummer 27 sinnbildlich für die fußballerische Auferstehung der Brustringkicker gegen die zuvor erfolgsverwöhnte Hertha.

Doch bis zur Pause war gerade die Leistung des Mario Gomez mit „ziemlich unbefriedigend“ noch sehr höflich umschrieben. Kümmerliche neun Ballkontakte hatte der Torjäger im ersten Durchgang. Gomez hing also mal wieder völlig in der Luft, während die Hauptstädter von der 38. Minute an durch das erste Bundesliga-Tor des jungen Maximilian Mittelstädt mit 1:0 führten. Nach Spielschluss allerdings gab Hertha-Trainer Pal Dardai leicht geknickt zu Protokoll: „Wir haben es leider nicht geschafft, die Verunsicherung des VfB für uns auszunutzen.“ Was vor allem an Gomez lag.

„Ein außergewöhnlicher Torjäger“

Schließlich erlöste der Ex-Nationalstürmer nach seinen zu diesem Zeitpunkt 734 torlosen Pflichtspielminuten mit seinem Treffer zum 1:1 die VfB-Fangemeinde – und auch sich selbst. „Die Bilanz seiner Karriere lügt nicht. Er ist ein außergewöhnlicher Torjäger, an den ich immer geglaubt habe“, sagte Markus Weinzierl über Gomez, der nach Flanke von Anastasios Donis und Kopfballablage durch den emsigen Nicolas Gonzalez aus kurzer Distanz zur Stelle war (64.).

Damit nicht genug: Denn Gomez legte wenig später mit seinem 100. Treffer im Trikot des VfB Stuttgart nach – da erzielte der 33-Jährige, der es inzwischen auf die beeindruckende Bilanz von 168 Bundesliga-Toren in 332 Spielen für den VfB, den FC Bayern und den VfL Wolfsburg bringt, den 2:1-Siegtreffer (76.). Auf Flanke von Christian Gentner köpfte Gomez das Spielgerät gegen die Laufrichtung des Hertha-Keepers Rune Jarstein in die Maschen.

Seinen Anteil an diesem Tor hatte gewiss auch Anastasios Donis, der nach rund einer Stunde für den enttäuschenden Gonzalo Castro gekommen war. „Sein Tempo tut unserem Spiel einfach gut. Gerade gegen einen müde werdenden Gegner“, lobte Marc Oliver Kempf.

Tatsächlich wird der VfB mit gestärktem Selbstvertrauen nach Wolfsburg reisen. Die gute Schlussphase spricht für die Mannschaft und ihren körperlich immer robuster werdenden Zustand. Erstmals münzte das Team in dieser Saison einen Rückstand in einen Sieg um. Von den vergangenen fünf Partien hat der VfB nun drei gewonnen.

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