Nach dem Unfall in Esslingen-Weil, bei dem vor einem Jahr eine Mutter und ihre kleinen Söhne starben, wird der Autofahrer wegen fahrlässiger Tötung angeklagt.
Fast ein Jahr nach dem schweren Unfall in Esslingen-Weil, bei dem eine Mutter und ihre beiden Kinder starben, hat die Staatsanwaltschaft Stuttgart vor dem Amtsgericht Esslingen Anklage gegen den 55-jährigen Autofahrer erhoben. Dem Mann wird fahrlässige Tötung in drei tateinheitlichen Fällen sowie fahrlässige Körperverletzung vorgeworfen. Der damals 54-Jährige war am späten Nachmittag des 22. Oktobers 2024 mit seinem Audi Q3 auf der Weilstraße in Richtung Pliensauvorstadt unterwegs.
Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, kurz vor einer Ampel aufgrund eines Fahrfehlers mit seinem Auto auf den Gehweg gefahren zu sein und dabei die 39-jährige Frau und ihre beiden sechs und drei Jahre alten Söhne erfasst zu haben. Die Mutter und ihre Kinder, die zu Fuß auf dem Weg ins Fußballtraining gewesen waren, starben noch am Unfallort auf Höhe des Sportparks Weil. Das Unfallauto kollidierte noch mit einem Zaun. Ein Fahrer eines anderen Fahrzeugs wurde durch umherfliegende Teile leicht verletzt.
Tödlicher Unfall in Esslingen – Staatsanwaltschaft geht von Fahrfehler aus
Worin der Fahrfehler des Mannes konkret bestand – ob er beispielsweise abgelenkt war, nebenher telefonierte oder den Abstand falsch einschätzte –, dazu macht die Staatsanwaltschaft derzeit keine Angaben. „Das wird Gegenstand des Gerichtsverfahrens sein“, teilte Pressestaatsanwältin Stefanie Ruben auf Anfrage mit. Bekannt ist, dass der Verursacher zum Unfallzeitpunkt nicht unter dem Einfluss von Alkohol oder anderen Rauschmitteln stand. Ein entsprechendes Ergebnis der toxikologischen Untersuchung hatten das Polizeipräsidium Reutlingen und die Staatsanwaltschaft bereits im November bekannt gegeben. Das Strafmaß für fahrlässige Tötung reicht nach dem Strafgesetzbuch von einer Geldstrafe bis zu einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren.
Tempo 30 als Reaktion auf tödlichen Unfall
Nach dem Unfall hatten sich Anwohner beschwert, dass in der Weilstraße viel zu schnell gefahren werde. Daraufhin führte die Stadt im Dezember eine neue Tempo-30-Zone zwischen der Württembergstraße und der Bushaltestelle „Sportpark Weil“ ein.